Lokales FD 05.05.2025

Zweirad-Kontrollen auf der Wasserkuppe – Nur zufriedene Gesichter

Gersfeld (sk) – Das Polizeipräsidium Osthessen führt alljährlich zu Saisonbeginn zielgerichtete Kontrollen durch und macht Motoradfahrer auf die für sie größten Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam. Am Sonntag auf der Wasserkuppe gab es witterungsbedingt nur wenige Kontrollen und diese nur mit einigen kleineren Beanstandungen, wofür Einsatzleiter Mirko Reuß lobende Worte für die Fahrer hatte (update 15.25 Uhr).

Foto: Stefan Krug.

Der Termin, welcher ursprünglich schon Anfang April geplant war, fand dieses Mal aufgrund des schönen Wetters in den vergangenen Tagen und Wochen für einige Biker schon nach einigen längeren Touren statt. Neben der Kontrolle stand die Prävention im Vordergrund. Die Polizei und auch die Verkehrswacht sensibilisierten die Fahrer für Gefahren. Julissa Sauermann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums erklärte: „Wir führen zum Auftakt der Saison mit uniformierten und zivilen Kräften hier oben auf der Wasserkuppe Kontrollen durch. Unter anderem liegt der Fokus auf Geschwindigkeit, nach wie vor einer der Hauptunfallursachen. Die Kollegen kontrollieren hier, ob die entsprechende Fahrerlaubnis vorhanden ist, ob der Ausstattung des Motorrads alles seine Richtigkeit hat. Wir haben auch die Möglichkeit, Lärmmessungen durchzuführen, was bisher aber noch nicht notwendig war.“ Wobei sie betonte, dass Fokus am Sonntag auf dem „Austausch auf Augenhöhe“ lag, um mit den Motorradfahrern ins Gespräch zu kommen und zu appellieren vorsichtig durch die Saison zu fahren.

Einsatzleiter Mirko Reuß war auch zufrieden: „Bis jetzt liefen die Kontrollen gut. Von der Anzahl her etwas schlechter als erwartet wegen der Witterung. Bei besserem Wetter gibt es hier oben weitaus mehr Verkehrsaufkommen, sodass selbst mit einer so großen Gruppe an Kollegen kaum nachzukommen ist. Bei Temperaturen wie heute fahren nur die Hartgesottenen, bei denen meist auch alles in Ordnung ist. Es wurden bisher nur geringe Verstöße festgestellt. Ein kleiner Mangel an einem Moped konnte gleich vor Ort behoben werden. Das war bisher eigentlich alles.“ Auf Nachfrage bescheinigte er den Fahrern am Sonntag ein vorbildliches und Verhalten: „Das war heute perfekt. Leider kann man das allgemein so nicht sagen. Deswegen machen wir ja die Kontrollen. Das Problem ist oft die Geschwindigkeit, weil Motorräder aufgrund der Motorisierung bei geringem Gewicht ganz anders beschleunigen können, wie ein Auto das kann. Gerade beim Überholen, wird das oft genutzt, wo es  dann brenzlig werden vom Abstand her zum Gegenverkehr.“ Gerade im Bereich Auspuffanlagen gebe es auch viele technische Veränderungen, was die Anwohner und natürlich auch die Umwelt störe beziehungsweise schädige.

Engelbert Auth von der Kreisverkehrswacht Fulda, bei der man auch einen Reaktionstest machen konnte, legte auch Wert auf Prävention: „Es geht darum, Gefahren zu erkennen und Unfälle zu reduzieren. Wir machen hier für junge Leute Verkehrssicherheit ‚Jung, Sicher und Startklar‘ und mit dem Reaktionstest mit Geschwindigkeitsbeeinflussung wollen wir darauf hinwirken, dass es zu weniger Unfällen kommt. Dabei arbeiten wir mit der Polizei gerne und gut zusammen.“ Wie er erklärte ist die Verkehrswacht ein Verein, der es sich mit der „Mission Zero“ zur Aufgabe macht, dass es weniger Unfälle gibt. Dabei wendet er sich an alle Altersgruppen – von Kindergärten über die Schulen und Fahranfänger bis hin zu den Senioren, für die zum Beispiel Rollator-Trainings angeboten werden.

Kevin Jakob aus Gersfeld war mit seinem Vater gekommen, mit dem er sich auch das Hobby Motorradfahren teilt. Während er selbst eine neue Reiseenduro von KTM fährt bewegt sein Vater eine Moto Guzzi California aus dem Baujahr 1988: „Wir wussten von der Kontrolle und sind hier hochgefahren, um eine Wurst zu essen. Wir hatten alle Papiere dabei und hatten mit unseren Fahrzeugen auch keine Bedenken. Es ging auch alles dann ganz schnell und jetzt geht’s ohne Probleme weiter.“ Auch eine Reisgruppe aus Bad Königshofen war schnell fertig mit der Kontrolle, nahm sich aber dann noch Zeit für den Reaktionstest: „Wir drehen eine kleine Runde durch die Rhön und wollten jetzt noch zur Hähnchen Paula nach Sparbrod. Die Kontrolle ging schnell und freundlich und es war auch nichts zu finden.“

Austausch auf Augenhöhe

 

Insgesamt kontrollierten zivile und uniformierte Kräfte des Polizeipräsidiums Osthessen 41 Motorräder und warfen hierbei einen geschulten Blick auf die motorisierten Zweiräder und ihre Fahrer. Einige von ihnen kamen sogar zielgerichtet zur Wasserkuppe, um sich mit den erfahrenen Motorradpolizisten auszutauschen und Fragen zu stellen. An einem Präventionsstand gab es zusätzlich die Möglichkeit, sich rund um die Verkehrssicherheit zu informieren sowie am Stand der Kreisverkehrswacht Fulda seine Reaktionszeit zu testen. In Summe gab es vier Verwarnungen - beispielsweise wegen nicht mitgeführter Fahrzeugpapiere - sowie fünf Mängelanzeigen unter anderem wegen fehlender Rückstrahler oder nicht korrekt montierter Kennzeichen.

Motorradkontrolle auf der Wasserkuppe. Fotos: Stefan Krug.