Fußball 23.05.2025

Verbandsliga – Das Abstiegsgespenst ist da – Bronnzell noch zu retten?

Osthessen (pf) – Es ist brisanter denn je, und die ersten Entscheidungen bahnen sich an: Muss die SG Bronnzell aus der Fußball-Verbandsliga absteigen? Zumindest, um eine Vorentscheidung abzuwenden, zählt am Samstag (16 Uhr) bei der SG Eiterfeld/Leimbach nichts anderes als ein Sieg. Eiterfeld wiederum kann sich ebenso wie Flieden und Eichenzell (nahezu) retten. Am Sonntag ist dann der SV Neuhof in Lehnerz gefordert – und hätte sich die brenzlige Lage im Saisonendspurt gerne erspart.

Es knistert im Keller: Für Neuhof, Bronnzell, Flieden und Dörnberg geht es noch um alles. Fotos: Christine Görlich

Selbst im günstigsten Fall, wenn es nur drei Direktabsteiger gibt, hat die SG Bronnzell nach der Klatsche gegen Sandershausen die schlechteste Ausgangslage und es nicht mehr selbst in der Hand. Sollten vier direkt runter müssen, ist der Relegationsplatz drei Punkte weg, bei noch zwei Spielen. Entsprechend rechnet in der Heppeau auch niemand – jeder weiß: Der Fokus liegt zunächst auf den letzten eigenen Spielen. „Wir müssen unsere Hausaufgaben, die wir gegen Sandershausen nicht gemacht haben, jetzt in Eiterfeld machen. Verlieren verboten“, stellt Trainer Johannes Ihrig klar – sonst könnte die Verbandsliga-Zeit der Viktoria schon am Wochenende ein Ende haben.

Gegner Eiterfeld/Leimbach hat es wiederum in eigener Hand, kann mit einem Sieg vielleicht sogar schon den entscheidenden Schritt machen. „Klar, sie wollen ihr letztes Heimspiel auch gewinnen. Aber wir müssen das Ding einfach ziehen“, so Ihrig, der mit dem gesperrten Tim Horenkamp und dem angeschlagenen Niklas Breunung auf zwei Säulen verzichten muss. Das 1:6 gegen Sandershausen ist derweil aufgearbeitet, sagt Ihrig: „Wir haben am Dienstag im Training gesprochen und dann direkt versucht, die Inhalte zu vermitteln, die wir jetzt unbedingt brauchen“.

Jetzt ist auch das Stichwort: Die Saison hängt am seidenen Faden, das galt auch lange für den SV Flieden und den FC Eichenzell, die sich aber unten rausgearbeitet haben: Flieden könnte am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Heimsieg gegen Lichtenau womöglich schon aufatmen und für die nächste Verbandsliga-Saison planen, auch die Britannia will es selbst richten und parallel bei der TSG Sandershausen gewinnen – was der Konkurrenz darunter helfen würde.

 

Neuhof will sich aus „unfassbarer“ Lage befreien

Der SV Neuhof wiederum hat das zurückliegende, spielfreie Wochenende in erster Linie zum Training und Wunden lecken genutzt, und weniger, um auf andere zu schauen: „Wir können die Ergebnisse sowieso nicht beeinflussen und müssen unsere eigenen Spiele erstmal durchbringen. Klar ist: Wenn wir in der Liga bleiben wollen, müssen wir unsere Spiele gewinnen“, stellt Trainer Alexander Bär klar. Der SVN kann es noch aus eigener Kraft richten, belegt den Relegationsplatz – ist aber erst am Sonntag (15 Uhr) bei der Barockstadt-U23 dran und könnte bis dahin etwas abrutschen. Der Gegner habe Für und Wider, betont Bär: „Für sie geht es um nicht mehr viel, aber sie haben natürlich eine gute Qualität, trotz vieler junger Spieler. Das wird ein Spiel mit höherem Verbandsliga-Level, und wir müssen uns unbedingt steigern“. Das 0:2 gegen Klei/Hun/Doh war bitter aus Neuhofer Sicht, eine bessere Ausgangslage hat Bärs Team verspielt, nun muss die Form wieder stimmen: „Wir müssen alles abrufen und unser dynamisches Gesicht zeigen. Ich weiß, dass die Mannschaft es kann“. Nur ob es so kommt, war in dieser Saison oft schon unberechenbar. „Wir führen viele Gespräche“, sagt Bär, der als Erklärung auf die „launische“ und schwankende Form seiner Mannschaft nur die Erklärung hätte, „dass das vielleicht der Personalkonzeption geschuldet ist“. Einige Spieler würden im Sommer wieder abreisen und den Verein verlassen, doch das will der Trainer im Abstiegskampf nicht zählen lassen: „Die spielerischen Elemente sind ja da. Angesichts der individuellen Qualität ist es unfassbar, dass wir überhaupt in dieser Situation sind. Aber das Kämpferische und die Effektivität haben immer mal gefehlt, und damit müssen wir uns das Spielglück wiederholen“. Nikola Naumoski ist nach seinem Rippenbruch noch ohne Training, könnte mit Glück aber als Backup mitfahren – je nach ärztlichem Rat. Emil Skoko ist wegen seines Visums abgereist und nicht mehr verfügbar. Auf die Tabelle schauen mag Bär derweil nicht, und schon gar nicht auf das letzte Spiel kommende Woche in Wabern, und hofft stattdessen, „dass wir irgendetwas mitnehmen aus Lehnerz. Ein Punkt kann schon viel helfen“.

