Lokales FD 21.11.2025

Klinikum Fulda eröffnet moderne Dialyse-Station – Patienten im Fokus

Fulda (jah/pm) – Nach intensiver Planungs- und Bauphase hat das Klinikum Fulda einen Meilenstein in der Versorgung Nierenkranker gesetzt: Die neue, hochmoderne Dialyse-Station der Medizinischen Klinik III - Nephrologie wurde offiziell in Betrieb genommen. Mit diesem Neubau werden nicht nur technisch neue Maßstäbe gesetzt, sondern vor allem das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt gestellt.

Prof. Dr. Marion Haubitz (vorne links) freut sich gemeinsam mit ihrem Team über die Eröffnung der Dialyse-Station. Foto: Janosch Hensel

Die Dialyseabteilung bietet unter der Leitung von Prof. Dr. Marion Haubitz umfassende Möglichkeiten der extrakorporalen Therapie, also Verfahren zur Blutreinigung außerhalb des Körpers. Das Spektrum reicht von speziellen Verfahren wie Plasmaseparation, Immunadsorption und Lipidapherese bis hin zu allen gängigen Dialyseverfahren (Blutwäsche) und schafft somit optimale Voraussetzungen für eine individuell angepasste Behandlung. „Und ich glaube, dass das auch unser Auftrag für die Zukunft ist“, sagte Haubitz im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Station: „Egal, welcher Religion man angehört oder welche politische Haltung man vertritt: Leid zu lindern, ist immer richtig. Und das können wir hier auf der neuen Station.“

Ein wichtiger Fortschritt im Hinblick auf die neuen Räumlichkeiten ist die optimierte räumliche Struktur, die kurze Wege im Klinikum gewährleistet. Die neue Station verfügt über insgesamt 22 Dialyseplätze. Davon sind fünf Plätze für die Isolation infektiöser Patienten vorgesehen, um höchste Sicherheits- und Hygienestandards zu gewährleisten. Darüber hinaus stehen sieben Plätze speziell für aufwendige extrakorporale Verfahren wie Lipidapherese, Immunadsorption, Plasmaseparation und für die Peritonealdialyse bereit. Mit diesen Kapazitäten führt das Klinikum Fulda jährlich rund 10.000 Behandlungen durch.

„Die neu gestaltete Dialysestation ist weit mehr als ein modernisierter Bereich unseres Klinikums - sie ist ein Ort der Hoffnung, der Sicherheit und der Lebensqualität. Als Stadt tragen wir Verantwortung für die Gesundheitsversorgung von rund einer halben Million Menschen, und mit dieser modernisierten Station setzen wir ein Zeichen dafür, dass wir diese Verantwortung ernst nehmen. Mein Dank gilt allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben - und besonders den Patientinnen und Patienten, deren Vertrauen unser größter Ansporn ist“, betonte Dag Wehner, Bürgermeister der Stadt Fulda.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstands des Klinikums Fulda, sprach allen Mitverantwortlichen ein großes Lob aus: „Dieser Erfolg ist das beeindruckende Ergebnis des hervorragenden Einsatzes des gesamten Teams rund um Frau Prof. Dr. Haubitz, den Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden, Medizinischen Fachangestellten sowie der wertvollen Unterstützung zahlreicher Kolleginnen und Kollegen aus Apotheke, Reinigung, Küche, Einkauf, Bau und Technik sowie Verwaltung. Gemeinsam schaffen wir eine Umgebung, in der medizinische Qualität und Menschlichkeit Hand in Hand gehen, um unseren schwer erkrankten Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen."

Prof. Dr. Marion Haubitz, hob anschließend nochmal die Bedeutung der Neuerungen hervor: „Mit der hochmodernen Ausstattung und den erweiterten Kapazitäten können wir unseren Patientinnen und Patienten eine noch individuellere und schonendere Therapie anbieten. Die neuen, optimierten Räumlichkeiten schaffen nicht nur kurze Wege, sondern auch eine Umgebung, die unsere hohen Ansprüche an medizinische Spitzenversorgung und menschliche Zuwendung perfekt vereint."

