Die Veranstaltung war eingebettet in die aktuelle gesellschaftliche und politische Debatte zur Reform des Wehrdienstes und richtete sich schwerpunktmäßig an den 11. Jahrgang, da viele der dortigen Schülerinnen und Schüler von den geplanten Änderungen potenziell betroffen sein könnten. Ebenfalls auf dem Podium saßen die beiden Oberstufenschüler Luis Plunien (Jahrgangsstufe 13) und Mareike Griemsmann (Jahrgangsstufe 12).
Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Luisa-Marie Eldracher und Tjark Doose aus dem PoWi-Kurs der Jahrgangsstufe 12 von Herrn Pascal Sondergeld. Chiara Herr und Raphaela Blum, ebenfalls aus diesem Kurs, verantworteten sowohl die technische Umsetzung als auch die Auswertung der im Vorfeld in der gesamten Jahrgangsstufe 11 erhobenen Fragen, welche die Grundlage für die Struktur und Schwerpunktsetzung der Debatte bildeten.
In seiner Begrüßung ging Schulleiter Steffen Flicker auf die Aktualität des Themas ein. „Gerade der Krieg in der Ukraine führt uns auf drastische Weise vor Augen, wie fragil der Frieden ist“, stellte Flicker fest. Insofern sei es wichtig, über das Thema „Wehrpflicht“ zu sprechen, auch wenn es dazu kontroverse Standpunkte gebe.
Inhaltlich konzentrierte sich die Diskussion vor allem auf zwei Themenfelder: Zum einen ging es um die geplante Reform des Wehrdienstes. Der Jugendoffizier erläuterte den möglichen Aufbau des neuen Modells, die derzeit im Bundestag verhandelten rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die kontrovers diskutierte Idee eines Losverfahrens. Auch die Frage, ob künftig Frauen einbezogen werden sollen oder weiterhin ausgenommen bleiben, wurde ausführlich debattiert. Darüber hinaus gab er persönliche Einblicke in seinen Berufsalltag – von Belastungen und Sorgen bis hin zu Motivationen und Karrierewegen. Zum anderen wurde die Debatte sicherheitspolitisch eingeordnet. Dabei spielten internationale Krisenherde wie der Ukrainekrieg eine große Rolle, verbunden mit deren Auswirkungen auf die deutsche Sicherheitspolitik und die europäische Sicherheitsarchitektur. Der Jugendoffizier ordnete zudem die aktuelle Bedrohungslage ein, sprach über die Wahrscheinlichkeit größerer Konflikte und stellte verschiedene Aufgabenfelder und Einsatzbereiche der Bundeswehr vor. Außerdem wurde diskutiert, wie die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver werden kann. Ziel der Veranstaltung war es, den Schülerinnen und Schülern eine sachliche, transparente und zugleich kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Wehrdienst zu ermöglichen, Missverständnisse und Vorurteile abzubauen und einen realistischen Einblick in die vielfältigen Facetten des Dienstes in der Bundeswehr zu bieten.
