„Wir wollten uns positiv verabschieden, das ist uns am Ende auch gelungen“, begann OSC-Trainer Mario Deppe seine Ausführungen, war aber vor allem in Halbzeit eins nicht einverstanden mit dem Auftritt seines Teams: „Das war ohne Tempo, Bewegung und Aggressivität. Da musste es dann auch mal lauter werden in der Kabine. Aber nicht nur ich, auch die Spieler selbst haben das deutlich angesprochen.“
Für Aulatal war der Spielverlauf ein Spiegelbild der gesamten Saison: Die SGA begann gut, war im ersten Durchgang die bessere Mannschaft, wenngleich der 1:1-Pausenstand zu diesem Zeitpunkt auch nicht unverdient war. Zwei kapitale Fehler in der Hintermannschaft der Gastgeber nutzte Vellmar jedoch gnadenlos aus und entschied so das Spiel in nur zwei Minuten: Marlin Porada traf nach etwas über einer Stunde zum 2:1, Elias da Silva legte nur wenig später nach. „Wir hatten aber auch noch ein paar mehr Chancen“, sprach Deppe von einem verdienten Sieg: „Wir haben noch eine Schippe draufgelegt nach der Pause und das hat dann auch ausgereicht.“ Maximilian Agyekum schraubte das Ergebnis in der Schlussphase mit seinem zweiten Treffer noch in die Höhe (80.). „Wir haben taktisch umgestellt und dann für zehn Minuten die Ordnung verloren“, analysierte dagegen SGA-Trainer Martin Friedrich: „Ansonsten haben wir das über die restliche Spielzeit gut gemacht.“ Unnötig aus Aulataler Sicht war die Niederlage dennoch, auch wenn die Nordhessen in der zweiten Halbzeit spielbestimmend waren und der Sieg für Vellmar dementsprechend verdient. Dazu hätte es jedoch nicht kommen müssen, wenn die Elf von Friedrich vor der Pause nicht so fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen wäre. Hinzu kam dann auch noch Pech, kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs traf die SGA zwei Mal nur Aluminium. Die Gäste zeigten sich hier schlichtweg effektiver. „Das Glück, was wir letzte Saison hatten, hatten wir dieses Jahr einfach nicht“, schloss Friedrich das Kapitel Verbandsliga: „Aber die Mannschaft bleibt in weiten Teilen so zusammen und das spricht auch irgendwo für die Jungs. Wir haben uns mit ordentlichen Leistungen verabschiedet und greifen nächste Saison in der Gruppenliga wieder an.“
Deppe und der OSC hingegen beenden die Saison auf Platz acht – nach einer Spielzeit, die einer Achterbahnfahrt glich. „So etwas habe ich in meinen 25 Jahren noch nie erlebt, so viele Auf und Abs und diese Leistungsschwankungen“, war auch Deppe froh, dass die Saison nun vorbei ist. „Ich bin absolut urlaubsreif“, schmunzelte der Trainer, gab aber an, dass die Planungen für die anstehende Verbandsligaspielzeit schon auf Hochtouren laufen. „Wir haben leider wieder eine hohe Fluktuation in der Mannschaft. Aber wir haben schon einige Ideen im Kopf und ich bin zuversichtlich, dass wir wieder eine schlagkräftige Truppe haben werden.“ Unter anderem die Leistungsträger Serkan Aytemür, Sinan Üstün (beide Türkgücü Kassel) oder Tim Welker und Marlin Porada (beide KSV Baunatal) werden den Verein verlassen, dazu stehen aber mit Rolf Sattorov vom Hessenliga-Absteiger Wolfhagen und anderen auch schon Zugänge fest.
Aulatal: Lepper; Röth, Quell, Kurz (61. Wind), Hennighausen (78. Müller), Richardt (78. J. Eckardt), Schuch, Störmer, Bambey, Weber, Krapp (61. Piel).
Vellmar: Gingel; Siebert (69. Koch), Trump, Scherer (78. Mi. Agyekum), van der Veen, Aytemür, Yantut (59. Da Silva), Aydin (59. Möller), Welker, Ma. Agyekum, Porada (69. Rudolf).
Schiedsrichter: Christian Sinning (Ihringshausen)
Tore: 1:0 Axel Richardt (9.), 1:1 Maximilian Agyekum (21.), 1:2 Marlin Porada (64.), 1:3 Elias da Silva (66.), 1:4 Maximilian Agyekum (80.)
Zuschauer: 60
