Handball 16.11.2025

Oberliga – TV Hersfeld gewinnt Derby – HSV kämpft vergebens

Osthessen (jah) – Die Handballer des TV Hersfeld haben sich in der Männer-Oberliga zum Derbysieger gekrönt und grüßen damit auch nach neun Spieltagen verlustpunktfrei von Tabellenplatz eins: Die Mannschaft von Kai Hüter und Dragos Negovan setzte sich gegen die HSG Großenlüder/Hainzell mit 38:35 (15:9) durch. Weniger erfolgreich lief es für den Hünfelder SV: Die Haunestädter unterlagen der HSG Fuldatal/Wolfsanger unter dem Strich verdient mit 27:34 (11:17).

Fynn Reinhardt (links) überzeugte im Derby gegen Großenlüder/Hainzell und war für mehr als ein Viertel aller Tore verantwortlich. Foto: Christine Görlich

TV Hersfeld – HSG Großenlüder/Hainzell 38:35 (15:9)

Auch die HSG Großenlüder/Hainzell konnte die Dominanz der Festspielstädter nicht brechen – allerdings boten die Gäste dem Tabellenführer über die kompletten 60 Minuten durchaus Paroli: Zwar ging der TVH früh In Führung und sollte diese auch bis zur Schlusssirene nicht mehr abgeben, die Gäste steckten jedoch zu keiner Zeit auf. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich die Mannschaft von Kai Hüter und Dragos Negovan erstmals etwas absetzen: Nach 21:38 Minuten führte der TVH nur mit zwei Toren (9:7), in die Kabinen ging es mit 15:9. „Die Abwehr war insbesondere in der ersten Halbzeit wirklich gut“, lobte HSG-Coach Sebastian Peppler: „Wir haben Hersfeld in den ersten 20 Minuten bei nur acht Toren gehalten. Wenn wir offensiv dann etwas mehr den Flow haben, sind wir zur Halbzeit vielleicht nur zwei oder drei Tore weg. So war die Hypothek aber schon etwas zu groß. Wir haben dann in den entscheidenden Situationen immer wieder die Fehler gemacht, als wir uns gerade herangekämpft hatten. Das hat Kraft gekostet und Hersfeld hat das ausgenutzt.“ Die Hersfelder bauten den Vorsprung weiter aus, lagen nach gut 45 Minuten mit neun Toren vorne. „Dann haben wir etwas den Dampf rausgenommen“, berichtete Hüter. Die Gastgeber ließen die zweite Welle der Großenlüderer zu und die kamen am Ende nochmal etwas ran. Angeführt von einem starken Fynn Reinhardt hatte der ungeschlagene Tabellenerste immer wieder die entsprechenden Antworten parat – ganz im Stile eines Spitzenteams. „Niklas Kürten war wieder ein super Rückhalt. Wir haben eine super Deckung gespielt“, lobte Hüter aber vor allem auch die Defensive. Einzig der Schiedsrichterleistung konnte der Hersfelder Coach nicht so viel abgewinnen: „Die Rote Karte gegen Andreas Krause war vertretbar, aber wenn ich die Linie gehe, muss ich sie auf der anderen Seite auch ziehen“. Peppler meinte abschließen zum Gegner: „Sie waren heute einfach besser, das müssen wir anerkennen. Das muss jetzt heute und morgen nochmal wehtun, und dann gilt der Fokus der nächsten Partie.“

Hersfeld: Rehberg (6), Hasselbach (1), Dellmuth, Förtsch, Petersen (5/2), Becker (4), Kürten, Wiegel (4), F. Reinhardt (10/1), L. Reinhardt (7), Krause, Voß, Thole, Kehl, Teichmann, Mudrak (1),

Großenlüder/Hainzell: Sippel (2), Bosold (6), Kirsch (1), Münker (2/2), Herber, Malolepzsy (3/1), Masche, L. Dimmerling (5), Blinzler (2), Grosch, Deppe (3), H. Dimmerling (10), Nechvatal, Weinbörner, Wessling

 

Hünfelder SV – Fuldatal/Wolfsanger 27:34 (11:17)

Der Hünfelder SV wartet weiter auf den ersten Saisonsieg: Gegen starke Gäste musste sich der HSV am Ende verdient geschlagen geben, Trainer Stephan Kimpel lobte im Anschluss vor allem das Umschaltspiel der Gäste: „Sie spielen sicherlich mit den schönsten Tempohandball in der gesamten Liga. Das ist eine seit Jahren eingespielte Truppe, und das hat man auch heute wieder gesehen.“ Zu Beginn der Partie hielt der HSV noch gut mit, erst gegen Ende der ersten Halbzeit konnten sich die Nordhessen erstmals absetzen. „Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber nicht genutzt. Da waren auch einige, schlechte Würfe dabei“, haderte Kimpel, kritisierte jedoch insbesondere das Auftreten seines Teams zu Beginn des zweiten Durchgangs: „Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns in der Kabine vorgenommen haben.“ Die Konsequenz war, dass Fuldatal/Wolfsanger uneinholbar davonzog. „Positiv ist dagegen, dass wir uns nie aufgegeben haben. Wir haben weiter gekämpft, einzelne Dinge haben wir auch gut gemacht“, betonte der HSV-Coach: „Es ist ja auch nicht so, als könnten wir kein Handball spielen. Man hat gegen Hersfeld gesehen, dass wir das können. Aber heute war, auch angesichts des deutlichen Rückstandes, dann einfach nicht mehr drin.“

Hünfeld: E. Becker (1), Schäfer (1), Menth, Reuchsel (1), Schott (5), Gute (4/3), Zachow, Aha, Kaub (7), Sauerbier (5/1), Hohmann, Schuch, M. Becker (2), Simon