Etwas ungläubig dürften die Fans und jene, die die Football-Regionalligen in Deutschland verfolgen, auf die Ergebnisse geschaut haben: Die Fulda Saints sind angekommen – und wie! Am ersten Spieltag hätte es deutlicher nicht sein können, der Derbysieg in Kassel war ein Fingerzeig an die Konkurrenz.
„Sprachlos“ zeigte sich selbst Saints-Teammanager Frank Schreiner nach dieser Gala: „Regionalliga – hier sind die Fulda Saints“. Das Verrückte dabei war wohl auch, dass die Saints schon zur Halbzeit die 50 Punkte vollgemacht hatten. „Wir haben nach der Pause noch zweimal gepunktet und dann die Backups auf Feld gestellt“. Doch auch die zweiet Garde der Fuldaer lieferte ab, nur an den 100 Punkte scheiterten die Gäste dann am Ende – man konnte es mit einem Lächeln verschmerzen.
Obwohl die Kassel Titans Regionalliga-erprobt sind, schienen die Nordhessen nicht mit der Spielstärke der Saints gerechnet zu haben. „Wir sind nicht mehr das Fulda, was Kassel kennt, und waren nicht das Fulda, was sie erwartet haben“, sagte Schreiner. Mit dominantem Football zogen die Fuldaer dem Gegner schon im ersten Viertel spürbar den Zahn. Irre: Alle drei bis fünf Plays punkteten die Saints zwischenzeitlich, ob per Forced Fumle Return oder Interception. Defensiv wie offensiv stimmte es, auch mit den neuen Imports waren die Fuldaer schon eingespielt. Vorwürfe wollen sich die Saints angesichts dieser legitimen Verstärkungen nicht gefallen lassen – Schreiner betonte: „Sie hatten sicher ihren Anteil, aber bringen uns auch alleine schon im Training weiter. Sie unterstützen alle anderen, auch auf anderen Positionen, und geben mit ihrem Knowhow einfach viel weiter“. Auch die Einheimischen lieferten ab – Paul Müller beispielsweise, der erst seit wenigen Jahren bei den Seniors dabei ist, fing seine ersten beiden Touchdown-Pässe.
Und auch die Kulisse stimmte: Rund 150 Fans beäugten das Derby in Kassel, etwa 50 waren aus Fulda dabei und rieben sich wohl auch die Augen. Doch das deutliche Ergebnis soll nicht täuschen, warnte auch Schreiner direkt: In zwei Wochen geht es zu den Marburg Mercenaries. „Die haben letztes Jahr um den Aufstieg in die GFL2 mitgespielt und wollen dort auch hin“. Die Saints jedenfalls dürfte spätestens jetzt, nach einer „bombenstarken Mannschaftsleistung“ auch niemand mehr unterschätzen.
