Lokales FD 17.05.2025

„SmartCity“ Fulda: Moderne Sensorik erleichtert Verkehrsführung

Fulda (fp) – Digitalisierung auf dem Vormarsch: Im Zuge von großflächigen Digitalisierungsmaßnahmen wurden erst im vergangenen Jahr fast 700 Sensoren zur Erfassung von Verkehrsaufkommen, Luftqualität, Bodenfeuchte und vielem mehr in Straßenlaternen in Fulda verbaut. In der Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung, Wirtschaft und Verkehr am Donnerstag stellte Hauptamtsleiter Marco Herbert die ersten Ergebnisse für die Domstadt vor.

Foto: Felix Pillat

Die Stadt Fulda hat bereits 2020 im Zuge des Projektes „Foll Smart – Smart City Fulda“ mit der Planung großflächiger Digitalisierungsmaßnahmen in der Innenstadt begonnen, berichtete Herbert. Knapp fünf Jahre später stünde das Modellprojekt STS Fulda „in den finalen Zügen der Finalisierung“. Mittels moderner Sensoren in Straßenlaternen an vielen Hauptverkehrsstraßen in Fulda, sollen künftig größere Datenmengen in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens erfasst werden können. Unter dem Einsatz von KI sollen dadurch beispielsweise in Echtzeit Ampelschaltungen an den Verkehr angepasst, Rasensprenger- und Gießanlagen nach Bedarf reguliert und Verkehrszählungen durchgeführt werden können. „Da denkt der ein oder andere jetzt vielleicht: ‚Ah, Big Brother is watching you‘, aber ich kann sie entwarnen. Damit werden keine personenbezogenen Daten erfasst“, stellte der Hauptamtsleiter heraus: „Also wir können beispielsweise keine Nummernschilder auslesen, erfassen, wie viele Menschen in einem Auto sind, fährt der Hund? Sowas geht alles nicht.“ Das große Ziel des Projektes liege darin, in der Verwaltung schneller und besser datengestützte Entscheidungen treffen zu können, führte er an.

Auch die Bürger sollen zukünftig von diesen Daten profitieren, versprach er. „Wir stellen im Sinne der Transparenz alle Daten auch auf einem Dashboard im Internet zur Verfügung“, sagte der Hauptamtsleiter und erklärte: „Die Stadt setzt viel auf OpenData und OpenSource Programme. Das Thema Datenschutz und Datensicherheit steht da ganz groß im Vordergrund“ Der effektive Nutzen für jeden Einzelnen soll darin bestehen, dass Informationen über Staus, Verkehrsunfälle, frei Parkplätze in der Innenstadt, Glatteis-Bildung und vielem in Echtzeit abgerufen werden können. Auch über Luftqualität und Hitze-Herde in der Stadt wird es Informationsprogramme geben. Die Verkehrsdaten werden auch an Betreibern von Navigationssystemen, wie Google Maps, weitergeleitet, um die Verkehrsführung für Autofahrer zu verbessern. Das Dashboard solle im kommenden halben Jahr zur Verfügung stehen, schätzte er.

Das zweite vorgestellte Projekt „Di@-Mobil“ (gesprochen Digital Mobil) könne erst in den kommenden Jahren umgesetzt werden, so Herbert . Dabei sollen Sensoren in den Fuldaer Bussen eingesetzt werden, um Fahrgastzählungen und Sitzplatzmonitoring zu betreiben. Dadurch sollen zukünftig Busauslastungen, freie Plätze für Kinderwägen, Fahrräder und Rollstuhlfahrer, sowie Verspätungen der Busse in Echtzeit in der RMVgo-app abrufbar werden. „An 364 Türen der 155 Fahrzeuge sollen Sensoren angebracht werden“, erläuterte Herbert: „Noch keine Stadt in Deutschland hat das tatsächlich im ganzen ÖPNV umgesetzt. Damit wäre Fulda Vorreiter.“ Derzeit befinde sich das Projekt aber noch in der Planung, räumte er ein: „Wir sind gerade noch in der Ausschreibungsphase.“

Weitere Themen während der Sitzung waren die Vorstellung des „Plakatierungsprozesses mit RPA (Prozessautomatisierung durch Softwareroboter)“ und mehrere Haushaltsanträge der CDU- sowie der CWE-Fraktion.

Digitalausschusssitzung im Stadtschloss. Fotos: Felix Pillat