Investition in die Zukunft

Die Modernisierung der Dialysestation war ein umfangreiches Bauprojekt, bei dem die Station kernsaniert wurde. Die Baukosten beliefen sich auf 4,6 Millionen Euro. Durch die Sanierung konnte die verfügbare Fläche gegenüber der alten Station verdreifacht werden, was den Patienten und dem Personal deutlich mehr Raum bietet. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Infrastruktur: Die Station ist komplett mit Kühldecken ausgestattet, um ein optimales Klima zu gewährleisten. Zudem ist die Anlage zur Gewährleistung der Patientensicherheit notstromversorgt. „Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit ermöglicht die neue Dialyse-Technik eine signifikante Energie- und Wassereinsparung von 40 Prozent im Vergleich zur alten Technik“, erläutert Peter Neidhardt, Geschäftsbereichsleiter Bau und Technik.

Was wird auf der neuen Dialyse-Station angeboten?

Die Dialyse-Station am Klinikum Fulda ist auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten spezialisiert, deren Nieren ihre lebenswichtige Filterfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen können (Nierenversagen). Das zentrale Ziel ist es, das innere Gleichgewicht des Körpers durch Blutreinigungsverfahren wiederherzustellen und zu erhalten. Die Nierenersatztherapie übernimmt die essentielle Filter- und Regulationsfunktion der Niere: die Reinigung des Blutes von schädlichen Stoffwechselprodukten und die Entfernung von überschüssigem Wasser. Bei der Hämodialyse - der klassischen Blutwäsche - wird das Blut außerhalb des Körpers durch ein Gerät geleitet, den sogenannten Dialysator (die künstliche Niere). Hierbei werden giftige, im Blut gelöste Stoffe herausgefiltert und überschüssige Flüssigkeit entzogen. Bei der Peritonealdialyse dient das Bauchfell des Patienten als natürlicher Filter. Eine Flüssigkeit wird in die Bauchhöhle eingebracht, wo sie die Abfallstoffe aus dem Blut aufnimmt und anschließend abgelassen wird.

Spezialisierte Blutreinigungsverfahren

Neben der allgemeinen Blutwäsche bietet die Dialyse-Station zudem Therapien zur gezielten Entfernung von bestimmten, krankheitsverursachenden oder gefährlichen Substanzen aus dem Blut: Bei der Lipidapherese handelt es sich um eine gezielte Elimination von Blutfetten. Hier wird das Blut oder Plasma durch einen Filter geleitet, der überschüssiges Cholesterin (speziell LDL-Cholesterin) und andere schädliche Blutfette herausfängt. Dieses Verfahren ist entscheidend für Patienten mit extrem hohen Blutfettwerten, die durch Medikamente nicht ausreichend gesenkt werden können. Die Immunadsorption hingegen ist ein sehr feiner Filterprozess für das Blutplasma. Hierbei wird das Plasma über einen Spezialfilter geleitet, der gezielt krankmachende Antikörper und andere fehlgeleitete Eiweiße bindet und entfernt. Die Therapie wird oft bei schweren Autoimmunerkrankungen eingesetzt, bei denen der Körper sich selbst angreift. Bei der Plasmaseparation trennt eine Maschine das Blut in seine festen Bestandteile (Blutzellen) und die flüssige Komponente (Blutplasma). Das Plasma, das die schädlichen Substanzen enthält, wird entfernt und durch eine gesunde Ersatzflüssigkeit ersetzt.

Die neue Station, deren neuen Räumlichkeiten im Rahmen der offiziellen Eröffnung von der Klinikseelsorge gesegnet wurde, ist ein echtes Kompetenzzentrum, das für Patientinnen und Patienten mit Nierenproblemen nicht nur die Standard-Blutwäsche, sondern auch hochspezialisierte und individuell angepasste Reinigungstherapien anbietet. „Die neue Station bietet eine umfassende, technisch modernste Behandlung zur Entlastung und Reinigung des Blutes, die individuell auf die komplexen Krankheitsbilder der Patientinnen und Patienten zugeschnitten ist", so Prof. Haubitz abschließend.

Eröffnung der Dialyse-Station am Fuldaer Klinikum. Fotos: Janosch Hensel