Entscheidenden Anteil am Sieg hatte Marc Röhrig, dem im ersten Durchgang ein lupenreiner Hattrick gelang. Daniel Kratz hatte Eichenzell schon nach vier Minuten in Führung gebracht, dann übernahm der 32-Jährige und stellte noch vor der Pause auf 4:0 – spätestens jetzt war die Partie durch, zumal es für die Gäste merklich um nichts mehr ging. Dazu musste der OSC auch noch über eine Stunde in Unterzahl überstehen: Tolga Yantut flog wegen Meckerns und Ballwegschlagens mit Gelb-Rot vom Platz – beides in einer Aktion. „Eine Dummheit, die einem so erfahrenen Spieler nicht passieren darf“, ärgerte sich daher auch OSC-Trainer Mario Deppe.
„Wir waren in der ersten Halbzeit sehr gut, sehr zielstrebig. Die Höhe sehen wir natürlich auch gerne, für uns war aber die Art und Weise entscheidend: Wir haben vor allem im ersten Durchgang ein sehr gutes Spiel gemacht“, zeigte sich Eichenzells Trainer Romeo Andrijasevic auf der anderen Seite zufrieden, wenngleich er konstatieren musste: „Zur Wahrheit gehört auch, dass Vellmar ebenfalls Chancen hatte, um zum 1:1 auszugleichen.“ Damit spielte der Trainer auf die Chance von Marlin Porada an, dessen Schuss knapp über den Kasten segelte (14.). Nur wenig später traf Röhrig allerdings zum 2:0 und die Dinge nahmen ihren Lauf. „Wir haben die Mentalität im Bus gelassen. Durch die guten Ergebnisse in den letzten Wochen haben wir mit dem Abstieg nichts zu tun. Trotzdem sind wir in einer Position, wo wir die Saison auf einem Platz beenden können, den selbst im Verein im Winter keiner für möglich gehalten hätte“, wurde Deppe deutlich: „Und dann so aufzutreten, das widerstrebt mir als Trainer, aber nicht zuletzt einfach auch als Fußballer. Ich verteidige mein Team immer, wenn die Jungs alles geben. Aber nach so einem Auftritt heute fällt mir das schwer.“
Im zweiten Durchgang verwaltete Eichenzell dann die komfortable Führung, von Vellmar kam im Spiel nach vorne nach wie vor wenig. Dennoch haben die Gastgeber den Sieg womöglich teuer bezahlt: Daniel Kratz, Torschütze zum 1:0, fiel zu Beginn der zweiten Halbzeit so unglücklich, dass er in der Folge mit dem Rettungswagen abtransportiert werden musste: „Wir können nur das Beste hoffen“, drückte auch Andrijasevic die Daumen und vermochte noch keine Prognose abzugeben, konnte aber bestätigen, „dass das Knie in Mitleidenschaft gezogen wurde.“ Die Hausherren sind nun in der Pole Position, was den Klassenerhalt angeht: Sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz bei noch zwei ausstehenden Spielen, zudem das direkte Duell gegen Sandershausen am kommenden Wochenende.
Eichenzell: Grösch; Lembach (67. Fuchs), Lüdicke (67. Yildiz), Ströder, Ludwig, Bojii (58. Sosa Perez), Kratz (49. Milenkovski), Heil, Fröhlich, Reith, Röhrig (46. Pfeiffer).
Vellmar: Gingel; Siebert, Trump, Scherer, Aytemür (83. Koch), Yantut, Aydin (71. Da Silva), Welker, Ma. Agyekum (71. Mi. Aygekum), Steinhauer (83. Rudolf), Porada (35. van der Veen).
Schiedsrichter: Olaf Kehne (Altenstadt)
Tore: 1:0 Daniel Kratz (4.), 2:0 Marc Röhrig (18.), 3:0 Marc Röhrig (40.), 4:0 Marc Röhrig (45.), 5:0 Marcel Ludwig (85.)
Zuschauer: 150
Gelb-Rote Karte: Tolga Yantut (Vellmar, 32.)
