Dagmar Krause und Michael Sasse von „Offen für Vielfalt“ freuten sich, die zahlreichen Interessierteren begrüßen zu dürfen: „Wir dürfen heute zum ersten Mal eine Veranstaltung in Fulda ausrichten und wir hoffen, dass dies in Zukunft noch mehr werden.“ Die Initiative sei 2018 nach den Ausschreitungen in Chemnitz gegründet worden und habe besonders im Rahmen des Ukrainekonflikts die Lieferung von Erste Hilfe Produkten in die Ukraine unterstützt. „Auch hier in Fulda ist der Hilfskonvoi ein fester Bestandteil, mit im Gepäck ist eine große Ladung Solidarität.“ Um die Lesung nicht wortlos stehen zu lassen, folge im Anschluss an die Lesung eine Diskussion: Zum einen mit Boris Mijatovic (Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe) um die Verteidigung von Menschenrechten im Krieg, und zum anderen mit Prof. Dr. Claudia Wiesner (Professorin für Politikwissenschaften an der Hochschule Fulda) über Freiheit, Krieg und Frieden. Alle Spenden und Einnahmen der Veranstaltung fließen an die Hilfsorganisation People for People Fulda, die direkt nach der Veranstaltung am Samstagabend von der Lesung mit dem 53. Hilfskonvoi in die Ukraine aufbrechen wird.
Stadtrat Jochen Kohlert hieß die Anwesenden herzlich willkommen und dankte „Offen für Vielfalt“ für ein Engagement, das „absolut vorbildhaft“ sei. Über die Lesung von Autor Stephan Orth freue er sich sehr: „Nicht nur, weil es ein spannendes Buch ist, sondern weil ‚Couchsurfing im Iran‘ mich geprägt hat.“ Im Anschluss an die Lektüre habe er selbst das Couchsurfen im Iran und zahlreichen weiteren Ländern begonnen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Ulrike Gruska, Osteuropaexpertin und Pressesprecherin von Reporter ohne Grenzen. Auch sie dankte der Initiative: „Wenn man sich viel mit Außenpolitik beschäftigt, dann wird man mut- und hoffnungslos.“ Es seien dann „Demokratinnen und Demokraten in Vollzeit“, eben wie die Initiative, die sie Mut und Hoffnung zurückgewinnen lassen würden. Für die Menschen in der Ukraine seien Veranstaltungen wie diese nicht nur aufgrund der Hilfslieferungen wichtig, sondern auch, weil sie bemerken würden, dass Menschen zuhören und Anteil nehmen. So leitete sie die Lesung mit einer Definition das Couchsurfings ein, das durch das Übernachten bei fremden Personen, die über ein Online-Portal einen Schlafplatz zur Verfügung stellen, „eine besondere Art des Reisens und eine tolle Möglichkeit für Journalistinnen und Journalisten, zu recherchieren“ sei.
Spiegel-Bestsellerautor Stephan Orth berichtete in seinem Multimedia-Vortrag von seiner monatelangen Reise durch die Ukraine, begleitet von Fotos, zahlreichen Geschichten und Eindrücken sowie ukrainische Live-Musik. Neben zahlreichen Informationsständen der beteiligten Organisationen gab es zudem typisch ukrainisches Gebäck.
