Lokales FD 26.11.2025

Buchvorstellung: Zeitzeugen berichten über zweiten Weltkrieg

Fulda – Von Justin Klenner – Buchautor Günter Sagan leistet bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu Erhaltung der Fuldaer Geschichte. In seinem neuesten Werk „Der Zweite Weltkrieg in Zeitzeugenberichten aus der Region Fulda“ belebt er die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs mit bisher unbekannten Originaldokumenten, Aufzeichnungen und Berichten von Zeitzeugen wieder zum Leben. Am Dienstagmorgen gab Sagen bei einer Buchvorstellung im Grünen Zimmer im Stadtschloss einen kleinen Einblick in die Inhalte.

Von links: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Autor Günter Sagan und Verleger Thomas Imhof. Fotos: Justin Klenner.

„Es ist ein Privileg, dass sie sich darum bemühen, die Geschichte des Ortes Fulda weiterhin zu bewahren“, freute sich Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. In einer eigenen Ausgabe konnte Wingenfeld bereits im Vorfeld ein paar Seiten durchblättern und verlor sich in den Inhalten. Im Buch werden viele Themen, bekannte Ortschaften und die Geschehnisse im Landkreis Fulda thematisiert. Das Buch versucht, anhand eines vielstimmigen Chores von Zeitzeugen von bisher unbekannten Originaldokumenten, Aufzeichnungen und zeitgebundenen Tagebüchern die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs aufleben zu lassen. Der entstehende, authentische Zugang liefert auch einen Beitrag zur Heimatgeschichte. Zeitzeugenberichte bieten Einblicke in den Alltag der „kleinen Leute“, ihre Sorgen und die 60-Stunden-Wochen, die in den letzten Kriegswochen unter ständiger Lebensgefahr abgeleistet werden mussten. Dabei stoßen die Leser vermehrt auf Informationen und Geschichten über bekannte Orte in der Stadt, die ihnen vorher nicht bekannt gewesen waren. „Mir war vorher nicht bekannt, dass am Landhof vermehrt Hinrichtungen stattgefunden haben“, wunderte sich beispielsweise der Rathauschef. Daher freute sich Wingenfeld umso mehr, dass Sagan bereits seit über zwei Jahrzehnten mit dem Imhof-Verlag aus Petersberg zusammenarbeitet, um die Fuldaer Vergangenheit immer wieder aufzugreifen und neu zu beleben. „Bitte dokumentieren sie ihr Wissen weiterhin, denn wir brauchen das Wissen“, richtete sich Wingenfeld an den Autor. Die Gespräche mit Zeitzeugen sind unter anderem in Online-Archiven dokumentiert.

Günter Sagan selbst betonte, dass die Inhalte im Buch so aufgearbeitet wurden, dass sie problemlos in den Schulen verwendet werden können. Während seiner Recherchearbeit besuchte der Autor vermehrt die Archive in Deutschland, aber auch in den USA. „Mit seinem neuen Buch leistet Sagan einen wichtigen Beitrag der Erinnerungskultur“, lobte Thomas Imhof vom Imhof-Verlag und fügte an: „Für die außergewöhnliche Leistung, auch sensible Themen sichtbar zu machen, möchte ich ihnen herzlich danken.“ Die Stadt Fulda unterstützt die Veröffentlichung des Werks, das 184 Seiten umfassende Werk ist ab sofort für 19,95 Euro erhältlich.

Buchvorstellung des neuen Werkes von Günter Sagan im Stadtschloss. Fotos: Justin Klenner