Lokales FD 01.11.2025

Ära Helfrich geht in Poppenhausen zu Ende: Rhönkanzler blickt zurück

Poppenhausen (jah) – Eine Ära geht zu Ende: 24 Jahre lang bekleidete Manfred Helfrich das Amt des Bürgermeisters in Poppenhausen. Im November 2024 verkündete der heute 68-Jährige, nicht für eine erneute Amtszeit zu kandidieren, seinen Platz übernimmt ab dem 31. Oktober Alexandra Ballweg als neue Bürgermeisterin – das Datum markiert gleichzeitig den letzten Arbeitstag Helfrichs, der auf ein knappes Vierteljahrhundert als Rathauschef zurückblickt.

Die Ära Manfred Helfrich geht zu Ende. Foto: Andreas Schellenberg

Durchaus etwas wehmütig äußert sich der als „Rhönkanzler“ bekannte Manfred Helfrich, wenn er in den letzten Monaten an das bevorstehende Ende seiner Amtszeit gedacht hat: „Das war das vorherrschende Gefühl in den letzten Monaten: Das letzte Mal den Jahresempfang organisieren und dort die Rede zum Jahreswechsel halten, das letzte Mal die Regionalmärkte oder die Sommerabend-Konzerte eröffnen, das letzte Mal Jahreshauptversammlungen der Feuerwehren oder Ortsbeiratssitzungen. All das war mit etwas Abschiedsstimmung verbunden. Das war insgesamt ein komisches Gefühl.“ Dennoch ist Helfrich stolz auf das, was er als Rathauschef in den vergangenen 24 Jahren erreicht hat – mit Recht. Zahlreiche größere Projekte fielen unter die Verantwortung Helfrichs, von Neubauten und Sanierungen über die Initiierung und Vergabe von Neubaugebieten bis hin zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft inklusive Steigerung auf circa 1500 Arbeitsplätze in der Gemeinde. „Wir haben heute eine gut aufgestellte, selbstbewusste Gemeinde mit einer hoffnungsvollen Zukunft. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, es gibt keinen Investitionsstau und keinen nennenswerten Leerstand, die Infrastruktur ist für eine Gemeinde unserer Größenordnung mit circa 2800 Einwohnern überproportional gut.“

Trotz der langen und erfolgreichen Zeit als Bürgermeister der Rhön-Gemeinde freut sich der 68-Jährige nun darauf, in Zukunft etwas kürzer treten zu können – schließlich habe Helfrich in den vergangenen Jahren wenig Zeit gehabt, Freundschaften zu pflegen, zu verreisen oder ausreichend Zeit mit der Familie zu verbringen. „Ich werde erst einmal versuchen, etwas herunterzufahren, zur Ruhe zu kommen, mich zu sammeln und Abstand zu gewinnen. Ich will mir mehr Zeit für meine Frau und die Familie nehmen, außerdem habe ich zuhause auch noch ein paar Baustellen. Da gibt es einiges zu tun, zu reparieren, zu sanieren, das gehe ich dann an – schließlich verfüge ich über etwas handwerkliches Geschick“, schmunzelt Helfrich. Gänzlich zurückziehen will sich der 68-Jährige allerdings nicht, ehrenamtliche Engagements und Tätigkeiten in Vereinen sind weiterhin geplant. „Trotzdem werde ich die Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, am Bauhof und in den Kinderbildungseinrichtungen vermissen. Mit allen gab es eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, gute Fachgespräche und auch privat wusste man einfach voneinander. Daneben natürlich auch die Gespräche und Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern.“

Von diesen hofft Helfrich, positiv in Erinnerung behalten zu werden: „Mir war und ist es sehr wichtig, dass sich die Menschen wohlfühlen bei uns und eine hohe Aufenthalts- sowie Lebensqualität genießen können. Letztlich soll auch ein Gefühl bleiben: Der hat angepackt, der hat entschieden, der hat gemacht. Und das nicht alleine, immer in Abstimmung und immer mit der Entschlossenheit, weiterzukommen – stets mit dem Ziel, für seine Gemeinde das Beste zu erreichen“, betont Helfrich und wünscht sich das auch von seiner Nachfolgerin Alexandra Ballweg, wie er abschließend sagt: „Ich wünsche Ihr, dass sie sich zügig in ihre neue, komplexe Aufgabenstellung einarbeitet, dass sie ihren eigenen Weg findet, eine konstruktive Politik für die Bürgerschaft macht und dass sie unsere, ihr anvertraute, Gemeinde in eine hoffnungsvolle Zukunft führt. Dafür wünsche ich Ihr alles Gute, viel Glück und insgesamt ein gutes Gelingen.“