Die Bundespolizei simulierte in der Johannisau ein realitätsnahes Szenario eines Fußballspiels: „Wir konnten in der heutigen Übung einige Szenarien abbilden. In Zusammenarbeit mit der Thüringer Landespolizei aus Erfurt konnten wir gezielte Festnahmen und Maßnahmen durchführen“, erläuterte Polizeihauptkommissar und stellvertretender Leiter der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft, Christian Polny. Geübt wurden dabei klassische polizeiliche Maßnahmen wie Identitätsfeststellungen, Beweissicherungen und die Festnahme erkannter Straftäter.
Bereits auf dem Messegelände in Fulda-Galerie wurden die Busse beider Fanlager genauestens untersucht und die ersten „Randalierer“ festgenommen. Im Anschluss begleiteten die Einsatzkräfte die zwei rivalisierenden Fanlager getrennt voneinander bis zu ihren jeweiligen Fanblöcken im Stadion. Bereits auf den Weg zum Fußballspiel gab es realistische Szenarien wie Auseinandersetzungen, das Zünden von Pyrotechnik, verbale Beleidigungen und vieles mehr. Im Stadion selbst wurde ein Fußballspiel simuliert. Dabei ging es ruhig zu, bis es außerhalb der Fanblöcke zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans kam, die aus verschiedenen Gründen nicht ins Stadion gelassen wurden. Nach dem Spiel begleiteten die Beamten die Fans wieder zu ihren Bussen, wobei sie unvorbereitet auf eine Sitzblockade einer Aktivistengruppe trafen. Das Ende der Übung bildete schließlich die Abreise, bei der mehrere Gewaltbereite Fans und die Beamten aneinandergeraten sind.
Die Übungen sind Bestandteil einer zwölfwöchigen Fortbildung zur anschließenden Verwendung in der Beweissicherung- und Festnahmehundertschaft. Dabei bestand für die Beamten die Herausforderung, sich auf wechselnde Szenarien einzustellen und das taktische Verhalten sowie polizeiliche Maßnahmen entsprechend anzupassen. „Wir haben bereits einen Mehrwert herausgezogen und werden das auch noch weiter machen. Es war eine gelungene Übung und Fortbildung“, so Polny, der ein positives Fazit zog. „Es kam natürlich auch zu Ausschreitungen und Übergriffen, diese wurden aufgrund der Lagebewältigung abgearbeitet. Es ist alles im grünen Bereich.“ Für einen Platz in der Beweissicherung- und Festnahmehundertschaft brauchen die Einsatzkräfte ein dickes Fell, viel Motivation und müssen teamfähig sein.
