Fußball 12.11.2025

A-Junioren-Kreisliga – Nach Faustschlag: HGM zieht Mannschaft zurück

Fulda (jk) – Die Jugendspielgemeinschaft HGM Fulda zieht ihre A-Junioren aus dem Spielbetrieb der Fußball-Kreisliga A zurück. Der Grund ist eine erneute Schlägerei beim Heimspiel gegen den JFV Burghaun/Haunetal (1:3) am 1. November. Dabei soll ein HGM-Spieler zwei Gäste-Spieler verprügelt haben, woraufhin einer anschließend ins Krankenhaus musste. Die Vereinsverantwortlichen treffen sich am Mittwoch, um nochmal über den Vorfall zu beraten.

Symbolfoto: Görlich Media.

Bereits während des Spiels soll es zu Beleidigungen zwischen den Spielern gekommen sein. Nach ersten Erkenntnissen eskalierte die Situation nach dem  Abpfiff und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dabei habe ein Spieler der HGM zwei Spieler der Gäste verprügelt – einen sogar krankenhausreif. Es ist bereits der zweite, derartige Vorfall innerhalb eines Jahres mit HGM-Beteiligung: Schon am 7. September 2024 kam es beim Auswärtsspiel gegen den FSV Hohe Luft nach Abpfiff zu einer Rudelbildung mit Tätlichkeiten auf beiden Seiten. Dabei erhielten drei Hersfelder sowie ein HGM-Spieler eine Sperre von jeweils zwölf Pflichtspielen, HGM Fulda wurde darüber hinaus zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt – nach den neuerlichen Vorfällen haben die Verantwortlichen der Jugendspielgemeinschaft nun die Konsequenzen gezogen und melden die A-Juniorenmannschaft vom Spielbetrieb ab. „Da haben wir als Jugendleiter dann gesagt, dass wir es nicht mehr machen mit der A-Jugend“, erklärte HGM-Jugendleiter Stephan Ulrich nach dem jüngsten Vorfall. Damals musste die Mannschaft ein Konfliktlösungsseminar abhalten, dies habe aber wohl nicht bei jedem gefruchtet. Ob der nun bei den Vorfällen gegen den JFV Burghaun/Haunetal beteiligte Spieler an dem Seminar teilgenommen hat, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. Ulrich betonte allerdings auch: „Auch unabhängig von so einer Schulung geht sowas einfach nicht“.

Die Gründe für die körperliche Auseinandersetzung seien aktuell noch unklar, der Jugendleiter habe jedoch eine Vermutung. „Ich vermute, dass es wie immer bei den Jugendlichen eine wechselseitige Beleidigung war. Wer mit welchen Worten angefangen hat, weiß ich nicht.“ Auch wenn Beleidigungen nichts im Fußball zu suchen haben, gehöre ein wenig „Trashtalken“ im gesunden Rahmen dazu, findet Ulrich. „Aber am Schluss können wir als Verein nicht verantworten, den Leuten eine Bühne dafür zu bieten, ihre Aggression auszuüben“, betonte er. Eine Prognose für die kommende Saison konnte Ulrich noch nicht geben: Am Mittwoch setzen sich die Jugendleiter aller vier Stammvereine der Jugendspielgemeinschaft zusammen und werden darüber beraten. „Jeder Verein muss für sich selbst entscheiden. Die, die dabei waren, werde keine Heimat mehr bei uns haben.“ Die restlichen Spieler sollen mit Trainingseinheiten weiterhin im Verein gehalten werden. „Es ist keine Kollektivstrafe. Es ist eine Maßnahme, dass wir sowas nicht tolerieren“, hob der Jugendleiter hervor. Die Spieler hätten für den drastischen Schritt jedenfalls Verständnis gezeigt. Abschließend stellte Ulrich nochmal klar: „Es war ein Horaser Spieler dabei. Für die Beurteilung ist es aber irrelevant. Als Spielgemeinschaft trifft es uns alle und wir werden es gemeinsam durchstehen.“