Lokales FD 16.11.2025

„Eine Million Sterne" – Caritasaktion bringt Kirche zum Leuchten

Fulda (pm/gü) – Mit vielen Kerzen wurde am Samstag die Fuldaer Stadtpfarrkirche zum Leuchten gebracht. Der Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa (RCV) nahm in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband für die Diözese Fulda (DiCV) und der Innenstadtpfarrei zum 19. Mal an der internationalen Solidaritätsaktion von Caritas international teil. In diesem Jahr stand „Eine Million Sterne“ unter dem Titel „Jugendliche in Mexiko engagieren sich für Gewaltfreiheit".

Foto: Justin Klenner.

Die Solidaritätsaktion begann in der Stadtpfarrkirche Fulda mit einem Gottesdienst, den Innenstadtpfarrer Stefan Buß zelebrierte, assistiert von Diakon Dr. Meins G.S. Coetsier. In einem Kurzvortrag ging Nadine Schupp von der Stabslle Sozialpolitik der Caritas, auf die herrschende Gewalt in Mexiko ein. Über 30.000 Morde im Jahr 2024 und 14.000 Menschen die gewaltsam verschwunden sind, sei eine erschütternde Realität. Betroffen seien Jugendliche und junge Erwachsene, die organisierten Verbrecherbanden und Drogenkartellen ausgeliefert seien. Ein Beispiel ist Mili. Sie leidet unter Schlafstörungen. Sie hat erlebt, dass eines Abends Unbekannt auf ihr Haus schossen, Kugeln durchschlugen das das Fenster und sie dachte, sie müsse sterben. Doch die Gewalttäter hatten sich im Haus geirrt. Zwei Wochenspäter kamen sie zurück und griffen das Nachbarhaus an. Junge Stimmen erheben sich gegen das ängstliche Schweigen der Mehrheit und die Angst. Beispielsweise treffen sich im Caritas-Zentrum regelmäßig fünfzehn junge Frauen und Männer. Sie alle haben Gewalt erlebt, sei es in der Familie in der Schule oder auf der Straße. In Schulungen und Workshops lernen sie Gewalt zu erkennen und mutig entgegenzutreten. Sie reflektieren ihre Gefühle, entdecken ihre Stärken und entwickeln Methoden, andere zu unterstützen.

Die Kollekte im Gottesdienst ging an das Projekt, das von Mitarbeitenden vor Ort von Caritas International, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbands (DCV) begleitet wird. Im Gottesdienst wirkten zudem mit Geschäftsführerin Susanne Saradj (RCV) und die Musikgruppe „Divine Concern" mit Addy Haas (Akkordeon), Thilo Tschorn (Gitarre) und Diakon Coetsier (Gitarre und Gesang). An der Caritastür „Caritas öffnet Türen“, konnten sich die Besucher von Ann-Katrin Jehn und Marie-Josephin Möller fotografieren lassen.

Caritas-Geschäftsführerin Susanne Saradj dankte für das Kommen, die Spenden und den Engagierten für die Mithilfe. Dabei hob sie Familie Bunk, Oberrombach hervor, die seit Jahren für den organisatorischen Rahmen sorgt. Es lohne sich zu sehen, was die Caritas vor Ort, aber auch weltweit an sozialen Hilfen und Förderungen in Projekten leiste.

 

Über die Aktion „Eine Million Sterne“

Die Caritas-Solidaritätsaktion findet seit 2007 jährlich in Deutschland an rund 80 Veranstaltungsorten statt und wird von Caritas International, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbands (DCV), bundesweit koordiniert. Entstanden ist die Idee im Jahr 1984 als Aktion „Dix millions des étoiles" („Zehn Millionen Sterne") in Annecy, Frankreich. Ehrenamtliche Caritas-Mitarbeitende verschenkten auf dem Weihnachtsmarkt Kerzen an Passanten und baten um Spenden für ihre Arbeit. 1991 veranstaltete Caritas Frankreich die Aktion zum ersten Mal landesweit. Inzwischen ist „Eine Million Sterne" eine Aktion des internationalen Caritas-Netzwerkes, die in Europa unter anderem in Belgien, Frankreich, dem Kosovo, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien und der Schweiz jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit durchgeführt wird. Durch die Lichteraktion an öffentlichen Plätzen in möglichst vielen Städten und Gemeinden durch tausende erstrahlende Lichter, wird ein Zeichen der Solidarität und für eine gerechtere Welt gesetzt.

Aktion „Eine Million Sterne" in der Stadtpfarrkirche. Fotos: Justin Klenner