 

Pflichtaufgabe, aber schwierige Gegner-Sichtung

Für die SG Bad Soden geht es wieder in die Aufstiegsrelegation – so viel ist klar. Auch das Heimspiel in der Fußball-Verbandsliga gegen Schlusslicht Hombressen/Udenhausen am Samstag (15 Uhr) sollte sportlich keine Hürde sein. Doch auf welchen Gegner sich die Sprudelkicker im Juni einstellen können, ist momentan noch schwer zu sagen. „Wir müssen schauen, was die Oberliga betrifft. Das ist ja noch breit gefächert“, sagt Sodens Trainer Lars Schmidt. In der Hessenliga müssen fünf Teams direkt runter, in der Verlosung für den Relegationsplatz und damit das Duell gegen Bad Soden sind noch Wolfhagen, Hanau 93, der VfB Marburg und Unter-Flockenbach. Gegner-Sichtung ist da schwierig – wenngleich einige Verantwortliche der Sodener und auch Coach Schmidt am Samstag parallel und vor allem am Sonntag dann die betreffenden Spielstätten aufsuchen wollen.

Die Frage für die Relegation: „Wie offensiv können wir es gestalten und wie defensiv müssen wir es?“, so Schmidt. Dass diese am Wochenende beantwortet wird, ist unwahrscheinlich, denn das Punktspiel gegen Verbandsliga-Schlusslicht Hombressen/Udenhausen ist alles andere als ein Gradmesser. 103 Tore auf Sodener Seite stehen 106 Gegentoren in der Statistik der SGHU gegenüber – deutlicher geht es kaum. Schmidt aber will eine gute Mannschaft aufbieten „Die, die ordentlich trainieren, werden im Kader sein“. Klarke Greenham musste mit Adduktoren-Problemen aussetzen und fehlt am Samstag beim letzten Heimspiel der regulären Saison. Natürlich wollen die Sprudelkicker aber auch ein entsprechendes Ergebnis einfahren, dass vergangene Woche in Lichtenau (0:1) ausblieb. Schmidt betont dahingehend aber, „dass ich ehrlich gesagt nicht weiß, warum es oft so rüberkommt, dass das eine Katastrophe für uns gewesen wäre“. Niederlagen gehören zum Fußball dazu, und in diesem Fall hatte die SG nicht einmal schlecht gespielt: „Wir hatten mit dem Elfer die Chance zur Führung, standen gut und haben dann durch einen, für die Jungs, fragwürdigen Elfmeter verloren. Und schon heißt es, wir wären nicht in der Spur“, rätselt Schmidt, der sich mit Nebengeräuschen aber nicht befassen will. Fakt ist: Sportlich wird die Relegation eine Herausforderung – schließlich war im Vorjahr mit Griesheim der Drittletzte der Hessenliga der Gegner. Die Qualität aller aktuell möglichen Kontrahenten scheint deutlich höher.

 

Verbandsliga

 

Samstag

15 Uhr

Bad Soden – Hombressen/Udenhausen

15.30 Uhr

Flieden – Lichtenauer FV

Vellmar – Dörnbach

Sandershausen – Eichnzell

16 Uhr

Eiterfeld/Leimbach – Bronnzell (in Eiterfeld)

 

Sonntag

15 Uhr

Barockstadt Fulda-Lehnerz II – Neuhof (in Lehnerz)

TSV Wabern – Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach

CSC Kassel – Aulatal