Lokales FD 29.05.2025

Omas gegen Rechts besuchen historischen Gehringshof bei Neuhof

Fulda (pm/as) – Eine Gruppe der Initiative Omas gegen Rechts Fulda (OGR) besuchte den geschichtsträchtigen Gehringshof nahe Hattenhof. Der Hof, dessen erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1630 stammt, hat eine bewegte Vergangenheit. Insbesondere die wenig bekannte Nutzung in den dreißiger und vierziger Jahren erweckte das Interesse der OGR.

Foto: Omas gegen Rechts Fulda

In den Jahren 1929 bis 1942 sowie der Zeit von 1945 bis 1948 lebten hier junge Menschen jüdischer Abstammung, die sich mit einer landwirtschaftlichen Ausbildung auf ein Leben in einem Kibbuz in Palästina vorbereiteten. Dies war eine Voraussetzung der britischen Behörden für ihre Auswanderung.

Im Rahmen seiner eindrucksvollen Führung zeigte der heutige Besitzer Timo Schmitt den Besucherinnen die wunderschönen weitläufigen Außenanlagen. Er gab Einblicke in die wechselvolle Nutzung der Gebäude.

Zum Abschluss zeigte Schmitt den OGR historische Fotos. Er erzählte von dem lebendigen Miteinander, den zahlreichen Eheschließungen und dem Geist der Hoffnung, der trotz aller Widrigkeiten der damaligen Zeit auf dem Gehringshof herrschte.

Am Ende des Besuches durften sich die OGR in das Gästebuch des Hauses eintragen, dessen erste Seite eine würdigende Widmung der Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano ziert. Hier finden sich auch die Eintragungen der Nachkommen der einstigen jüdischen Bewohner, die die Stätte ihrer Vorfahren in den letzten Jahren aufgesucht haben.

Der jetzige Besitzer des Anwesens zeigt großes Engagement in der Pflege und Weiterentwicklung des rund zwölf Hektar großen Geländes. Mit viel Herzblut möchte er die Geschichte des Ortes durch Ausstellungen, Fotos und Zeitzeugenberichte lebendig halten – und gleichzeitig das frühere Ausflugslokal wieder zu einem Ort der Begegnung machen.