Jahr für Jahr wird von einer verrückten Gruppenliga gesprochen, und doch setzt die Liga jede Runde gefühlt noch einen drauf. Beispiel: Der SV Großenlüder liegt aktuell kurz vor dem möglichen Abstiegsrelegationsplatz, hat aber nur drei Punkte Rückstand auf Platz drei. Doch Trainer Swen Kopp bremst: „Wir brauchen erst gar nicht nach da oben zu schauen. Klar waren in der Hinrunde ein, zwei Punkte mehr drin, aber du musst am Ende sehen, dass du sie holst“. Das gelang der Teutonia in Freiensteinau (1:3) zuletzt nicht, jetzt schließt sein Team das Kalenderjahr in Niederaula ab. Die Siege zuvor gegen Neuhof oder Aulatal zeigten aber das Potenzial der Mannschaft auf: „Wir sind nur schwankend darin, es abzurufen“, so Kopp: „In Freiensteinau war der Gegner zielstrebiger und ehrgeiziger als wir. Das, was wir die Spiele zuvor auf den Platz gebracht haben, brauchen wir wieder“. Beim Aufsteiger will Großenlüder das Jahr erfolgreich abschließen und „brennt“, so der Coach. Im Hinspiel (2:2) zeigte seine Truppe bereits nach 0:2-Rückstand Moral. Niederaula/Kerspenhausen wiederum liegt sechs Zähler hinter der Teutonia, hat aber noch ein Spiel in der Hinterhand. Umso wichtiger ist das direkte Aufeinandertreffen für beide. Das weiß auch Kopp: „Die Liga hängt komplett zusammen“.
Schon am Samstag (14.30 Uhr) kommt es am Noppen zum Duell zweier Teams, die jeweils in einer Kategorie zur Ligaspitze gehören: Künzell stellt mit 48 Treffern die beste Offensive, Sickels mit nur 18 Gegentoren bis dato die stabilste Defensive. Beide Mannschaften trennen drei Punkte, die Form spricht aber für den TSV: Fünf Spiele ohne Niederlage, darunter vier Siege, und Tabellenplatz zwei. Dennoch plagen Trainer Jochen Maikranz personelle Sorgen: „Der Kader ist aufgrund einer Krankheitswelle ausgedünnt. Die Ausgangslage sei ihm aber klar: Wer gewinnt, kann sich weiter oben festsetzen, wer verliert, muss nach unten schauen.“ Das Hinspiel entschieden die Gäste aus Sickels Mitte August mit 2:1 für sich – Sickels habe die Künzeller damals vor allem in Hälfte eins „vor echte Aufgaben gestellt“. Diesmal will der TSV selbst die Akzente setzen. Mit der stärksten Offensive der Liga, aber auch noch ohne ein einziges Spiel zu null, sieht Maikranz weiterhin Entwicklungspotenzial: „Das zeigt, dass wir uns noch enorm verbessern können und auch wollen. Wir wollen das Jahr gut abschließen, schauen aber von Spiel zu Spiel.“ Für zusätzliche Motivation sorgt auch die Fairness-Bilanz: Mit nur 20 Gelben Karten belegt Künzell Platz zwei in der Fairnesstabelle – direkt hinter Gegner Sickels (17 Gelbe Karten). Platzverweise kennen beide Teams nicht und sind damit auch alleine in der Gruppenliga.
Am letzten kompletten Spieltag vor dem Winter hat die Liga noch einiges mehr zu bieten: Mit Hönebach und Aulatal treffen am Sonntag der Letzte und der Erste im Nord-Duell aufeinander, wobei die SGA zuletzt strauchelte und der ESV noch immer auf einen Sieg wartet. Neuhof will derweil die SG Elters/Eckweisbach/Schwarbach abfangen, die zuletzt zweimal mit fünf Toren Unterscheid gewann.
Gruppenliga
Samstag
14.30 Uhr
Künzell – Sickels (am Noppen)
15 Uhr
Freiensteinau – Vogelsberg
Sonntag
14.30 Uhr
Niederaula/Kerspenhausen – Großenlüder (in Niederaula)
Bad Soden II – Thalau
Neuenstein – Bronnzell (in Untergeis)
Hönebach – Thalau
16 Uhr
