Lokales FD 06.11.2025

Mobile Infrastruktur live erleben – Neue Fachmesse in Fulda – Fotos

Fulda (as) – Über 90 Aussteller aus acht Ländern zu Gast in Fulda: Die neue Messe „Tempor Expo“ ist gestartet. Am Mittwoch und Donnerstag gibt es für die Besucherinnen und Besucher von 9 bis 17 Uhr einiges zu entdecken, getreu dem Motto „Mobile Infrastruktur live erleben“. In der Almhütte waren am Mittwochvormittag einige Gäste zur offiziellen Eröffnung eingeladen worden und nahmen im Anschluss an einem Rundgang teil (update 15 Uhr).

Rundgang auf der Messe. Foto: Andreas Schellenberg

Messechef Manfred Hommel begrüßte zahlreiche Gäste, darunter Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, den Landtagsabgeordneten Thomas Hering, IHK-Geschäftsführer Michael Konow sowie die Vertreter von Feuerwehr und DRK. Eine Gruppe hieß er besonders willkommen: „Was wäre das Ganze ohne sie, die Ausstellerinnen und Aussteller?“ Die Fachmesse diene dazu, viele unsichtbare Arbeiten sichtbar zu machen. Temporäre Infrastruktur zeichne sich vor allem durch Flexibilität in vielen unterschiedlichen Bereichen aus, ob beim Feiern, beim Bauen oder beim Katastrophenschutz. Die eigene Messe solle dies deutlich machen, so Hommel: „Weltweit gibt es nichts Vergleichbares. Wir leben temporäre Infrastruktur.“ Der Messechef verglich die Veranstaltung mit einem zarten Pflänzchen, welches in den kommenden Jahren sicherlich noch größer werde: „Der Bedarf ist da.“ Er rief dazu auf, sich an den Ständen auszutauschen und das eigene Netzwerk zu erweitern: „Lassen sie uns gemeinsam Geschichte schreiben.“

Wingenfeld erinnerte sich während seines Grußwortes an eine Begebenheit zu Beginn seiner Amtszeit zurück. Damals habe die Stadt vom Land Hessen kurzfristig die Aufgabe erhalten, innerhalb von 48 Stunden ein Zeltlager für 1000 Menschen aus dem Boden zu stampfen. Das habe ihm direkt die Relevanz einer guten Vorsorge mit mobiler Infrastruktur verdeutlicht: „Wir müssen besser vorbereitet sein.“ Er beglückwünschte Hommel zur schnellen Umsetzung und freute sich, dass der Messechef sich ein weiteres Mal für die Ausrichtung der Messe in der Barockstadt entschieden habe. Der OB erklärte: „Wir sind aufgefordert, global zu denken und lokal zu handeln.“

Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, erläuterte, dass die Notfallvorsorge und Resilienz sowohl vom Staat als auch von der Gesellschaft allgemein gestärkt werden muss. Er machte deutlich, dass temporäre Infrastruktur ein Symbol für solidarisches Handeln sei und keineswegs eine reine Notlösung: „Sie macht auch Chaos Struktur.“ Als Beispiel nannte er die Flutkatastrophe im Ahrtal, in der flexible und modulare Ideen genutzt wurden. „In Krisen müssen wir mit Szenarien rechnen, in denen Menschen ihr Heim verlieren“, so Tiesler. Daher sei eine ganzheitliche Lösung nötig, die unter anderem Energie, Wasser, Notunterkünfte und medizinische Versorgung im Blick habe.

Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, lobte die Idee der neuen Messe. Besucherinnen und Besucher hätten hier die Gelegenheit, sich zu informieren und Netzwerke zu schaffen: „Ich wünsche viele gute Gespräche.“ Lars Rippstein, Geschäftsführer des ITRS (Industrieverband Technische Textilien-Rollladen-Sonnenschutz), gab an, dass die Veranstaltungsbranche wirtschaftlich in Deutschland einen großen Umsatz von 80 Milliarden Euro generiere. Häufig fehle hierfür die Sichtbarkeit, obwohl es genug Angebote gebe: „Stellen sie sich das Oktoberfest ohne Zelt vor.“ Er bedankte sich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren und ergänzte: „Diese Messe hat gefehlt.“ Gemeinsam unternahmen die Gäste noch einen Rundgang und besuchten eine Reihe an Standorten.

Auf der Messe präsentieren sich am Mittwoch und Donnerstag verschiedene Anbieter für temporäre Bauten, Energieversorgung, Böden, Sanitärsysteme, Möbel, Planenkonfektion, Bühnenbau, Logistik, Dienstleistungen und vieles mehr. Neben den insgesamt über 90 Ausstellern können sich die Gäste ebenfalls auf ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm freuen.