Unter dem Motto „Gesunde Gefäße, gesundes Herz, den Herzinfarkt vermeiden“, setzte das Arzt-Patientenseminar genau dort an, wo Herzrisiken oft entstehen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Herzwochen steht die Koronare Herzkrankheit (KHK), eine Erkrankung, die sich leise entwickelt, oft über viele Jahre hinweg und erst auffällt, wenn Beschwerden wie Atemnot, Brustenge oder Brustschmerzen auftreten.
Laut Deutschem Herzbericht 2025 ist die KHK, die mit Abstand häufigste Herzerkrankung in der westlichen Welt. Allein in Deutschland sind rund 4,7 Millionen Menschen betroffen und jährlich sterben rund 120.000 Patienten daran. Dabei sind die häufigsten Ursachen für einen vorzeitigen Tod bei einer Koronare Herzkrankheit ein akuter Herzinfarkt, eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder ein plötzlicher Herztod.
Die Herzwochen wollen informieren, motivieren und ermutigen, aktiv auf Herzgesundheit zu achten. Wer sein Herz schützen will, kann heute bereits viel dafür tun durch regelmäßige Bewegung, richtige Ernährung und eine gesunde Lebensweise. In seinem Vortrag erläuterte Dr. med. Thomas Oettinger, Sektionsleiter Kardiologie und Oberarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Kardiologie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, dass Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen der Grund für eine KHK sind. Diese Ablagerungen verengen bzw. „verkalken“ die Gefäße zunehmend, wodurch das Herz weniger Sauerstoff bekommt. Diese sogenannten Plaques bestehen meist aus Fett, Cholesterin, entzündlichen Zellen, Bindegewebe und Kalzium. Ausführlich, aber leicht verständlich, erläuterte Dr. Oettinger den Prozess der Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) und wie es zu einer zunehmenden Verdickung der Gefäßwand kommt mit Einengung des Gefäßinnenraums bis hin zum teilweisen oder kompletten Verschluss des Gefäßes, der am Ende einen Herzinfarkt auslöst.
Besonders tückisch bei der Diagnosestellung ist, dass die Beschwerden bei Frauen und Männern sich unterschiedlich zeigen, so spielen bei Frauen hormonelle Einflüsse eine zentrale Rolle während andere Symptome unscheinbar seien. Genau das machte der Kardiologe eindrücklich klar. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren („Big Five“) wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht oder das Rauchen im Blick zu haben, regelmäßige Check-Ups zu machen und die eigene Lebensweise kritisch zu prüfen für eine wirksame Kardio-Prävention. Dr. Oettinger zeigte auf, welche Warnzeichen ernst zu nehmen sind und schlug einen Bogen zu möglichen Begleit- oder Folgeerkrankungen wie Vorhofflimmern oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
Besonders interessiert, lauschte das Publikum den praktischen Hinweisen und Möglichkeiten der Diagnostik. Wird eine koronare Herzkrankheit rechtzeitig erkannt, stehen heute wirksame moderne Therapieoptionen zur Verfügung. Sei es mit einer konservativen Therapie mit Medikamenten oder invasiveren Formen wie Katheterbehandlungen mit Stents oder Bypass-Operationen, die die Durchblutung bei einer KHK wiederherstellen. Besonders hervorgehoben, wurde ebenso die Wichtigkeit einer verlässlichen Nachsorge, um langfristig stabil zu bleiben und die Lebensqualität zu sichern.
Viele Gäste des Vortrags nutzten zwischendurch und im Anschluss die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre eigenen Erfahrungen einzubringen. Herzbeschwerden werden noch immer zu oft unterschätzt. Genau deshalb wolle man mit den Herzwochen die Menschen ermutigen, ihre Gesundheit aktiv anzugehen und Warnzeichen frühzeitig abklären zu lassen.
Dr. Oettinger betonte, dass Herzgesundheit bereits mit kleinen Schritten im Alltag beginnt und ein stimmiges Zusammenspiel von gutem Lebensstil, frühzeitiger Diagnostik und kontinuierlicher medizinischer Begleitung sei. Dies nahmen die Teilnehmenden mit und unterstrich nochmals das Ziel der Herzwochen: Wissen um Vorbeugung und Behandlung von Herzkrankheiten greifbar machen.
Mehr Informationen zu den Herzwochen finden Sie auf der Website der Deutschen Herzstiftung unter https://herzstiftung.de.
