„Wir machen den Winterdienstauftakt, weil wir – ähnlich wie ein guter Fußballschiedsrichter – den Anspruch haben, unauffällig und geräuschlos unseren Dienst zu leisten“, sagte Minister Mansoori. Die Arbeit der Straßenmeistereien sei eine „wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe“, die im Alltag oft kaum wahrgenommen werde, so der Minister. Besonders würdigte er die neuen Deutschen Meister im Schneepflugfahren, Michael Wilhelmi und Lukas Kniesner von der Straßenmeisterei Oberweyer aus Hessen.
15.200 Kilometer Straße, 90.000 Tonnen Salz und viel Erfahrung
Präsident Heiko Durth betonte, dass Hessen Mobil für den Winter gut vorbereitet sei: „Salzbestände, Fahrzeuge und Technik stehen, unsere Teams sind geschult und einsatzbereit.“ Insgesamt kümmern sich landesweit rund 1000 Mitarbeitende mit etwa 390 Fahrzeugen um den Winterdienst auf rund 15.200 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.
Die Salzlager seien gut gefüllt – rund 90.000 Tonnen Salz wurden in den 46 Straßenmeistereien eingelagert. „Knapp 15.000 Kilometer müssen wir ja eindecken. Das ist wirklich eine sportliche Aufgabe“, so Durth. Damit möglichst wenig Salz verbraucht wird, setzt Hessen Mobil auf moderne Streutechnik und sogenanntes Feuchtsalz 30 – eine Mischung aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Salzlösung. Diese Methode spare Material, schone die Umwelt und wirke besonders effektiv gegen Glätte. „Wir bei Hessen Mobil setzen auf vorbeugenden Winterdienst – wir bekämpfen die Glätte, bevor sie eintritt“, erklärte Abteilungsleiter Dr. Rupert Pfeiffer.
Technik trifft Timing
Wann gestreut wird, entscheiden die Straßenmeistereien nicht nach Gefühl, sondern mithilfe moderner Wetter- und Glättefrüherkennungssysteme. Sensoren entlang der Straßen messen Temperatur und Feuchtigkeit, Prognosen des Deutschen Wetterdienstes ergänzen die Planung. Ein kompletter Räumumlauf dauert im Schnitt rund drei Stunden – entsprechend früh starten die Teams, damit die Straßen zum Berufsverkehr frei sind. Pfeiffer warnte zugleich vor falschen Erwartungen: „Auch ein noch so guter Winterdienst schafft keine sommerlichen Straßenverhältnisse.“ Autofahrer sollten daher ihr Fahrzeug winterfest machen, vorsichtig fahren und Abstand halten.
Stolz und Teamgeist bei den Straßenwärtern
Neben Technik und Organisation wurde in Lauterbach vor allem eines spürbar: der Stolz auf die Arbeit der Straßenmeistereien. Während auf dem Hof Schneepflüge startklar standen und die Salzhalle mit ihrem typischen Geruch nach Sole und Metall gefüllt war, gaben einige Mitarbeiter Einblicke in ihren Alltag und in die großen Geräte, die zum Arbeiten benötigt werden. „Bei Schnee sind wir oft schon ab drei Uhr morgens unterwegs, damit um sechs alles läuft“, erzählte einer der Mitarbeiter.
Zum Abschluss konnten die Gäste den Ablauf eines Winterdiensteinsatzes aus nächster Nähe erleben: vom Soletanken über die Salzbeladung bis zur Streumengendemonstration im Cockpit eines Einsatzfahrzeugs. Mansoori fasste zusammen: „Unsere Kolleginnen und Kollegen in orange sorgen dafür, dass Hessen auch im Winter mobil bleibt. Dafür verdienen sie unsere ganze Wertschätzung.“
