Lokales MKK 26.11.2025

Gegen die Parkplatznot: Parkhaus in Schlüchtern im Aufbau

Schlüchtern (pm/jah) – In Schlüchtern entsteht derzeit das einzige Parkhaus, um der Parkplatznot zu begegnen. Doch gebaut wird das neue Gebäude nicht etwa in der Innenstadt, sondern an der Peripherie in der Elmer Landstraße.

Am Rande des Schlüchterner Wohnparks Elmland am Stadtrand entsteht das neue Parkhaus. Foto: Ulrich Schwind

Bauherr ist die ELA 1 GmbH & Co.KG mit Architekt Carsten Kulbe an der Spitze. Die Parkstätte entsteht als letzter Bauabschnitt im neuen Wohnpark Elmland. Kulbe hat den Neubau zusammen mit dem Schlüchterner Fachplanungsbüro Fell sowie Hahner Technik in Petersberg entwickelt und nennt es „kleines City-Parkhaus“. „Es ist die Blaupause für ein großes Parkhaus in Schlüchtern“, sagt der Schlüchterner Architekt mit Blick auf die Parkprobleme in der Innenstadt. Eine solche Konstruktion mit entsprechenden Abmessungen könnte seiner Ansicht nach auch gut auf dem ehemaligen Heinlein-Gelände seinen Platz finden.

Die Firma Hahner ist ein weltweit tätiges Fachunternehmen für Metallbauarbeiten und hat gerade erst den Deutschen Metallbaupreis erhalten. Jetzt also bringen die Mitarbeiter ihre Ingenieurskunst auch in den Bergwinkel.

Im Elmland sind in den vergangenen Jahren mittlerweile rund 100 Wohnungen entstanden. Und die Besitzer beziehungsweise Mieter und zudem Besucher benötigen natürlich Parkraum, der in dem Komplex nur in begrenztem Rahmen verfügbar ist. Auch ein angegliedertes Garagenareal bringt da nur bedingt Abhilfe. Die Nachfrage nach Park- und Stellflächen ist weiterhin groß.

Abhilfe soll nun das neue Parkhaus mit 60 Stellplätzen bringen. Kürzlich wurde zu diesem Zweck das ursprüngliche Gebäude des Knothe-Baustoffhandels abgerissen. Es stand am Eingang des Wohnparks und beherbergte früher die Verkaufs- und Verwaltungsgebäude des Geschäfts. Auf der Grundfläche von rund 28 Metern mal gut 16 Metern entsteht nun das neue Objekt. Von Vorteil ist dabei die Hanglage des Areals. So ist es möglich, dass sowohl das Untergeschoss als auch das Erdgeschoss später ebenerdig zu erreichen sind. Lediglich für das Erreichen des ersten Obergeschosses ist eine Rampe nötig, bei der per Ampel Auf- und Abfahrt geregelt werden.

Die großen Vorteile der Stahlkonstruktion: Die Bauzeit ist wesentlich kürzer als beim Massivbau. Außerdem kommt diese im Innenbereich ohne Stützen aus, was das Befahren wesentlich vereinfacht. Lediglich die Außenwände sind tragend. Ein solches Gebäude gibt es übrigens bereits in Fuldas Unterstadt mit dem „Parkhaus Rosengarten“.

Im Detail wird die Konstruktion in Schlüchtern anders aussehen. So wird hier eine umfassende Begrünung das Parkhaus von außen ansprechend verhüllen. Und oben auf das Dach kommt eine Photovoltaikanlage, die direkt ihren Strom nach innen für schnellladende E-Plätze liefert.

Das City-Parkhaus wird mit dem so genannten „FreeFlow-System“ digital betrieben und ist ticketlos. Beim Einfahren wird das Kennzeichen des Autos mittels eines Scanners abgelesen. Das schrankenlose System mit Kassenautomaten, App und Buchungsplattform ist kosteneffizient und zuverlässig. Die Abrechnung erfolgt anschließend mittels EC-Karte oder komplett online. Es gibt faire Preise für Kurzparker oder auch Tarife für Tages- und Wochen-Einsteller. Die Plätze im Untergeschoss sollen fest verkauft werden.

Derzeit werden die von der Firma Thomas-Beton in Hünfeld gefertigten Stahlbetonelemente

der Außenwände für das Untergeschoss vor Ort versetzt. Die Metallkonstruktion soll von der Firma Hahner Anfang kommenden Jahres geliefert werden, so dass noch im Jahr 2026 das Parkhaus genutzt werden kann.