Handball 23.11.2025

Oberliga – TVH geschlagen: Erste Pleite nach spektakulärer Schlacht

Bad Hersfeld (pf) – Es war eine ganz wilde Schlacht, die sich der TV Hersfeld und die HSG Fuldatal/Wolfsanger am Samstagabend in der Handball-Oberliga Nord lieferten: Der Spitzenreiter aus Bad Hersfeld musste dabei nach neun Siegen nun die erste Niederlage der laufenden Saison hinnehmen. Mit 33.34 (15:17) endete das hochklassige Duell aus TVH-Sicht.

Archivfoto: Christine Görlich

Die zehn Siege konnte der TV Hersfeld bei seinem Fabel-Auftakt in die Saison nicht vollmachen: Am Samstagabend brachte die HSG Fuldatal/Wolfsanger den Primus erstmals zum Stolpern, der aber immer noch einen guten Vorsprung hat – allerdings hat Verfolger Baunatal auch noch viel nachzuholen.

„Uns war bewusst, dass Fuldatal noch gefährlicher ist als Twistetal und Großenlüder, die wir zuletzt hatten. Sie spielen eben ihren Handball durch – egal ob sie mit fünf zurückliegen oder führen. Und wir sind heute bestraft worden“, sagte TVH-Coach Kai Hüter nach Spielende.

Es war ein wilder Ritt in der Geistalhalle, und kein Zuschauer brauchte sein Kommen zu bereuen: Nach einem 4:4 zum Start (10.) legte Fuldatal richtig los und zog davon: 9:14 (21.) lag der TV Hersfeld zehn Minuten später im Rückstand, nur um dann wieder wach zu sein und bis zur Halbzeitpause auf zwei Tore zu verkürzen.

Irre: In den ersten vier Minuten des zweiten Durchgangs fielen dann neun Treffer, Hersfeld stellte zwischenzeitlich den Ausgleich her und war nun drauf und dran: Mitte der zweiten Halbzeit erarbeitete sich der TVH eine 29:24-Führung (44.) und war bereits auf Kurs zehnter Saisonsieg in Serie. Zwölf Minuten vor Ende waren es immer noch fünf Tore Puffer, doch die schenkte Hersfeld dann leichtfertig her: Von 31:26 auf 31:31 (56.), und Fuldatal versetzte die Halle in einen leichten Schockzustand. Bis der TVH wieder einen Fuß in die Tür bekam, lagen die Gäste schon wieder mit zwei Toren vorne – und hatten mit diesem 7:0-Lauf das Spiel entschieden, weil Hersfeld in sage und schreibe elfeinhalb Minuten kein einziger Treffer gelang.

„Wir hatten Überzahl, haben eine Auszeit genommen – alles war abgesprochen. Aber es war, als hätte jemand den Stecker gezogen“, beschrieb Hüter die desolate Phase: „Wir haben technische Fehler gemacht, Bälle verworfen, es war wie abgeschnitten“. Allerdings schleppen sich die Hersfelder ohnehin seit Wochen mit Personalproblemen gerade im Rückraum herum, wo Fynn und Lasse Reinhardt „am Limit“ sind, so Hüter. Die Festspielstädter nahmen es aber sportlich: „Dann wird es eben keine perfekte, aber eine fast perfekte Hinrunde“, so Hüter: Ein Heimspiel wartet noch in drei Wochen gegen Gensungen/Felsberg II vor der Weihnachtpause.

TV Hersfeld: Rehberg (2), Hasselbach (1), Dellmuth, Hüter, Petersen (4), Becker (9), Kürten, Wiegel (4), F. Reinhardt (9/4), L. Reinhardt (4), Kümmel, Krause, Thole, Kehl, Mudrak, Noll.