Lokales FD 07.11.2025

Brutaler Mord in Spielhalle: 27-Jähriger vor Gericht – 43 Stiche

Fulda (jk/pf) – Am Landgericht Fulda wird seit Donnerstag einer der schockierenden Fälle der vergangenen Jahre verhandelt: Einem heute 27-Jährigen wird vorgeworfen, seine Ex-Partnerin „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ ermordet zu haben. Ihm wird eine brutale Attacke zur Last gelegt: In einer Spielothek in der Heidelsteinstraße, wo das 23-jährige Opfer arbeitete, soll er am 10. Mai dieses Jahres insgesamt 43-mal auf sie eingestochen haben. Der Vorfall wurde von der Überwaschungskamera der Spielothek aufgezeichnet (update).

Fotos: Justin Klenner

In der Spielothek in der Fuldaer Heidelsteinstraße hatte sich die Bluttat ereignet. Archivfoto: Fuldamedia

Der Prozessauftakt am Donnerstag startete erstmal etwas verspätet, dann verlas die Staatsanwaltschaft die Anklage. Dem 27-Jährigen wird vorgeworfen, am Abend des 10. Mai 2025 insgesamt 43-mal mit einem Butterfly-Messer mit einer Klingenlänge von zehn Zentimetern auf seine Ex-Partnerin eingestochen zu haben. Zunächst soll sich die Frau noch gewehrt und bewegt haben, doch der Angeklagte hörte nicht auf. Zwei bis zweieinhalb Minuten soll die Tat gedauert haben, das Opfer starb durch Stich- und Schnittverletzungen an Gesicht, Hals und Oberkörper.

Auch die familiären Hintergründe waren Thema zum Prozessstart: Der Angeklagte ist in Rumänien geboren, lebte mit der Frau aber zuletzt in Frankreich, in der Nähe seiner Familie. Schon dort habe häusliche Gewalt auf der Tagesordnung gestanden. Das Opfer reiste im März 2025 mit den beiden Kindern zur Mutter nach Fulda und habe sich getrennt. Der Angeklagte habe das nicht akzeptieren wollen und die Frau mehrfach bedroht, ehe er im Mai nachreiste. Der 27-jährige versuchte, seine Ex-Partnerin wieder zurückzugewinnen, jedoch ohne Erfolg. Am 10. Mai dieses Jahres habe er die Frau in der Spielothek aufgesucht und ihr gedroht. „Er drohte ihr immer wieder, dass er sie umbringe. Damit sie kein anderer Mann bekommt“, verlas Staatsanwalt Andreas Hellmich aus der Anklageschrift. Das Opfer schenkte den Drohungen des Angeklagten keine Glaubwürdigkeit und provozierte ihn. „Mach doch, bring mich um“, soll sie gesagt haben. In Wut stach der Angeklagte schließlich 43-mal auf die Frau ein. Die Frau wehrte sich und soll nach dem ersten Angriff ihren rechten Arm leicht bewegt haben. Dies habe dazu geführt, dass der 27-jährige die Frau ein zweites Mal angreift. Die gesamte Tat sei von den Überwachungskameras im Gebäude aufgezeichnet worden. Zum Zeitpunkt der Tat war der Angeklagte 26, das Opfer 23 Jahre alt.

Der Angeklagte schaute während des Prozessauftakts überwiegend stur nach unten, blickte nur bei Fragen seines Verteidigers oder des Richters kurz auf. Die Mutter des Opfers, ebenfalls aus Rumänien, saß aufgelöst unter Tränen auf der Bank der Nebenklage. Nach dem Prozessauftakt richtete sie die Frage an den Mann: „Hast du nicht daran gedacht, dass du den Kindern nicht nur die Mutter, sondern auch den Vater wegnimmst?“. Der Angeklagte blickte jedoch nicht zu ihr.  Zwischenzeitlich gab es noch einen kleinen Disput im Gericht zwischen der Dolmetscherin und dem Verteidiger des Angeklagten: Sie wollte sich für eine bessere Übersicht in die erste Reihe setzten, der Verteidiger verweigerte dies aber und verlangte, dass sie sich neben den Angeklagten setzen soll, um bei möglichen Fragen zu übersetzten. Die Rechtsanwältin der Mutter, Daniela Saftiuc, zeigte sich schockiert über die Gewalteinwirkungen des 27-Jährigen nach Ansehen der Videoaufnahmen „Es ist nicht nachvollziehbar. Ich war sehr geschockt darüber. Wie man jemanden so ins Gesicht stechen kann, ist brutal. Das macht nur ein Tier“. Der Angeklagte wiederum soll beim nächsten Termin am 20. November angehört werden.

 

 

Immer ganz schnell informiert mit unseren Push-Nachrichten oder über unseren WhatsApp-Kanal - Registrierung hier:  https://whatsapp.com/channel/0029VaCj4vq3GJP18XQ5Ng2r

Zu den Push-Nachrichten:  Wir haben eine App, über die wir die Push-Benachrichtigungen für die iPhone- und iPad-Besitzer verschicken. Damit werden dann auch alle iOS-Nutzer sofort informiert.  Die Osthessen-Zeitung-App bekommen Sie im App-Store zum kostenlosen Download.