Fußball 23.11.2025

Hessenliga – HSV taumelt und schenkt Führung her – Kassa verletzt raus

Hünfeld (pf) – Ganz bitter war dieser eiskalte Samstagnachmittag für den Hünfelder SV: Nach eigener Führung gab das Team von Coach Johannes Helmke das Heimspiel gegen den VfB Marburg in der Fußball-Hessenliga noch spät aus der Hand und verlor mit 1:2 (1:0) gegen die Mittelhessen, die dem HSV in der Tabelle auf die Pelle rücken.

Jemal Kassa (links) konnte das Spiel gegen den VfB Marburg um Jonas Pfalz verletzungsbedingt nicht beenden. Foto: Christine Görlich

Ein Spiel auf Augenhöhe sahen die Zuschauer bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt im Kühlschrank Rhönkampfbahn: Der HSV spielte eine gute erste Halbzeit, wenngleich es Möglichkeiten auf beiden Seiten gab. Marburg war allerdings dann in Hälfte zwei deutlich „giftiger und galliger“, wie es Hünfelds Trainer Johannes Helmke formulierte: „Das hat man von Minute 46 an gesehen. Sie wollten den Sieg mehr“. Mit Wechseln versuchte der Coach, gegenzusteuern, doch am Ende stand ein bitteres 1:2.

Jonas Simon hatte den HSV nach einem super Konter in Führung gebracht, vorher hatte Aaron Gadermann die Führung bereits auf dem Fuß. Weitere Chancen gab es, doch nutzte Hünfeld sie nicht. „Es gab noch zwei, drei richtig gute Möglichkeiten“, haderte Helmke. Mit dem Seitenwechsel hatte sich das Blatt dann gewendet. Wenige Minuten später brachte der VfB dann auch Hendrik Mittelstädt ins Spiel, der als Top-Transfer in seine Heimat zurückkehrte und seine Qualitäten und Drittliga-Erfahrung gleich einbrachte. Der 25-Jährige erzielte Mitte des zweiten Durchgangs den Ausgleich, Marburg war aber zuvor schon drauf und dran.

Noch bitterer wurde es dann für den HSV in der Schlussphase: Erst musste Jemal Kassa, der früher am Nachmittag das 2:0 auf dem Fuß hatte, verletzt raus, er knickte beim Aufkommen mit dem Fuß ohne gegnerische Einwirkung um, erste Diagnosen waren schwierig zu treffen. Wenig später kombinierte sich der Gast dann zum 2:1-Siegtreffer, wenn auch einige Zuschauer eine Abseitsposition gesehen haben dürften. Doch Helmke, dessen Team in Stadtallendorf einen vermeintlichen Siegtreffer wegen Abseits nicht bekam, suchte keine Entschuldigungen: „An dem Ergebnis sind wir heute nicht schuldlos. Natürlich ist der Zeitpunkt extrem bitter, aber man muss sich den Sieg auch erarbeiten. Das hat Marburg heute“. Das Mittelfeld der Hessenliga rückt damit noch enger zusammen, dem HSV tut die Niederlage weh: „Das muss es auch. Aber es war ein Spiel gegen einen ebenbürtigen Gegner – so wie die meisten. Man sieht kaum Unterschiede in der Hessenliga, von Platz drei bis vielleicht 16“. Sogar den Begriff Abstiegsplätze nahm der Hünfelder Trainer in den Mund und warnte: „Da musst du immer 90 Minuten auf der Höhe sein, und nicht nur 45“.

Hünfeld: Boureanu; Zöll, Dücker, Vogler, Fröhlich, Lindemann (74. Witkowski), Simon (64. Kemmerzell), Gadermann, Zentgraf, Kassa (85. Kocak), Trägler (62. Paliatka jr.).

Marburg: Purbs; Starostzik, Hendrich, Kuhlmann (56. Mittelstädt), Grönke, Künkel, Limani (90.+2 Lang), Haddou (46. Rechmann), Michel, Pfalz, Gaudermann.

Schiedsrichter: Michele Abbondanza (Kohlheck)

Tore: 1:0 Jonas Simon (17.), 1:1 Hendrik Mittelstädt (67.), 1:2 Gentrit Limani (88.)

Zuschauer: 160