Lokales FD 15.05.2025

Regenschirme statt Museumshof-Überdachung sind keine Lösung

Fulda (sk) – Regenschirme für die Stadtverordneten: Dass dies keine Alternative für eine Überdachung des Museumshofes bei Kulturveranstaltungen sei, verdeutlichte Stadtbaurat Daniel Schreiner am Dienstag beim Ausschuss für Bauwesen, Klimaschutz und Stadtplanung mit einem praktischen Beispiel. Mit großer Mehrheit wurde während der Sitzung im Stadtschloss ein neuer Bebauungsplan am Haimberg beschlossen. Kritik gab es dabei von den Grünen.

Daniel Schreiner. Foto: Stefan Krug

Den Bebauungsplan, der mit einer Flächennutzungsplanänderung einhergeht, erläuterte Schreiner. Damit werden die rechtlichen Voraussetzungen für eine Radwegverbindung im westlichen Bereich der Stadt geschaffen. Außerdem gibt es Vorgaben des Regierungspräsidiums, dass der sich dort in einem ehemaligen Steinbruch befindliche Bauhof eines Unternehmens als „Sonderfläche“ ausgewiesen werden muss. Die Verbindung der zwei Punkte kritisierte Beate Tillmann-Mohr (Grüne): „Wieso wurde der Radweg, der unstrittig ist, gekoppelt mit einer Brecheranlage, bei der die Folgen für die Natur und auch für die Anwohner nicht abschätzbar sind?“ Schreiner erklärte ihr dazu, dass es weder einen sachlichen noch einen rechtlichen Grund gäbe, bei Planungen am selben Ort etwas zu trennen. Der dortige Bauhof befinde sich dort seit Jahrzehnten und es werde sich nicht viel ändern.

Das sah Volker Büchel (Grüne) anders: „Es soll dort auch um den Bau einer Brecheranlage gehen und das verändert den Standort erheblich.“ Sorgen machte er sich auch um Käfer und Fledermäuse unweit des Naturschutzgebiets Haimberg. Ausschussvorsitzender Michael Ruppel (CDU) musste ihm hierzu erklären, dass auch seine Fraktion bei der Einbringung der Planungen am 24. April letzten Jahres zugestimmt hatte, in welcher die Brecheranlage schon genannt war. Markus Günther und Peter Bleuel (beide CDU) verwiesen darauf, dass eine Brecheranlage auch früher schon an der Stelle stand. Bleuel ergänzte: „Wenn man die Planungen sieht, wird es danach viel mehr Natur und Landschaft geben wie heute.“ Günther sprach sich für die Anlage auch aus dem Grund aus, um eine möglichst dezentrale Aufbereitung von Bauschutt zu gewährleisten, was dann wieder aus Gründen der Nachhaltigkeit Verkehr vermeidet: „Wenn solche Vorhaben überall blockieren müssen wir das Bauen ganz verbieten. Das manche das wollen habe ich manchmal den Eindruck.“ Mit den Grünen enthielt sich dann Hans-Joachim Tritschler (SPD), während sein Parteifreund Volker Oertel mit der überwiegenden Mehrheit den Plänen zustimmte.

Thema war auch ein Antrag von Ute Riebold (Die Partei), welche anstelle einer Überdachung des Museumshofs bei Veranstaltungen die Anschaffung von 500 Regenschirmen forderte. Um zu verdeutlichen, wie es in einem engen gedrängten Raum mit Regenschirmen aussieht verteilte der Stadtbaurat an alle Anwesenden Stadtverordneten einen Schirm, was durchaus zur Erheiterung im Raum beitrug. Gleichzeitig verwies Schreiner auf die Sicherheitsproblematik, nach der bisher Schirme sogar verboten waren. Ohne Abstimmung wurde der Punkt als erledigt betrachtet, auch nachdem Riebold betonte: „Es ging mir nicht um Schirme, sondern darum, dass man bei Open-Air-Veranstaltungen nicht unbedingt ein Dach braucht. Auch begrüße ich es, dass günstige Regencapes von der Stadt verkauft werden bei entsprechend schlechtem Wetter.“

Übereinstimmung herrschte bei allen anderen behandelten Themen. Der Bebauungsplan „Am Ziergraben“ mit drei Bauplätzen in Gläserzell wurde beschlossen. Durch Ankauf der daneben liegenden Wiese ist es möglich dort wirksamen Starkregenschutz zu installieren. Im Kanzlerpalais wird eine neue Bühnentechnik angeschafft auf Antrag der Grünen. Dazu Schreiner: „Die VHS wird dort ausziehen. Der dortige Saal ist weiter nutzbar und die momentane Technik entspricht nicht den Anforderungen. Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass sie baldmöglich ersetzt wird.“ Die eingeplanten Kosten dafür betragen 26.500 Euro.

In der Zukunft liegen zwei weitere große Vorhaben der Stadt. Sowohl für die Neuenberger Straße als auch für das Gebiet unterhalb des Bahnhofs zwischen Heinrich-von-Bibra-Platz und Petersberger Straße sollen Fördergelder beantragt werden. Nach deren Genehmigung werden auch erst die konkreten Planungen zum Umbau beginnen.

Regenschirme sind keine Lösung. Fotos: Stefan Krug