Hockey 18.11.2025

4. Verbandsliga – Fuldaer HC zieht sich aus dem Spielbetrieb zurück

Fulda (jk) – Die Hockey-Saison für den Fuldaer HC ist beendet, bevor sie überhaupt richtig starten konnte: Aufgrund von Personalsorgen, die sich über die letzten Jahre zugespitzt haben, hat sich der Verein dazu entschieden, die Mannschaft aus dem Spielbetrieb der 4. Verbandsliga zurückzuziehen. Trainer John Paul Sanico gibt aktuelle Einblicke in die Zukunft des FHC und spricht unter anderem über die Jugend- und Frauenmannschaften.

Trainer John Paul Sanico und seine Jungs werden in dieser Saison kein Ligaspiel absolvieren. Foto: Christine Görlich

„Es ist bitter für die, die regelmäßig ins Training kommen“, bedauert Sanico den Rückzug der Mannschaft. Anfang September unterhielt sich der Trainer mit seinen Spielern und sprach unter anderem die bereits seit Jahren durchwachsene Personaldecke an. „Viele wussten nicht, ob sie zu 100 Prozent zu den Spieltagen da sein können. Das ist dann schwierig“, erklärt er. Bereits in der vergangenen Saison hatte der FHC große Sorgen. Teilweise stand das Team mit lediglich sechs Spielern auf dem Feld und auch Sanico selbst half öfters als Torhüter aus. „Da haben wir uns entschieden, aus der Liga auszutreten“. Aufgrund fehlenden Unterbaus könne auch keine jungen Spieler aus den eigenen Reihen nachgezogen werden, um die Lücken zu füllen. Das Ziel für die nächste Saison steht jedenfalls fest: „Wir wollen dann wieder dabei sein“, betont Sanico.

Auch wenn die Fuldaer in diesem Jahr nicht in der 4. Verbandsliga antreten, wusste der Trainer einen Tag vor dem offiziellen Ligastart nicht einmal, ob diese überhaupt stattfindet. Der Hessische Verband möchte in der Klasse von der Turnierform auf das Spielmodell mit Hin- und Rückrunde wechseln. Dies stoße allerdings den Mannschaften sauer auf, so auch dem FHC. „Alle Mannschaften wollen die Turnierform. Keiner will nach Wiesbaden, Frankfurt oder sonst wo hinfahren, um nur ein Spiel zu spielen“. Zudem werde für eine Liga mit Hin- und Rückrunde bei jedem Spieltag ein Schiedsrichter benötigt. In der Turnierform wird es aktuell anders geregelt. „Da pfeift ein Spieler der Mannschaft, die gerade nicht spielt“, erklärt Sanico. Dies würde im Falle eines Systems mit Hin- und Rückrunde wegfallen und für die Vereine zusätzlichen Aufwand und Kosten bedeuten.

Bei den Frauen des FHC sieht es etwas besser aus. Im Durchschnitt nehmen neun Spielerinnen im Training teil. „Das ist eine Beteiligung von etwa 80 Prozent“, freut sich Sanico. Am Donnerstag bei einem Schnuppertraining schaute auch nochmal die eine oder andere neue Spielerin vorbei, auch eine Torhüterin hat der Club womöglich in Aussicht. „Sie hat schon in Marburg gespielt und ist frisch nach Fulda gezogen“, erklärt der Coach. „Es hat beim Schnuppertraining zumindest so ausgesehen, dass sie weiterhin bei uns mittrainieren möchte“. In Zukunft sollen die Frauen des FHC dann auch an Freundschaftsspielen in einer Turnierform teilnehmen. „Leider war die Anmeldung dafür zu spät. Sie haben aber alle richtig Bock“, freut sich der Trainer.

Beim Nachwuchs des Fuldaer Hockey-Clubs sieht es ähnlich aus. Auch wenn es bislang im Training gut läuft, ist die Beteiligung der Jungs aber noch durchwachsen. „Etwa 90 Prozent sind Mädchen“, erklärt Sanico. Der Grund dafür sei ihm bewusst, viele würden mehrere Sportarten ausprobieren: „Die Jungs wissen noch nicht, was sie wollen. Fußball, Handball, Hockey und so weiter“.