Die Vorzeichen standen für beide nicht sonderlich gut vor dem Derby – der FC Eichenzell hat die Trendwende aber mit dem nötigen Quäntchen Glück geschafft. Denn Flieden konnte aus einer guten Stunde Überlegenheit kein Kapital schlagen, zuvor wuchtete Marcel Ludwig den Ball aus der Drehung in die Maschen und leitete den Eichenzeller Sieg ein. Flieden blieb zwar druckvoll, doch spätestens mit dem zweiten Tor durch Joker Philipp Pfeiffer war der Zahn bei der Buchonia gezogen. Die Britannia zog in der Tabelle vorbei, für Flieden war es nach der Last-Minute-Pleite gegen Bronnzell der zweite ganz bittere Nackenschlag im Abstiegskampf – und am Mittwoch folgt das dritte Derby in Folge in Neuhof in einer nun sehr prekären Lage.
„Wir sind natürlich heilfroh, dass wir diesen Sieg eingefahren haben“, atmete Eichenzells Coach Romeo Andrijasevic auf: Das 1:10 in Bad Soden in der Vorwoche war bei seinem Team an niemandem spurlos vorbeigegangen, das zeigte auch das Heimspiel vor einer prächtigen Kulisse. „Die erste Halbzeit war Flieden schon spielbestimmend, wir haben richtig zu kämpfen gehabt und hatten Glück, dass es zur Pause 0:0 stand“, so der Eichenzeller Trainer. Eric Fröhlich musste einmal auf der Linie retten, und auch ansonsten gab Flieden den Ton an. „Wir müssen eigentlich 2:0 führen, da hatte Eichenzell gefühlt noch nicht einmal den Ball“, haderte Gäste-Trainer Christian Kreß mit den Umständen: „Wir hatten bestimmt fünf Riesen-Dinger in der ersten Halbzeit. Aber wie so oft in der Hinrunde haben wir es verpasst, den Sack schon zuzumachen“.
Nach der Halbzeitpause wendete sich das Blatt dann schnell, nachdem Ludwig sehenswert traf und sich Eichenzell irgendwie das Glück und Momentum erarbeitet hatte. „Mit dem Doppelschlag war es dann ein ganz anderes Spiel. Flieden hat immer noch alles versucht, aber sie waren nicht mehr so gefährlich“, so Andrijasevic. Die null stand nach der „zehn“ in der Vorwoche diesmal sogar bis zum Ende, vorne machte Ludwig mit seinem Doppelpack endgültig den Deckel drauf. Doch Andrijasevic bremste auch gleichzeitig: „Es war ein Sieg. Genauso wie es vergangene Woche nur eine Niederlage war. Wir sind mitten im Abstiegskampf und haben eine ganz schwere englische Woche vor der Brust, die wir jetzt aber natürlich mit einem besseren Gefühl angehen“.
Tristesse hingegen auf Fliedener Seite, nachdem die Buchonia gegen tiefstehende Britannen hintenraus nichts mehr ausrichten konnte: „Das waren jetzt zwei vermeidbare Niederlagen, damit stecken wir wieder mittendrin. Das ist natürlich bitter, aber das Ganze funktioniert nur, wenn man arbeitet. Wir müssen uns jetzt wieder da rausarbeiten“, so Kreß.
Eichenzell: Grösch; Lembach, Ströder, Sosa Perez (74. Kratz), Milenkovski (71. Bojii), Fuchs (46. Pfeiffer), Ludwig, Yildiz (79. Lüdicke), Heil (67. Röhrig), Fröhlich, Reith.
Flieden: Fritz; Schöppner (80. Barth), Banh, Halimi, Vogt, Hilgenberg, Müller (86. Zeller), Sippel (67. Larbig), Manß, Friedrich, Alles.
Schiedsrichter: Aziz Haaj Nasr (Baunatal)
Tore: 1:0 Marcel Ludwig (49.), 2:0 Philipp Pfeiffer (52.), 3:0 Marcel Ludwig (80.)
Zuschauer: 500
