Fußball 11.11.2025

Regionalliga – „Nicht so weiterlaufen lassen“ – Kopfzerbrechen in Fulda

Fulda (pf) – Der Trend ist weiter negativ: Nur eines der vergangenen elf Spiele konnte die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Fußball-Regionalliga Südwest gewinnen. Das 1:2 gegen Großaspach zeigte einmal mehr, dass entscheidende Faktoren wie Selbstvertrauen, Sicherheit, Momentum und das nötige Quäntchen Glück in diesem Herbst in Fulda vergebens gesucht werden.

Nicola Arcanjo Köhler (links) und die SG Barockstadt konnten auch gegen Großaspach den Bock nicht umstoßen. Foto: Manfred Völler

Knappe Niederlagen kennt die SG Barockstadt nun mittlerweile wohl so gut wie Unentschieden: Auch gegen die SG Sonnenhof gab es am Wochenende ein 1:2, wie wenige Wochen davor in Kassel. Trainer Daniyel Cimen ordnet ein: „Auf der einen Seite bewertet man ja die Leistung insgesamt, das war in der ersten Halbzeit mehr als in Ordnung, und auch ganz am Ende haben wir die Chance auf den Ausgleich. Aber auf der anderen Seite sind es die alten Dinge, die uns begleiten: Die letzte Konsequenz im Verteidigen und die letzte Gier, vorne das Tor zu machen“.

Gerade das zweite Gegentor durch Kleinschrodt hätte die SGB wohl mit Konsequenz verhindern können – und es war nicht Celiktas, wie an verschiedenen Stellen fälschlicherweise zu lesen war. Duda fälschte den Ball bei seiner Parade noch leicht ab, Besso und Frey waren Richtung Tor getrabt, der Ball kullerte rein – auch einen Versuch, das Tor zu verhindern, sahen die Zuschauer nicht wirklich. „Im Video sah es so aus, als hätte man es versuchen können – auch wenn der Ball sehr wahrscheinlich trotzdem reingegangen wäre“, räumt Cimen ein: „Aber natürlich ist das ein Kritikpunkt. Es sah schon unglücklich aus“. Zumal die SGB durch Pourié per Elfmeter dann noch zum Anschluss kam und hintenraus die dicke Chance durch Tobias Göbel per Kopf auf das 2:2 hatte, den Keeper Reule aber sensationell parierte. „Man hat in dem Spiel gesehen, wer einen starken Lauf und viel Selbstvertrauen hat. Sie wussten aber auch, bei wem sie sich bedanken konnten“, sagte Cimen, und sprach nicht zum ersten Mal diese Saison von einem Sahnetag eines gegnerischen Torwarts.

Vier Spiele sind es noch bis zur Winterpause, die Aufgaben werden nicht einfacher: FSV Frankfurt und Stuttgarter Kickers heißen die nächsten beiden, jeweils auswärts. Cimen grübelt ebenso: „Der Unterschied zwischen uns und Großaspach war schmal. Die Jungs zeigen ja, dass sie nicht nur mithalten, sondern immer wieder in Phasen das Spiel bestimmen können, und die letzten Gegner waren keine Laufkundschaft. Wir müssen einfach weiter hart arbeiten, vielleicht andere Impulse und Ansätze finden im Training und neue Reize schaffen. Wir machen uns da schon sehr viele Gedanken, wo der Hebel angesetzt werden muss, und wollen es nicht so weiterlaufen lassen“.

Bei allen Ansätzen, ob gewohnt oder neu, braucht die SGB aber vor allem eines: Zählbares. „Wir wissen, in was für einer Situation wir uns befinden“, so Cimen. Mit einem Punkt pro Spiel im Schnitt gehört die Barockstadt zum Keller der Regionalliga, vier Punkte sind es bereits bis Rang 13. „So oft es geht: Wir müssen punkten, egal wie. Das ist das oberste Ziel bis zur Winterpause“, macht der Coach klar, der keine „gravierenden Defizite“ im spielerischen Bereich sehe, sondern eher die mentale Seite: „In so einer Phase kommt der Kopf dazu. Den zu trainieren, ist in kurzer Zeit schwierig. Aber das beste und schnellste Mittel, das hilft, sind Erfolgserlebnisse. Es gibt genügend Beispiele, wie ein Sieg auf einmal das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit wieder zurückbringt“. Dies will sich die SGB wieder erarbeiten – oder anders gesagt erzwingen.