Fußball 29.05.2025

Verbandsliga – SVN kämpft ums Überleben – SGEL reicht ein Punkt

Osthessen (jah) – Während sich Gruppen- und Kreisoberligen schon am Mittwochabend in die Sommerpause verabschieden, zieht die Fußball-Verbandsliga einen Tag später nach: An Christi Himmelfahrt geht es vor allem für den SV Neuhof ums Überleben: Um überhaupt noch eine Chance auf die Teilnahme an der Relegation zu haben, ist ein Heimsieg gegen den TSV Wabern Pflicht (15 Uhr). Auf den Relegationsplatz abrutschen könnte auch noch die SG Eiterfeld/Leimbach, dafür müsste es aber mit dem Teufel zugehen. Ohnehin hat die Elf von Andreas Herzberg ihr Schicksal selbst in der Hand, in Eichenzell genügt bereits ein Remis für den sicheren Klassenerhalt.

Alexander Bär. Archivfoto: Christine Görlich

Die schwierigste Ausgangslage hat zweifelsohne der SV Neuhof. Die Mannschaft von Alexander Bär kann maximal noch auf den Relegationsplatz vorrücken, den aktuell die TSG Sandershausen innehat. Einen Punkt beträgt der Vorsprung, den direkten Vergleich haben die Nordhessen knapp für sich entschieden. Bedeutet: Neuhof muss gewinnen. Sollte Sandershausen zusätzlich nicht dreifach beim FSV Dörnberg punkten, hätte der SVN die Relegation sicher und die Hoffnung in der Kaligemeinde, auch im nächsten Jahr Verbandsligafußball zu spielen, würde bestehen bleiben. „Es ist einfach alternativlos. Ein Sieg ist Pflicht“, bringt es Bär auf den Punkt. „Wir müssen selbst alles reinhauen. Es wird ein schweres Spiel, Wabern ist eine gefährliche Aufgabe“, verdeutlicht der Neuhofer Trainer und analysiert: „Es war schon im Hinspiel ein schwerer Kampf. Sie kommen über die Geschlossenheit, den Kampf und die Physis mit ihrem Spielertrainer (Patrick Herpe, Anm. d. Red.) als Dreh- und Angelpunkt, der schon höherklassig gespielt hat.“ Dennoch müsse sein Team ein Heimspiel gegen Wabern einfach gewinnen. Für den Gegner geht es sportlich seit Wochen um nichts mehr, das lässt Bär aber nicht gelten: „Für Fulda ging es am Sonntag auch um nichts mehr, trotzdem haben sie losgelegt wie die Feuerwehr.“ Zur Erinnerung: Bei einem Sieg am Sonntag hätte Neuhof jetzt alles in der eigenen Hand, lag in Lehnerz aber bereits nach 18 Minuten 0:3 zurück. „Diese gute Ausgangslage haben wir verspielt, es aus eigener Kraft richten zu können“, ärgert sich Bär rückblickend und will gegen Wabern die Herangehensweise im Vergleich zum Auftritt gegen Barockstadt II ändern: „Wir wollten dort auf jeden Fall das erste Tor machen. Bekanntlich ist uns das nicht gelungen. Mit aller Gewalt werden wir gegen Wabern von Anfang an stürmen. Als unrealistisch schätzt der Neuhofer Trainer die Situation nicht ein, auch wenn sein Team Schützenhilfe vom FSV Dörnberg benötigt: „Wir müssen unsere Aufgabe erledigen. Aber in dem Fall bräuchte Sandershausen dort ebenfalls die drei Punkte und Dörnberg ist eine sehr heimstarke Mannschaft.“

Mit einem möglichen Worst-Case-Szenario beschäftigt sich Bär indes überhaupt nicht: „Das Spiel am Donnerstag wird schwer genug und kostet genug Kraft. An mögliche Szenarien verschwende ich da keine Gedanken, auch wenn das andere im Verein vielleicht anders machen“, macht der Trainer deutlich: „Ich muss lediglich für mich dann entscheiden, wie es persönlich weitergeht.“ Es sei schwer vorstellbar, dass er auch in der Gruppenliga an der Seitenlinie stehe. „Aber wie gesagt: Ich befasse mich damit gar nicht im Moment. Die Chance ist noch da. Ich glaube fest daran und hoffe auf die Spielstärke der Mannschaft.“

Als einzige, andere osthessische Mannschaft ebenfalls noch auf den Relegationsplatz rutschen kann die SG Eiterfeld/Leimbach, die im Parallelspiel bei Britannia Eichenzell antritt. Für Eichenzell geht es um nichts mehr, die Britannia ist gerettet. „Der Druck ist natürlich irgendwo raus, wir sind glücklich, dass wir den Klassenerhalt fix haben“, ist Trainer Romeo Andrijasevic erleichtert: „Es ist aber das letzte Heimspiel, das wollen wir natürlich nochmal gewinnen.“ Anders gestaltet sich die Lage beim Gegner, doch es müsste wirklich mit dem Teufel zugehen, dass das Team von Andreas Herzberg noch auf den Relegationsplatz abrutscht: Eiterfeld müsste in Eichenzell verlieren, Flieden beim Tabellenletzten Hombressen/Udenhausen und Sandershausen müsste Dörnberg schlagen. Herzberg warnt dennoch: „Ich habe schon Pferde vor die Apotheke kotzen sehen.“ Soll heißen: Auch das unwahrscheinlichste Szenario kann eintreten. Gedanken daran verschwendet der Trainer aber keine, immerhin habe es sein Team selbst in der Hand. „Und das war auch schon die ganze Zeit unser Bestreben, wir wollten nicht abhängig von anderen sein, sondern immer nur auf uns schauen. Selbst als wir auf einem direkten Abstiegsplatz standen, waren das unsere Gedanken.“ Dahingehend sei seine Mannschaft im Kopf auch topfit, das Ziel ist klar: „Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, erübrigt sich sowieso alles weitere“, merkt Herzberg richtigerweise an: „Wer zu viel rechnet, rechnet ohnehin falsch.“

 

Für alle anderen osthessischen Mannschaften geht es am letzten Spieltag sportlich um nichts mehr: Die abgestiegene SG Bronnzell tritt daher bereits am Mittwochabend (18.30 Uhr) bei der Reserve des KSV Hessen Kassel an, die SG Aulatal will im vorerst letzten Verbandsligaspiel zuhause gegen den OSC Vellmar nochmal punkten. Die Buchonia aus Flieden reist an Christi Himmelfahrt zum Tabellenletzten nach Udenhausen. Bad Soden gastiert im letzten Spiel vor der anstehenden Relegation zur Hessenliga in Kleinalmerode bei der Dreier-SG (alle 15 Uhr). Für die Sprudelkicker geht es allerdings am Dienstag bereits mit dem Halbfinal-Hinspiel in der Relegation zur Hessenliga weiter. „Großartig rotieren werden wir trotzdem nicht, die ersten 15 Spieler sollen alle auf ihre Spielzeit kommen“, sagt Trainer Lars Schmidt. Klarke Greenham, Mirza Kovac und Mert Pekesen sind für das letzte Saisonspiel in Nordhessen fraglich.

 

 

Verbandsliga

 

Mittwoch

18.30 Uhr

Hessen Kassel II – Bronnzell

Donnerstag

15 Uhr

Eichenzell – Eiterfeld/Leimbach

Dörnberg – Sandershausen

Aulatal – Vellmar (in Oberaula)

Lichtenauer FV – CSC Kassel

Hombressen/Udenhausen – Flieden (in Udenhausen)

Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach– Bad Soden (in Kleinalmerode)

Neuhof – TSV Wabern