„Es ist wie für hier gemacht“, freute sich Prof. Dr. Reinald Repp, Direktor der Kinderklinik: „Ich bin total begeistert, ich hatte es mir nicht ansatzweise so schön vorgestellt.“ Mit seinen rund sieben Metern Breite passt das Puzzle ziemlich genau auf das Podest in der Mitte des Atriums – dem Spielraum der Kinderklinik. Bis es dort präsentiert werden konnte, waren jede Menge Leute beteiligt, allen voran natürlich Kreiß, die über fünf bis sieben Jahre – so genau weiß sie auch nicht mehr, wann sie angefangen hat – jeweils in den Wintermonaten an den Motiven saß und die meisten Teile zigfach in den Händen hatte.
„Ich hab schon immer gerne gepuzzelt“, erzählte sie. Vor dem Großprojekt waren es aber immer „nur“ 1000 oder 2000 Teile-Puzzle, die sie teilweise sogar aus dem Ausland besorgte, weil es dort andere Motive gab. Dann kam zum Jubiläum das bislang größte Puzzle des namhaften deutschen Herstellers Ravensburger auf den Markt: Ein exklusiv erstelltes Motiv, das die Betrachter auf eine Zeitreise durch 90 Jahre Filmkarriere von Mickey Mouse mitnimmt. Kreiß überlegte eine Weile und bestellte dann. Geliefert wurde ein etwa 20 Kilogramm schwerer Karton mit zehn Beuteln in denen sich je 4032 Teile für eins der zehn Felder, in die das Puzzle gegliedert ist, befanden. Nach mehreren Wintern mit teils bis in die Nacht gehenden Puzzle-Abenden waren die zehn einzelnen Felder dann fertig. Bei einem kleinen Fest wurde einmal alles in der leergeräumten Garage zusammengesetzt, aber dann stellte sich die Frage, wohin damit. „Es ganz auseinander zu machen und zurück in den Karton zu packen, wäre zu schade gewesen“, erzählte Kreiß. Sie schrieb zunächst Museen an und dann schlug eine Bekannte ihr vor, es doch der Kinderklinik anzubieten. „Schon am nächsten Tag hatte ich eine Antwort“, freute sich Kreiß.
In Telefonaten und Vor-Ort Terminen mit Repp wurde geschaut, wo es einen Platz gibt und wie es dort präsentiert werden kann. Holger Übelacker aus der hauseigenen Schreinerei des Klinikums kam dazu, der eine Unterkonstruktion entwarf und baute. Schließ kam der Tag des Aufbaus. Auf einem Hänger wurden die zehn Puzzle aus der Rhön ans Klinikum transportiert und zahlreiche Helfer – Familie, Verwandte und Freunde der Puzzlerin, aber auch aus den Reihen des Klinikums – packten an, um die noch immer großen fertigen Teile des riesigen Puzzles unbeschadet ins Atrium zu transportieren. Dort mussten sie auf der vorbereiteten Unterkonstruktion zusammengesetzt und angeklebt werden, bevor diese aufgerichtet werden konnte. „Es macht den Raum noch schöner und freundlicher – auch das hilft heilen“, freute sich Repp. Die ersten jungen Patienten nahmen das große Puzzle auch gleich als Inspiration und setzten sich selbst an eins der deutlich kleineren Puzzle aus dem Spieleregal.
