Fußball 05.05.2025

Verbandsliga – Nur einmal hält der Bronnzeller Abwehrriegel nicht

Bronnzell (jah) – Der CSC Kassel hat in der Fußball-Verbandsliga einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht: Bei der SG Bronnzell setzten sich die Nordhessen zwar knapp, aber hochverdient mit 1:0 (0:0) durch und bauten den Vorsprung an der Tabellenspitze durch das zeitgleiche Remis von Bad Soden sogar noch aus.

Archivfoto: Christine Görlich.

Über 80 Minuten hatte der Bronnzeller Abwehrriegel letztendlich gehalten. Dann bekam die Viktoria eine Flanke nicht verteidigt, kurz hinter der Strafraumkante stand Altstar Alban Meha und spielte seine gesamte individuelle Qualität aus. Aus knapp 18 Metern nahm der 39-Jährige Kosovare den Ball Volley und hämmerte das Spielgerät unhaltbar für Jonas Ritzel in die Maschen. „Bitter“, befand Bronnzells Trainer Johannes Ihrig, „zumindest der Zeitpunkt des Tores. Dass Kassel hier verdient gewonnen hat, darüber brauchen wir nicht sprechen. Kassel hatte zahlreiche Möglichkeiten, wir haben alles reingeworfen was wir hatten.“ Mit diesem Satz beschrieb Ihrig das Spiel mehr oder weniger perfekt: Von Anfang an machten die Gäste Druck und waren die überlegene Mannschaft. Mehr Ballbesitz, zahlreiche Chancen – nur der Ball wollte nicht rein. In der ersten Halbzeit lag das vor allem am überragenden Bronnzeller Schlussmann Ritzel. Nach einer knappen Viertelstunde rettete er aus weniger als drei Metern mit einem starken Reflex, wenig später parierte er ausgezeichnet gegen Toni Lecke. Zwischendurch musste auch noch Marek Weber auf der Linie klären – und das waren nur die ersten 20 Minuten. „Da habe ich mir teilweise schon gedacht, das kann doch jetzt nicht sein“, staunte auch CSC-Trainer Lothar Alexi nicht schlecht.

Der Rest des Spiels bis zu Mehas Traumtor verlief ähnlich. Kassel rannte immer wieder an, immer wieder parierte Ritzel oder ein Bronnzeller Spieler klärte für den schon geschlagenen Torhüter. So etwa nach einer knappen Stunde, als Ritzel zunächst wieder sensationell parierte, beim Nachschuss aber chancenlos war. Justus Schneider war dafür zur Stelle und klärte erneut auf der Linie. Wenige Minuten zuvor traf Nico Schrader zudem den Pfosten. Die beste Bronnzeller Chance hatte derweil Weber, der nach einer guten Stunde per Seitfallzieher scheiterte. Die Nordhessen ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und entschieden die Partie, ganz im Stile eines Spitzenteams, mit der nötigen Geduld. „Ein paar Chancen hatten wir ja auch, die haben wir aber nicht genutzt“, merkte Ihrig an: „Die Leistung insgesamt war top, es ist schade, dass wir uns dafür nicht mit einem Punkt belohnen konnten. Vor allem das späte Gegentor schmerzt. Aber das ist eben die Qualität, die Kassel hat.“ Alexi sah es ähnlich. „Es war hochverdient, eine dominante Leistung. Wir hatten zehn bis zwölf hochkarätige Möglichkeiten. Natürlich müssen wir dann am Ende froh sein, überhaupt noch getroffen zu haben“, so die Analyse des erfahrenen CSC-Trainers: „Insgesamt war das heute ein großer Schritt, vor allem durch das Ergebnis aus Dörnberg. Wir können einmal mehr tief durchatmen, die Ausgangslage ist jetzt sehr positiv.“

Bronnzell: Ritzel; J. Schneider, Lilly, Pecks, Breunung (41. Jahn), Weber, Hohmann, Weiß (87. Sandner), Bambey, Horenkamp, Ay (53. N. Schneider).

CSC Kassel: Wanduch; Urban, Nennhuber, Kauf (76. Altmann), Reuter, Lecke (70. Grgic), Schrader (63. Itter), Meha (90. Gül), Simoneit, Bode, Bindbeutel (87. Heußner).

Schiedsrichter: Malte Sattler (Stadtallendorf)

Tor: 0:1 Alban Meha (83.)

Zuschauer: 100