Ehemalige Weggefährten waren in die Johannisau gekommen, die Familie allesamt in Trikots mit „Schaaf“ und der legendären Nummer 13. In der Nachspielzeit wechselte Trainer Daniyel Cimen die Legende aus, und war wie der Vorstand gleichzeitig froh, dass Schaaf doch irgendwie bleibt: In der sportlichen Leitung soll er fortan unterstützen. Doch das stand bei den Verabschiedungen erstmal hinten an.
„Vor dem Spiel war es ein bisschen mehr Trubel als sonst, aber ich war dennoch konzentriert, weil wir noch ein Ziel vor Augen hatten“, gab Schaaf zu. Mit dem einstelligen Tabellenplatz hat es zwar nicht geklappt, am Ende stand Platz zehn – das tat der Stimmung aber nichts: „Es war eine überragende Verabschiedung, und zum Glück ist der Tag ja noch nicht rum“, sagte Schaaf nach dem Abpfiff: „Wir werden noch ein paar Tage feiern und ich werde es genießen“.
Schaaf habe besonders die Auswechslung genossen, seine Teamkollegen standen Spalier, das Publikum stand auf. Er machte Platz für Marius Löbig. „Ich hatte nichts erwartet, daher wurde das schon mal übertroffen“, lachte Schaaf.
Sein Abgang war gleichzeitig auch die Bühne für Löbig: Er ist seit Jahren geplagt von Verletzungen, stand im Sommer 2023 letztmals so richtig auf dem Fußballplatz. Zwischenzeitlich versuchte er es wieder, doch der Knöchel wollte nicht mehr. Löbig war zuletzt kein Teil der offiziellen Mannschaft mehr, kannte Trainer Daniyel Cimen bisher kaum. Die Geste war umso größer: „Das war einmalig, vor allem, dass Patrick mir nochmal die Binde gegeben hat. Damit habe ich gar nicht gerechnet“, war der ehemalige Johannesberger emotional: „Dafür muss ich natürlich eine Kiste zahlen, aber das mache ich gerne. Ich habe es einfach genossen, nochmal auf dem Platz zu stehen. Und auch nochmal in der Kabine sein zu dürfen, war ein super Gefühl“.
Weiterhin verabschiedet wurden Clint Essers, Taha Aksu, Jannik Horz, David Costa Sabate und Marius Köhl. Alle bekamen vor Anpfiff ihr Dankeschön und ein bildliches Andenken mit auf den Weg, bis auf Aksu und Horz spielten auch alle nochmal, für Costa Sabate war es sogar der erste Regionalliga-Einsatz.
Viele warme Worte gab es für die Verabschiedeten, der Großteil der Mannschaft freute sich dann über das Saisonende, wurde von den Fans ebenfalls gefeiert, und danach ging die Party erst richtig los – mit der Uhr im Blick, denn für nachts war bereits der Flieger nach Mallorca für die Mannschaftsfahrt gebucht.
