Wie Bürgermeister Dag Wehner erläuterte, wird der Schulentwicklungsplan alle fünf Jahre fortgeschrieben. In Zwischenberichten, wie in diesem Jahr, werde auf aktuelle Entwicklungen eingegangen. Petra Korger-Vieres stellte die Zahlen vor. Bei gleichbleibender Einwohnerzahl in der Höhe von „stabil über 70.000“ Menschen und gleichbleibender Geburtenanzahl geht das Schulamt von einer „insgesamt gleichbleibenden Anzahl“ von Schülerinnen und Schülern an städtischen Schulen aus. Zum letzten Stichtag am 1. November letzten Jahres waren das 11.536 Schülerinnen und Schüler. Unterschiede in der Verteilung zwischen den einzelnen Schulen seien möglich. Auch wurde die Statistik gegenüber den Vorjahren erweitert, um Vorschulklassen und Seiteneinsteigerklassen für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen, welche erst einmal die Unterrichtssprache soweit lernen müssen, um die Regelschulen besuchen zu können.
Im Trend werde es weitere größere Verschiebungen innerhalb der Schülerzahlen in den Schulformen geben, führte Korger-Vieres weiter aus. Es sei anzunehmen, dass die Anzahl der Berufsschüler, insbesondere solchen in dualen Ausbildungsberufen, weiter zurückgehen wird. Im Gegenzug sei mit einer steigenden Zahl an Schülerinnen und Schülern auf Gymnasien zu rechnen. Hier kam es letztes Jahr seit längerer Zeit wieder zu „Schülerlenkungen“, rund 20 Schüler konnten nach der Grundschule nicht die ursprünglich gewünschte Schule besuchen, sondern mussten auf eine andere derselben Schulform wechseln. Dag Wehner erklärte dazu: „Das Problem hat der Landkreis, der eigentlich mehr Plätze schaffen müsste.“ Die Stadt könnte problemlos alle Schüler aus ihrem Gebiet aufnehmen und auch noch viele aus dem Kreis, allerdings nicht alle an der gewünschten Schule. Wobei er durchaus anerkannte, dass auch viele Schüler aus der Stadt die kreiseigene Konrad-Adenauer-Schule besuchen. Es sei auch nichts neues, dass Lenkungsmaßnahmen notwendig seien: „Als die Schulwechsel bei meinen Kindern anstand, war Schülerlenkung noch ganz normal. Heute trifft sie auf eine Generation von Eltern, die das nicht mehr gewohnt war.“
Für die Grünen stellte Jutta Hamberger zwei Anträge zum Gedenken rund um den alten städtischen Friedhof. Am Hauptzollamt solle eine Gedenkplatte angebracht werden, um auf den Gedenkraum im dortigen Keller aufmerksam zu machen: „Die widerrechtliche Errichtung des Hauptzollamts in den 1950er Jahren auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs ist eines der unrühmlichsten Kapitel der Fuldaer Stadtgeschichte. Eigentlich hätte das Gebäude abgerissen werden müssen.“ Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld dämpfte die Erwartungen auf eine schnelle Anbringung einer Gedenkplatte, versprach aber, sich bei weiteren Gesprächen mit dem Zoll dafür einzusetzen: „Wir sind seit vielen Jahren im Gespräch, dass der Immobilie als Ort der Erinnerung genutzt werden kann. Sie steht auf dem ehemaligen Friedhof und soll dem Gedenken an das jüdische Leben in Fulda dienen.“ Nach den „Ereignissen in Berlin in den letzten Tagen“ sei er zuversichtlich, dort eine Lösung mit dem Innenministerium zu finden. Bisher sei es aber so, dass das Gebäude nicht der Stadt gehöre und diese dort auch nichts ändern könne. Hamberger wünschte daraufhin eine „Lösung vor der kompletten Neuordnung“. Mit dem OB einigte sich der Ausschuss darauf, dass sich Wingenfeld bei weiteren Gesprächen für die Anbringung einer Gedenkplatte mit Hinweis auf den Raum im Keller bei den Gesprächen mit dem Zoll einsetzt. Hamberger hatte den Raum zuvor als „einen der unbekanntesten Synagogenräume in Deutschland“ bezeichnet. Schon im Bauausschuss war beschlossen worden, dass die Gedenkplatte an Maharam Schiff an der gleichnamigen Straße innerhalb der Durchfahrt beim Außenschalter der Genossenschaftsbank sichtbarer angebracht wird.
Ohne längere Diskussion einstimmig abgelehnt wurde ein Antrag von Ute Riebold (Die Partei), anstelle einer Überdachung des Museumshofs 500 Regenschirme zu kaufen und zu verleihen bei Veranstaltungen dort. Nur die Stimmen der SPD-Mitglieder bei Enthaltung der Grünen und Ablehnung aller anderer Stadtverordneten erhielt ein Antrag, nur noch „freie Musikstücke“, deren Schutzfrist abgelaufen ist, auf dem Weihnachtsmarkt zu spielen und dadurch die GEMA-Gebühren von über 50.000 Euro pro Jahr einzusparen. Heiko Wingenfeld und Guido Lomb (CDU) sahen dies als aktive Musiker von Musikvereinen, die ein selbstkomponiertes Repertoire haben, kritisch. Es sei unwahrscheinlich, dass mit dem sehr begrenzten Angebot an freien Musikstücken jemand auftreten könne oder wolle.
