Fußball 28.11.2025

Drei Jahre Sperre nach brutaler Attacke - Spieler auf Intensivstation

Fulda (pm/sim) – Das Kreissportgericht Fulda hat sein Urteil zu den massiven Ausschreitungen im Anschluss an das A-Junioren-Spiel zwischen HGM Fulda und dem JFV Burghaun/Haunetal gefällt. Unter dem Vorsitz von Andreas Hoffmann wurden hohe Geldstrafen sowie langjährige Sperren verhängt – in einem Verfahren, das ohne mündliche Verhandlung auskam.

Symbolfoto: Görlich Media.

„Beide Vereine haben klare Stellungnahmen abgegeben, und HGM Fulda hat durch den FV Horas eine lückenlose Aufklärung ermöglicht“, betont Hoffmann. Das habe sich strafmildernd ausgewirkt. Bereits während der Partie soll es zu Beleidigungen und zunehmenden Spannungen zwischen den Spielern gekommen sein. Zwei Platzverweise hatten die Atmosphäre zusätzlich aufgeheizt. Besonders schwer wiegt laut Hoffmann das Verhalten des HGM-Trainers, der gelichzeitig Platzordnerobmann war, der nach einem Feldverweis das Sportgelände sofort verließ und damit „jegliche Platzordnung aufhob“.

Nach dem Abpfiff eskalierte die Situation vollständig. Ein HGM-Spieler soll einem bereits am Boden liegenden JFV-Spieler in den Rücken getreten haben. Anschließend geriet ein weiterer Gästespieler ins Visier mehrerer HGM-Akteure – auf ihn sei regelrecht „Jagd gemacht“ worden. Der Jugendliche wurde lebensbedrohlich verletzt und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, wo er auf der Intensivstation behandelt wurde. Auch der Spieler, der den Tritt in den Rücken abbekam, kam per Rettungswagen in die Klinik. Mehrere Polizeistreifen waren vor Ort und nahmen die Vorfälle auf.

Das Sportgericht bewertete die Taten der HGM-Spieler und eines Betreuers als schweres Gruppenvergehen. Eine Schlägerei in der Gruppe gelte als besonders gravierend, wenn – wie in diesem Fall – schwere Körperverletzungen entstehen. „Die Beteiligung daran ist unabhängig von der Absicht als besonders schwer einzustufen“, erklärt Hoffmann.

Im Urteil wurden folgende Strafen festgelegt: HGM Fulda muss wegen Ausschreitungen und falschen Angaben im Spielbericht 375 Euro zahlen. Der Trainer erhält ein einjähriges Platzverbot für alle Spiele seines Vereins sowie der zugehörigen Spielgemeinschaften und eine Geldstrafe von 200 Euro. Ein Spieler, der während des Spiels eine Tätlichkeit beging, ist bis zum 1. April 2026 für maximal sechs Pflichtspiele gesperrt. Zwei Spieler, die für die lebensbedrohliche Verletzung eines Gegenspielers verantwortlich gewesen sind, sind für drei Jahre gesperrt. Ein weiterer Spieler, der mit einem „Kung-Fu-Tritt“ auf Kopfhöhe gegen einen bereits verletzten JFV-Spieler vorging, wurde für zwei Jahre gesperrt. Ein Betreuer, der nach Einschätzung des Gerichts weder deeskalierte noch selbst zurückhielt, erhielt ein einjähriges Platzverbot sowie eine Strafe von 200 Euro. Ein HGM-Spieler und ein JFV-Spieler wurden freigesprochen, da die Vorwürfe nicht abschließend bewiesen werden konnten.

Auf zusätzliche Konfliktlösungsmaßnahmen verzichtete das Sportgericht diesmal bewusst – unter anderem, weil eine ähnliche Maßnahme nach den Vorfällen im Mai 2025 in Hohe Luft Hersfeld als wirkungslos eingestuft wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; HGM Fulda kann Berufung einlegen.

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