Lokales FD 01.11.2025

Manfred Helfrich verabschiedet – Rhönkanzler: „Es war mir eine Ehre“

Poppenhausen (sk) – Eine Ära geht zu Ende. Nach 24 Jahren als gewählter Bürgermeister wurde „Rhönkanzler“ Manfred Helfrich die Entlassungsurkunde überreicht. Im überfüllten Bürgerhaus war es ein Anlass, sein vielfältiges Wirken zum Wohle der Gemeinde und der gesamten Rhön zu würdigen - gleich mehrmals mit Standing Ovations.

Regina und Manfred Helfrich. Foto: Stefan Krug

Das Schlusswort hatte Helfrich selbst: „Ich bin sehr ergriffen und dankbar. Dass ihr da seid ist ein Ausdruck davon – allein dafür hat es sich gelohnt.“ Besonders bedankte er sich bei seiner Frau Regina nach 45 Jahren Ehe für „Solidarität und Unterstützung jeden Tag und jede Stunde“. Seine letzten Worte als Bürgermeister am Mikrofon waren dann: „Es war mir eine Ehre“.

Zu Beginn gab es die Entlassungsurkunde. Nach der Übergabe sprach der Helfrich dann von großer emotionaler Anspannung an diesem Tag und über seine Entscheidung nicht weiterzumachen: „Nicht dass man nicht mehr kann oder nicht mehr will – aber dann schaut man auf den Ausweis.“ Immerhin ist er 68 Jahre alt – vor wenigen Jahren hätte er gesetzlich gar nicht mehr weiter machen dürfen.

Leichter gemacht wurde es ihm an dem Abend nicht. Die Würdigungen kamen von Herzen. Der „Rhön-Altkanzler“, und wahrscheinlich auch bald „Rhön-Ehrenkanzler“ wurde allgemein als menschenzugewandter, bodenständiger und souveräner Menschenfreund bezeichnet, der aber wenn es um die Sache geht durchaus auch durchsetzungsfähig gegen Widerstände war, gewürdigt. Beigeordneter Klaus Bleuel lobte gleich zu Beginn die Heimatverbundenheit: „Von Dir konnte ich viel lernen. Du kennst nicht nur fast jeden Pflasterstein in Poppenhausen, sondern auch alle Häuser und ihre Bewohner.“ Einen Rückblick hielt Frank Brüssow (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender). Vor seiner ersten von vier gewonnen Wahlen war Helfrich bei der Polizei. Und im letzten Jahr vor der Wahl hatte er schon ehrenamtlich allein die Amtsgeschäfte geführt, was der Bild-Zeitung mit der Überschrift „Der doppelte Helfrich“ ein Artikel wert war: „Heute ist ein besonderer Tag der Dankbarkeit. Du hast Poppenhausen mit Herzblut und Einsatz viele Jahre gestaltet.“ Michael Sapper (CDU-Fraktionsvorsitzender) bedankte sich für eine gute Zeit: „Poppenhausen hat sich überdurchschnittlich entwickelt bei Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Sozialem. Deine Bilanz ist eine beeindruckende Liste an Projekten, die den Ort nachhaltig geprägt haben. Als Patriot Deiner Heimat hast du dich nie hinter Parteipolitik versteckt.“

Landrat Bernd Wide bedankte sich auch im Namen seines ebenfalls anwesenden Vorgängers Fritz Kramer: „24 Jahre – das ist eine Ära. Da macht man nicht nur seine Arbeit, sondern man prägt.“ Woide brachte dann auch als erster die Bezeichnung Rhönkanzler – wobei er nicht nur optische Ähnlichkeit zum „Eisernen Kanzler“ Bismarck sah – beide hätten mit Weitblick großes vollbracht. Staatssekretär Michael Brand nannte Helfrich ein „Gesamtkunstwerk“: „Mit Dir ist ein Rhöner im Amt gewesen, der Poppenhausen über seine Grenzen hinweg geprägt hat. Gefühlt war hier jede Woche etwas los. Eine ganze Generation wurde geprägt – Danke für das Lebenswerk. Heute geht etwas Erfolgreiches zu Ende.“

Lang war die Liste der weiteren Gratulanten. Nicht alle hatten es bei der gewünschten Zuwendung an den Kindergarten anstelle von Geschenken gelassen – wobei Kämmerer Andreas Hamm, der auch als Moderator durch den Abend führte, den Eingang einer erklecklichen Summe bestätigte. Pfarrer Jörg-Stefan Schütz hatte eine Lego-Box mitgebracht – die dann gleich von der jüngsten Enkelin von Helfrich begeistert in Empfang genommen wurde. Gleich mehrfach gab es Sitzgelegenheiten. Von der neuen Bürgermeisterin Alexandra Ballweg einer Strandstuhl und von den Mitarbeitern der Gemeinde eine urige Holzbank – bei weniger Sitzungen kann Manfred Helfrich jetzt mehr sitzen. Torsten Raab vom Biosphärenreservat brachte ein erstes Schild im Stil der Premiumwanderwege mit - das „K“ sei noch frei für einen Kanzlerweg.