„Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Der Gegner hat nicht viel gemacht, wir haben heute aber Moral gezeigt und unsere Niederlagen-Serie durchbrochen. Der Blick bei uns geht nach vorne“, zeigte sich Fliedens Coach Christian Kreß sichtlich enttäuscht nach dem Last-Minute-Remis, aber auch selbstbewusst, in den kommenden Wochen erfolgreich sein zu können.
Beide Mannschaften trennte vor dem Speil nur ein Punkt, für beide geht es ums Überleben im Abstiegskampf. Dementsprechend war den Akteuren die Anspannung anzumerken. Dörnberg startete gut und konnte nach einer Viertelstunde den Führungstreffer bejubeln, nachdem Martin Stück vom Punkt aus traf. Mit dem Elfmeterpfiff an sich haderten allerdings einige Fliedener gehörig. Den Ausgleichstreffer ließ erst Homan Halimi liegen, nachdem der Offensivspieler freistehend vor dem Tor vergab. Sein Teamkollege Lukas Friedrich machte es in der 36. Spielminute besser und glich aus gut 20 Metern per Vollspann unter die Latte zum 1:1 aus. Bis zum Halbzeitpfiff drückte Flieden auf den zweiten Treffer, die Gäste retteten sich allerdings in die Pause.
Den Gastgebern war bewusst, dass ein Remis zu wenig gewesen wäre – dementsprechend spielte Flieden in Halbzeit zwei auch offensiv, was später belohnt werden sollte: Wieder war es Friedrich, der einen Elfmeter herausholte. Keanu Banh übernahm daraufhin die Verantwortung und chippte den Ball in die Mitte, Torwart Finn Ole Persch bekam beim Springen noch einen Fuß an den Ball und bestrafte den viel zu lässig geschossenen Strafstoß. Trainer Christian Kreß schaute beim Elfmeter weg und bekam es erst gar nicht mit. Das Spielvideo schaue er sich auch besser lieber nicht an: „Sonst sind die Blumenvasen daheim nicht sicher“.
Es sollte aber der Tag des Lukas Friedrich werden, den Kreß als „Anführer“ bezeichnete, der „seit Wochen bärenstarke Leistungen zeigt und vorne weg geht“. Womöglich beim Spiel seines Lebens erzielte er kurz vor Schluss die Fliedener Führung: Nach einem Steckpass schloss er im zweiten Versuch eiskalt ab. Es wären Big Points für die Buchonia gewesen, die zittern musste bis zum Ende.
Der FSV riskierte in der Folge alles, eine Niederlage wäre für die Gäste ein harter Schlag im Kampf um den Klassenerhalt gewesen. Die letzte Ecke des Spiels sollte dann den Last-Minute-Treffer für die Dörnberger bescheren. Rico Lotzgeselle traf per Abstauber und hielt damit die Fliedener in der Verbandsliga-Tabelle auf einen Zähler Abstand. Gefühlter Sieger war damit der Gast, Flieden konnte wieder nicht gewinnen und muss sich langsam Sorgen machen.
Flieden: Fritz; Banh (72. Klüh), Halimi (85. Barth), Gaul, Bohl, Zeller, Müller, Sippel (77. Malkmus), Friedrich (89. Schöppner), Larbig (66. Zenuni), Alles.
Dörnberg: Persch; Scheuermann (73. T. Dauber), Hansch, Bätzing, Müller, Krug, Richter, Bock (84. Dietz), Bergmann (80. Gunkel), Stück (47. Yilmaz), Bley (42. Lotzgeselle).
Schiedsrichter: Niclas Höfer (Hünfeld)
Tore: 0:1 Martin Stück (16., Foulelfmeter), 1:1 Lukas Friedrich (36.), 2:1 Lukas Friedrich (81.), 2:2 Rico Lotzgeselle (90.+5)
Zuschauer: 300
Verschossener Foulelfmeter: Keanu Banh (Flieden, 70.) – Persch hält.
