Fußball 22.05.2025

SKG Gersfeld eigenständig zurück in Rhöner Liga – „Spiele reizen mehr“

Gersfeld (jah) – Das war ein kurzes Abenteuer: Vor einem Jahr kehrte die SKG Gersfeld dem hessischen Seniorenfußball den Rücken, viele Spieler schlossen sich dem VfR Bischofsheim aus Bayern an. Nun die Rolle rückwärts, zur neuen Saison geht die Mannschaft wieder eigenständig in der Fußball-B-Liga Fulda/Rhön an den Start.

Vor wenigen Jahren spielte die SKG noch in der Region Fulda - und kehrt nun wieder zurück. Foto: Natalia Lindt

Die Gründe seien vielschichtig, lassen sich aber dennoch auf zwei wesentliche Thematiken runterbrechen: „Zum Einen war es der Wunsch der Mannschaft, wieder in Gersfeld zu spielen. Der Bezug zur Region war in Bischofsheim einfach nicht so gegeben, Spiele gegen Schmalnau oder Dalherda reizen einfach viel mehr“, erklärt David Grösch aus der sportlichen Leitung der SKG die Beweggründe, gegen den Trend einer Spielgemeinschaft zu schwimmen und doch wieder eigenständig zu werden. „Es ist schon schade, wir wurden in Bischofsheim wirklich gut aufgenommen. Aber das gemeinsame Vereinsleben war abseits des Platzes einfach nicht vorhanden“, erläutert Grösch und spricht auch die geografische Situation an: „Die Schwedenschanze ist da irgendwo eine Art Grenze. Die Spieler aus Bischofsheim orientieren sich eben in Richtung Bad Neustadt und wir eher nach Fulda. Und auch am Sportplatz selbst waren in Bischofsheim vielleicht 15 oder 20 Gersfelder, sonst kannte man da schlichtweg niemanden. Das ist in unserer Region einfach ganz anders.“

Daher sei das Thema innerhalb der Mannschaft bereits vor einigen Wochen aufgekommen, nun entschloss sich der Verein, diesem Wunsch nachzukommen. „Wir haben den Spielern aber auch deutlich gemacht, dass wir dann die Zusage für die kommende Spielzeit brauchen“, macht Grösch deutlich: „Sonst stehen wir vor dem gleichen Problem wie vor einem Jahr.“ Dies sei aber kein Problem gewesen, der komplette „Stammkader“ von immerhin zwölf Spielern habe für die neue Saison zugesagt. „Und dazu freuen sich auch andere, dass wir wieder in der Heimat spielen. Auch einige ältere Spieler haben zugesagt, hin und wieder mal für uns auf dem Platz stehen zu wollen. Und Leute melden sich schon freiwillig für Grilldienste und ähnliches. Die Bereitschaft ist um einiges größer jetzt und es fehlt einfach etwas, wenn sonntags in Gersfeld kein Fußball gespielt wird.“

Zur neuen Spielzeit ändert sich das jetzt, inklusive neuem Trainer – der aber ein Bekannter ist: Mit Markus Stumpf haben die Rhöner eine interne Lösung präsentiert, Stumpf war vor einem Jahr bereits als Spieler mit nach Bischofsheim gewechselt und übernimmt jetzt als Coach. „Er kennt die Mannschaft bestens und ihn hat die Aufgabe, sich als Trainer zu versuchen, gereizt. Für uns ist das die ideale Lösung“, erklärt Grösch abschließend, da für den Verein im kommenden Jahr jetzt erstmal alles offen sei: „Wir schauen jetzt wie es läuft und wie sich die Situation dann langfristig gestalten würde. Und dann schauen wir, ob wir weiter eigenständig bleiben oder perspektivisch wieder über eine Spielgemeinschaft nachdenken. Dann aber bei uns in der Region.“