Die Region Fulda profitiere von einem guten Ausbildungsmarkt, erklärte Dengler: „Auch wenn er sich etwas verschlechtert hat.“ Im Landkreis Fulda kommen für 2024/2025 auf 100 Bewerberinnen und Bewerber nach den aktuellen Zahlen 131 Ausbildungsstellen, wobei der Trend eher rückläufig ist (2023/24: 164 Stellen). Hessenweit gebe es mit 90 Ausbildungsstellen auf 100 Bewerberinnen und Bewerber sogar ein Unterangebot (2023/24: 101 Stellen), in Deutschland liege der Wert bei 111 Stellen pro 100 Bewerbungen. Von 2024 auf 2025 sei die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber bei der Agentur für Arbeit merklich von 1306 auf 1458 Personen gestiegen, das entspreche einem Zuwachs von 13,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum sei jedoch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen von 2173 auf 1915 gesunken. Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung mitteilte, gebe es „Licht und Schatten“, auch mit Blick auf die bundesweite Lage: „Es sind keine Wachstumsimpulse zu erwarten.“
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland biete nur wenig Grund zum Jubeln, stellte auch Michael Konow fest, Geschäftsführer der IHK Fulda: „Der Markt lässt sich nicht abkoppeln, die Lage im verarbeitenden Gewerbe ist schlecht.“ Hohe Energiepreise und andere steigende Kosten, etwa durch den Mindestlohn, würden für sehr große Unsicherheiten bei Arbeitnehmern sorgen. Er appellierte daher an die Politik im Bundestag: „Die Zeit der Reformen muss jetzt stattfinden:“ Es brauche dringend bessere politische Rahmenbedingungen, um „wieder vernünftig zu wirtschaften“: „Ausbildung ist ein wertvolles Instrument. Wir tun alles, um dieses Instrument hochzuhalten.“
Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Fulda, sprach von einer entspannteren Situation, was die Zahl der neu begonnenen Ausbildungen im Landkreis angehe. Mit 40 neuen Ausbildungsverträgen mehr als im Vorjahr sei eine deutliche Steigerung zu erkennen: „Das Handwerk ist attraktiver geworden, da es relativ krisensicher ist.“ Leipold hob hervor, dass dies das Ergebnis der anhaltenden Bemühungen vieler Akteurinnen und Akteure sei, die sich sehr aktiv für die Berufsorientierung engagieren. Auch künftig stehe fest, „dass ohne Handwerk nichts läuft.“ Leipold appellierte ebenfalls dazu, trotz wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nicht mit den Investitionen aufzuhören: „Wir bilden für die Zukunft aus. Es wäre fatal jetzt zu sagen, wir lassen es auslaufen.“
Weitere Zahlen zum Landkreis Fulda
Für 2024/2025 ist die Zahl der Altbewerberinnen und Altbewerber auf 66 Personen angestiegen. In der Region Fulda liegt keine erhebliche Unterversorgung vor. Mit Blick auf die unbesetzten Ausbildungsstellen sind unter anderem Plätze für Bankkaufmann/-frau (20), Verkäufer/-in (18), Kaufmann/-frau für Büromanagement (16), Industriekaufmann/-frau (15) und Kaufmann/-frau im Einzelhandel (13) offen. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist bis zum 30. September dieses Jahres deutlich gesunken auf 168 Stellen (2024: 236 Stellen). Gleichzeitig gab es bis zum Stichtag 66 nicht vermittelte Bewerberinnen und Bewerber (2024: 44 Personen).
