Nach vier Siegen aus fünf Spielen am ersten Turniertag gewann Klingelhöfer in der Halle 39 in Hildesheim zwei weitere Partien und zog letztendlich als Gruppendritter in die K.O.-Phase ein. „Ich habe vielleicht nicht ganz meine Erwartungen erfüllt, aber am Ende habe ich das Ziel Achtelfinale erreicht“, berichtete der 38-Jährige nach zwei anstrengenden Turniertagen: Bereits nach Tag eins klagte Klingelhöfer über Schmerzen im vorbelasteten Knie, „und auch heute habe ich direkt mit einer Schmerztablette nachgeholfen, bevor es losging. Was mir gerade aber etwas zu schaffen macht, ist der Wurfarm“ – wenig verwunderlich angesichts des enormen Pensums, dass Klingelhöfer und Co. während der Gruppenphase abspulen mussten. „Es waren schon viele Spiele. Besonders in der Partie gegen Jarod Becker auf der Bühne war der Arm einfach fertig und hat verkrampft.“ Deutlich mit 1:6 unterlag Klingelhöfer in besagtem Spiel, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen: In den beiden nachfolgenden Partien gegen Paul Krohne und Yorick Hofkens lief es bereits wieder merklich besser, mit sechs Siegen aus zehn Spielen stand am Ende Platz drei in der Sechsergruppe unter dem Strich. „Es hätte besser laufen können, aber irgendwann war auch einfach der Druck draußen.“
Im Achtelfinale geht es nun gegen den aus dem Saarland stammenden Mika Donnevert – einen Gegner, den Klingelhöfer bislang noch nicht wirklich auf dem Schirm hatte. „Ehrlicherweise ist er während der kompletten Next Gen Tour an mir vorbeigegangen. Deswegen kann ich auch gar nicht so viel zu ihm sagen.“ Im Duell mit dem Youngster spricht auf jeden Fall die Bühnenerfahrung für den 38-Jährigen: „Trotzdem muss man abwarten. Natürlich kann es sein, dass er nervös ist, aber auch, dass er sich keine Gedanken macht und befreit aufspielt“, blickt Klingelhöfer voraus – und obwohl der Rhöner eigentlich Platz eins oder zwei anvisiert hatte, sieht er dem Achtelfinale gegen Donnevert positiv entgegen: „Mir ist das so lieber, als wenn ich gegen beispielsweise gegen Franz Rötzsch hätte spielen müssen, weil wir uns sehr gut verstehen.“
In der Achtelfinalsession am Donnerstag geht Klingelhöfer in der zweiten Partie des Tages gegen 16.30 Uhr ans Board – und bis dahin steht Regeneration auf dem Programm: „Ich gehe am Mittwochabend ins Hotel und esse am Donnerstag noch entspannt zu Mittag, dann geht es wieder in die Halle. Es ist gut, dass ich bereits das zweite Spiel habe. So weiß ich ziemlich genau, wann ich dran bin und bin auch mental noch frisch.“ Sollte sich Klingelhöfer in der Runde der letzten 16 behaupten, könnte im Viertelfinale ein Duell mit dem Ersten der Gruppe A, Daniel Klose, warten. Ein möglicher Halbfinalgegner wäre dann Paul Krohne, mit dem der 38-Jährige nach der Gruppenphase noch eine Rechnung offen hat. Dennoch schaut Klingelhöfer auch nach dem Erreichen der K.O-Phase weiter von Spiel zu Spiel, aber immer mit dem großen Ziel vor Augen, sich den Traum von der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace zu verwirklichen – und wie schon in der Gruppenphase hilft dabei das kleine Einhorn als Glücksbringer, dass Klingelhöfer von seiner Tochter mit auf den Weg bekommen hat.
