Viele Rap-Texte enthalten problematische Inhalte: Sexismus, antisemitische Anspielungen oder verharmloste Gewalt. Genauso erzählen Künstler von tragischen Lebensumständen ihrer Vergangenheit, die generelle Missstände in der Gesellschaft aufzeigen. Wenn das im Unterricht ausklammert wird, entsteht genau das, was verhindert werden muss: Beschönigung,
Wegschauen und fehlende Einordnung. Der Kreisschülerrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg fordert deshalb, solche Inhalte im Unterricht offen und pädagogisch fundiert zu behandeln. Konkret in Form des Einbindens der Dokumentation „BABO Die Haftbefehl Story“ in den Unterricht. Eine kritische Auseinandersetzung schafft Reflektion, stärkt Medienkompetenz und verhindert unkommentierte Glorifizierung. Es soll zudem verhindert werden, dass Unwissenheit über die in der Rap-Musik behandelten Themen herrscht. Elias Philipp Herzog, Kreisschülersprecher, erklärt dazu: „Viele Rap-Texte sind sexistisch, antisemitisch oder einfach völlig daneben. Wenn wir das im Unterricht totschweigen, überlassen wir Jugendliche einer unreflektierten Verherrlichung. Schule muss benennen, was falsch läuft – klar und ohne Schönfärberei. Das betrifft besonders die jungen Stufen der Mittelstufe, die solche Inhalte oft ungefiltert übernehmen.“ Der Kreisschülerrat stellt klar: Realität anerkennen, statt sie auszublenden – das ist der einzige Weg zu verantwortungsvoller Medienbildung.
