Handball 14.11.2025

Derby-Fieber in Bad Hersfeld: Großenlüder/Hainzell reist zum Primus

Osthessen (jk) – Handballfans aus Osthessen kommen am Wochenende wieder voll auf ihre Kosten: In der Männer-Oberliga gastiert die HSG Großenlüder/Hainzell am Samstag (19 Uhr) beim TV Hersfeld zum Osthessen-Derby. Neben einem heißen Tanz wird eine tolle Stimmung den ganzen Tag über in der Geistalhalle erwartet. Nicht unterstützen können aber Frauen des TV Hersfeld – sie sind zeitgleich in der Regionalliga beim Tabellennachbarn TSG Eddersheim gefordert.

Ar­chiv­fo­to: Christine Görlich

Männer

Derby-Time in Bad Hersfeld: Wenn der TVH und die HSG Großenlüder/Hainzell aufeinandertreffen steht die Zeit im osthessischen Handball für 60 Minuten still – besonders, wenn allerlei Fans beider Lage in die Geistalhalle strömen. Nach der A-Jugend sowie dem Spiel der zweiten Mannschaft steigt am Samstag (19 Uhr) zum Abschluss des Tages noch das Oberliga-Derby – ein Highlight. „Für Großenlüder ist es immer ein Highlight – für uns ist es diesmal Erster gegen Dritter“, sagt TVH-Trainer Kai Hüter euphorisiert. Mit acht Siegen ist Hersfeld das einzige Team ohne Punktverlust, das will dr TVH nach dem Wochenende auch bleiben. „Wenn wir oben bleiben wollen, müssen wir gewinnen“, gibt Hüter die Marschroute vor. Das dies allerdings alles andere als einfach werden wird, weiß der Coach: Der Frust vom letzten Duell sitzt noch tief: „Sie hauen auf alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist“, erinnert sich der TVH-Trainer, fokussiert sich jedoch auf seine Mannschaft: „Wir müssen die Deckung genauso wie letzte Saison stellen und Großenlüder damit vor Probleme stellen“. Besonders auf die Dimmerling-Brüder müsse Hersfeld achten. „Wir müssen die erste und zweite Welle über Lukas stoppen und Henrik vom Tor weghalten“, weiß Hüter. Ein großer Faktor für das Derby sei das Publikum – die Halle soll Beben. „In Twistetal haben sie schonmal geübt“, lobt Hüter die Fans, der sich außerdem auf ein Wiedersehen mit Sebastian Peppler freut: „Wir sind sonst immer mit den zweiten Mannschaften aufeinandergetroffen. Es ist schön, dass wir uns nun mit den ersten treffen“. Personell sind bis auf die Langzeitverletzten alle an Bord.

„Sie sind ungeschlagen, und das haben sie sich erarbeitet“, sagt wiederum HSG-Trainer Peppler. Im Gegensatz zu Großenlüder/Hainzell habe Hersfeld alle Spiele gewonnen, die HSG hingegen hat bereits ein Unentschieden und Niederlage stehen. „Sie surfen auf einer Welle. Das wird eine Herkulesaufgabe“. Doch zurückhalten werden sich die Lüderer nicht: „Wir wollen unser Bestes geben und das Spiel so lange wie möglich offenhalten“. Dabei komme es besonders auf wenige Fehler und Kontrolle über die Reinhardt-Brüder Finn und Lasse an. „Sie sind die Köpfe in Hersfeld. Man darf es aber auch nicht nur auf sie herunterbrechen“, betont Peppler und fügt an. „Wir müssen die Defensive in den Griff bekommen, vorne gute Entscheidungen treffen und hellwach sein“. Auch der Gäste-Coach sieht in der Kulisse eine große Motivation. „Wenn da keiner motiviert wäre, vor vielen Zuschauern zu spielen, wären wir fehl am Platz“. Die Spieler können es jedenfalls kaum erwarten: „In Hersfeld ist immer gute Stimmung, gerade in solchen Spielen. Für unsere Jungen ist es das erste Mal vor so einer Kulisse – und für die Älteren mal wieder schön“.

Bereits um 18.30 Uhr ist der Hünfelder SV dran und spielt zuhause gegen die HSG Fuldatal/Wolfsanger – auch hier trifft der Begriff Herkulesaufgabe zu. Der HSV ist noch ohne Punkte, und braucht wohl einen Sahnetag, um das am Samstag zu ändern.

 

Frauen

„Wir müssen unsere technischen Fehler abstellen und mehr Durchschlagskraft haben“, erwartet Trainerin Sabine Teichmann eine klare Linie im Spiel ihres TVH: Gegen Baunatal am zweiten Spieltag habe der Regionalliga-Aufsteiger aus Osthessen dies beispielsweise umgesetzt – das möchte Teichmann auch am Samstag beim direkten Tabellennachbarn Eddersheim sehen. In der Vergangenheit spielte die TSG eine gute Rolle, doch in dieser Saison bekommen die Gastgeberinnen nicht noch wirklich ihre PS aufs Parkett – ähnlich wie Hersfeld. Zwei Mal durfte der TVH in dieser Saison jubeln, für den Klassenerhalt muss der Punktschnitt ansteigen. „Wir haben noch zu viel Respekt vor den Gegnern. Dann sind es noch andere Hallen und Atmosphären und lange Busfahrten – daran muss man sich erstmal gewöhnen“, erklärt Teichmann, betont aber; „Das ist Jammern auf hohem Niveau. Der Rest muss auch damit klarkommen“. In Eddersheim (Samstag, 19 Uhr) warnt die Trainerin besonders vor Giulia Lützkendorf, die mit 154 Treffern in der vergangenen Saison die meisten Tore in der Regionalliga erzielte. Auch wenn Hersfeld auswärts bislang noch keine Zähler eingefahren hat, möchte die Trainerin ein anderes Auftreten sehen. „Wir müssen 120 Prozent geben“. Personell muss Teichmann aufgrund des Wegfalls von Marie Dorst (berufsbedingt) für drei Wochen in der Defensive kreativ werden. Auch hinter einem Einsatz von Luisa Teichmann steht noch ein Fragezeichen. 

In der Frauen-Oberliga Nord müssen die osthessischen Mannschaften am Sonntag gegen die beiden Spitzenteams ran: Um 16.30 Uhr reist die Zweitvertretung des TV Hersfeld nach Reichensachsen zum Tabellenzweiten. Ab 17 Uhr hat die HSG Großenlüder/Hainzell mit der HSG aus dem Wesetal eine ähnlich schwere Aufgabe, allerdings zuhause. Beide hiesigen Vertreter haben am Sonntag die Möglichkeit, ihren Gegnern die ersten Punktverluste beizubringen.