Lokales HEF 26.11.2025

Kreisschülerrat fordert: Haftbefehl im Unterricht behandeln

Bad Hersfeld (pm/jah) – Rap-Musik ist fester Bestandteil des Musikgeschmacks vieler Schülerinnen und Schüler. Künstler wie Haftbefehl prägen Sprache, Stil und Themen junger Menschen – täglich und überall wirken Künstler wie er in manchen Fällen auch als Vorbild. Genau deshalb darf Schule diese Einflüsse nicht ignorieren – dieser Meinung ist jedenfalls der Kreisschülerrat des Landkreises Hersfeld/Rotenburg.

Viele Rap-Texte enthalten problematische Inhalte: Sexismus, antisemitische Anspielungen oder verharmloste Gewalt. Genauso erzählen Künstler von tragischen Lebensumständen ihrer Vergangenheit, die generelle Missstände in der Gesellschaft aufzeigen. Wenn das im Unterricht ausklammert wird, entsteht genau das, was verhindert werden muss: Beschönigung,

Wegschauen und fehlende Einordnung. Der Kreisschülerrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg fordert deshalb, solche Inhalte im Unterricht offen und pädagogisch fundiert zu behandeln. Konkret in Form des Einbindens der Dokumentation „BABO Die Haftbefehl Story“ in den Unterricht. Eine kritische Auseinandersetzung schafft Reflektion, stärkt Medienkompetenz und verhindert unkommentierte Glorifizierung. Es soll zudem verhindert werden, dass Unwissenheit über die in der Rap-Musik behandelten Themen herrscht. Elias Philipp Herzog, Kreisschülersprecher, erklärt dazu: „Viele Rap-Texte sind sexistisch, antisemitisch oder einfach völlig daneben. Wenn wir das im Unterricht totschweigen, überlassen wir Jugendliche einer unreflektierten Verherrlichung. Schule muss benennen, was falsch läuft – klar und ohne Schönfärberei. Das betrifft besonders die jungen Stufen der Mittelstufe, die solche Inhalte oft ungefiltert übernehmen.“ Der Kreisschülerrat stellt klar: Realität anerkennen, statt sie auszublenden – das ist der einzige Weg zu verantwortungsvoller Medienbildung.