Lokales FD 29.05.2025

Zehn Jahre „satt und selig“ – Jubiläumsessen in der Lutherkirche

Fulda (gü) – Ein kostenloses warmes Essen und Gesellschaft – das gibt es seit zehn Jahren Tag für Tag unter der Woche in der Lutherkirche. Am Mittwoch feierte das Projekt „satt und selig“ Jubiläum. Zur Feier des Tages kochte statt dem Team der ehrenamtlichen Helfer der Verein der Köche für die geladenen Gäste und die regelmäßigen Besucher des Mittagstischs.

Der Verein der Köche tischte zum Jubiläum auf. Foto: Jasha Günther

Immer montags bis freitags bereitet ein engagiertes Team Ehrenamtlicher das warme Mittagessen vor, das von den Menschen dann vor Ort verzehrt werden oder mitgenommen werden kann. 25 bis 35 Portionen sind es pro Tag und dazu kommen noch die Essen für eine Kindergruppe. Zum Jubiläum hatten Mitglieder des Vereins der Köche rund um Vorsitzenden Stefan Faulstich ein kostenloses Festessen zubereitet. Es gab Reis mit grünem Curry sowie Kartoffeln mit Grüner Soße, ergänzt werden konnten die Mahlzeiten noch mit Hähnchenfleisch oder Bratwurst. Der Gemeindesaal war mit bunten Luftballons dekoriert worden und lange Tafeln luden ein, mit den anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.

„Das Leben in ganzer Fülle steht allen Menschen zu und leben in Fülle bedeutet auch, immer satt zu sein“, sagte Pfarrerin Anke Heil in ihrer kurzen Ansprache, zu der die Gäste in der Kirche zusammengekommen waren, ehe es runter in den Gemeindesaal ging. „Dass es ‚satt und selig‘ gibt, ist eigentlich ein kleines Wunder“, meinte Heil, die seit acht Jahren Pfarrerin der diakonischen Gemeinde mit Familienzentrum und Stadtteiltreff ist, denn es gab und gebe auch weiterhin viele Herausforderungen zu meistern, die größten seien aktuell die zunehmende Aggressivität von psychisch belasteten oder durch Alkohol oder Drogen berauschten Gästen gegenüber den Helfenden, der fehlende barrierefreie Zugang und die unsichere finanzielle Situation. Das Projekt erhalte zwar Lebensmittel von der Tafel, doch die reichen schon lange nicht mehr, es werden daher auch immer Spenden benötigt, um Lebensmittel zukaufen zu können.

Für die Stadt Fulda, die über den Stadtteiltreff mit der Kirchengemeinde verbunden ist, sprach Stadtrat Stefan Grauel ein Grußwort. Er dankte vor allem den  Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, die das Projekt ermöglichen: „Geld alleine bewegt wenig, das Engagement muss da sein.“ Er finde das Projekt super, vor allem, da vorher nicht die Bedürftigkeit nachgewiesen werden müsse, denn es gebe viele Formen von Bedürftigkeit und nicht alle hätten mit Geld zu tun. Dabei nannte er unter anderem das Stichwort Einsamkeit. Der Mittagstisch bietet neben der warmen Mahlzeit auch die Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Um dies auch beim Jubiläum zu erleichtern, bekamen alle Gäste einen Namensaufkleber. Unter anderem waren Pfarrer weiterer Fuldaer Gemeinden, Kooperationspartner sowie aktive und ehemalige Helfer dabei. Es gab sogar Livemusik, die Band Divine Concern spielte auf der kleinen Bühne.

Zehn Jahre „satt und selig“. Fotos: Jasha Günther.