„Was ich heute Morgen erleben durfte, hat alle meine Erwartungen übertroffen“, sagte Margarete Hartmann: „Ich bin tief berührt, dass so viele von Ihnen gekommen sind – das ist nicht selbstverständlich und bedeutet mir sehr, sehr viel.“ Der Empfang sei auch eine Wertschätzung gegenüber dem Amt, dass sie begleite. „Die Aufgabe ist für mich nicht nur ein Ehrenamt, sondern eine Herzensangelegenheit“, sagte die Stadtverordnetenvorsteherin. In ihrem Amt habe sie viel erlebt: Hitzige Debatten, Kompromisse und die Begleitung von Projekten, die Fulda zu dem gemacht hätten, was es heute sei. Einen besonderen Dank richtete sie an ihre Familie, denn so ein Engagement sei nur möglich, wenn es vom Umfeld mitgetragen werde. „Meine drei Männer haben mich in all den Jahren nie gebremst“, dankte sie ihrem Ehemann Gottfried und ihren Söhnen Michael und Peter für die Unterstützung. Mittlerweile gehören auch zwei Schwiegertöchter und zwei Enkel zur Familie. Am Ende ihrer Dankesworte gab es Standing Ovation für die Jubilarin.
Die Schlange der Gratulanten vor dem Empfang war lang gewesen und es wurden noch zusätzliche Stühle in den Marmorsaal geholt, damit alle einen Platz fanden. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld stimmte zu einem gemeinsamen Geburtstagslied an und begrüßte viele der Gäste namentlich. Neben Familie und Freunden, waren zahlreiche Wegbegleiter aus der Politik gekommen, darunter unter anderem aktuelle und ehemalige Mitglieder aus Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, zahlreiche Ortsvorsteher, Bundes- und Landtagsabgeordnete und Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. Stadtpfarrer Stefan Buß und Prälat Christof Steinert waren ebenfalls gekommen. „Du hast Stadtgeschichte geschrieben“, wandte sich Wingenfeld an Margarete Hartmann. Sie sei nicht nur die erste Frau, die Stadtverordnetenvorsteherin in Fulda wurde, sondern in den 127 Jahren, die es das Gremium nun gebe, auch die Person, die am längsten an dessen Spitze stehe – seit dem Jahr 2006 und damit seit fast 20 Jahren, was auch in Hessen einmalig sei. „Aber es geht nicht um die Zahl der Jahre, sondern um die Art und Weise, wie du das Amt lebst“, sagte Wingenfeld. Die positive Atmosphäre in den städtischen Gremien, die von Respekt geprägt sei, sei auch der Souveränität und menschlichen Wirkung von Margarete Hartmann zu verdanken: „Du stehst für Heimatliebe, du stehst für Gemeinschaftssinn und du stehst für die Liebe zur Demokratie.“ Er sei sehr dankbar, dass Margarete Hartmann auch weiterhin zur Verfügung stehe, um Verantwortung zu übernehmen. „Du bist ein echter Glücksfall für die Demokratie und die Stadt Fulda“, schloss Wingenfeld seine Würdigung, bevor er gemeinsam mit Bürgermeister Dag Wehner und Stadtbaurat Daniel Schreiner einen Picknickkorb für gemeinsame Ausflüge mit der Familie und eine Bank mit Plakette übergab, die im Schlossgarten einen Platz finden soll.
Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Stefan Frauenholz erinnerte die Jubilarin daran, wie er gemeinsam mit ihr am 24. April 1989 die Treppe zum Fürstensaal zu ihrer ersten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hoch gegangen sei. „Die erste von mittlerweile 286, ich habe heute Nacht lange gezählt“, fügte er an: „Was du in den vergangenen 36,5 Jahren geleistet hast, ist beispiellos.“ Dabei sei Margarete Hartmann stets charmant, eloquent, präzise und neutral. „Du liebe Marga bist unsere First Lady, die erste Bürgerin der Stadt“, richtete auch CDU-Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann sich an die Jubilarin: „Du bist eine prägende Persönlichkeit und für viele von uns auch ein Vorbild. Wir sind sehr dankbar, dass du in unserer Fraktion bist und bleibst. Du bist unser Goldstück.“
Auch die Söhne hatten eine Überraschung für ihre Mutter. Nachdem sie vor zehn Jahren beim Empfang zum 60. Geburtstag einen Brief der damaligen CDU-Vorsitzenden Angela Merkel überreicht hatten, hatten sie sich diesmal ans Bundeskanzleramt gewandt – mit Erfolg. Sie konnten ein noch ungeöffnetes persönliches Glückwunschschreiben von Bundeskanzler Friedrich Merz überreichen. Einen Rahmen, um es neben den Brief von Angela Merkel zu hängen, hatten sie auch schon besorgt. „Du bist jemand, der für die Politik lebt“, begründeten sie, warum sie sich wieder für ein solches Geschenk entschieden hatten. Auch musikalisch trugen die beiden Söhne zum Empfang bei. Gemeinsam mit André Barthelmes und Markus Schmitt, zwei Freunden der Familie, präsentierten sie mehrere Songs.
Zur Person Margarete Hartmann:
Margarete Hartmann wurde am 8. November 1955 in Fulda geboren, aufgewachsen und bis heute wohnhaft ist sie in Mittelrode. Seit 1979 ist sie verheiratet mit Gottfried Hartmann, das Paar hat zwei Söhne. Inzwischen bereichern auch zwei Enkelkinder die Großfamilie. Beruflich war Hartmann nach dem Besuch der Einjährigen Höhere Handelsschule sowie der Privathandelsschule Herrmann Fulda im erlernten Beruf der Steuerfachgehilfin tätig. Sehr umfangreich ist das ehrenamtliche, insbesondere das kommunalpolitische Wirken der Jubilarin: Schon in jungen Jahren engagierte sie sich von 1977 bis 1993 im Ortsbeirat des Stadtteils Mittelrode. Bereits seit dem 1. April 1989, also schon seit mehr als 36 Jahren, ist Margarete Hartmann Mitglied der Stadtverordnetenversammlung; von 1993 bis 2006 war sie stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin, seit dem 24. April 2006 steht sie an der Spitze des Gremiums. Seit 1989 ist sie zudem Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses; der Betriebskommission des Eigenbetriebs „Parkstätten Energie und Wasser Fulda“ sowie der Verbandsversammlung des Abwasserverbands Fulda gehört sie seit 1993 an, das letztere Gremium leitet sie seit 2006 als Vorsitzende. Seit 2013 gehört sie auch dem Aufsichtsrat der RhönEnergie Fulda GmbH an, davor saß sie auch schon im Aufsichtsrat der Gas- und Wasserversorgung GWV (seit 2001). Auch das Projekt Fulda-Galerie, wo ab 1999 ein komplett neuer Stadtteil konzipiert und verwirklicht wurde, begleitete Hartmann in verschiedenen Funktionen intensiv.
