Lokales FD 30.05.2025

Predigt im Apfelgarten – Fuldaer feiern Christi Himmelfahrt – Fotos

Fulda (as) – Mit der Picknickdecke zum Gottesdienst: Im Apfelgarten am Bischofshaus wurde am Donnerstag Christi Himmelfahrt zelebriert. Stadtpfarrer Stefan Buß sprach in seiner Predigt über das heutige Gottesbild der Menschen. Nach einer gemeinsamen Prozession konnten sich die Gemeindemitglieder traditionell noch mit einer Wallwurst sowie vegetarischen Speisen stärken.

Foto: Christine Görlich

„Abschied nehmen ist immer schwer im Leben. Das kennen wir aus unserem Alltag: Abschied von lieben Freunden und Verwandten vor einer großen Reise zum Beispiel“, stellte Buß während des Gottesdienstes fest. Abschiede seien dennoch sehr wichtige Momente, denn dadurch entstehe Platz für neues und für eine neue Zukunft. An Christi Himmelfahrt hätten die Jünger Jesu ebenfalls Abschied nehmen müssen: „Von einem geliebten Menschen, der sie eine gute Zeit lang begleitet, der mit ihnen gelebt und der ihr Leben total verändert hat.“ Nach der Auferstehung habe er sie in die Selbstständigkeit entlassen: „Jetzt sind ihre Wunder und ihre Predigt gefragt. Nun müssen sie Wegbegleiter sein für andere. Sie sind die lebendigen Zeugen der großen Taten Gottes.“ Dieses Vorgehen sei von den Jüngern zunächst nicht verstanden worden: „Und da muss erst einer kommen und ihnen sagen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut nach oben. Schaut nicht in die Luft, sondern auf die Erde! Versinkt nicht in Trauer, sondern macht euch auf die Socken.“ Erst danach hätten sich die Jünger auf den Weg gemacht, so der Stadtpfarrer, um Jesu Botschaft zu verbreiten: „Sie nehmen sich Zeit, um Abschied zu nehmen von ihm, von den gewohnten und vertrauten Bildern und Erfahrungen – damit sie so Platz machen in ihren Herzen und Köpfen für Neues: für neue Erfahrungen, für neue Möglichkeiten, für einen neuen Geist in ihrem Leben.“

In seiner Predigt erklärte Buß, dass auch die Menschen heute nachfragen, welches Gottesbild sie im Kopf haben – eine Vorstellung „von früher“ oder ein neues Bild. „Vielleicht sollten wir diese Tage vor Pfingsten, die Pfingstnovene, nutzen, um mal in ganz persönliche Exerzitien zu gehen - und nachschauen, aus welchen alten Formen und Normen wir eigentlich längst rausgewachsen sind – wir als einzelne, aber auch wir als Gemeinschaft“, führte er weiter aus. Im Anschluss an den Gottesdienst mache sich eine Prozession auf zum Pfarrzentrum am Dom.