Lokales FD 11.05.2025

Modernes Konzept: „Himmelstreppe“ am Milseburg-Radweg geplant

Elters (fp) – Statt einer handelsüblichen Kapelle solle in den kommenden Jahren eine Himmelstreppe am Milseburgradweg über Elters entstehen. In der Nähe des Bahnhofsweges fanden in den vergangenen Jahren immer wieder Open-Air-Gottesdienste statt, die nun ein „Zuhause“ bekommen sollen. In einem Pressegespräch stellten die Bauverantwortlichen gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenkreis Fulda und dem Förderverein Radwegekirche Milseburg das geplante Projekt vor.

Foto: Felix Pillat

Direkt an der Kreuzung des Milseburgradwegs soll das Bauwerk entstehen: Eine etwa 14 mal fünf Meter große „Himmelstreppe“ mit etwa sechs Meter Höhe zum Beten, Ruhen und Betrachten. Der Name ist Programm: Aus Stein soll buchstäblich eine begehbare Treppe in die Landschaft gestellt werden. Unter den Stufen wird ein begehbarer Hohlraum mit Glasfront entstehen. Darin wird der Altar nebst Reliquien und Sitzbänken Platz finden. Denn das Gebäude wird ökumenisch genutzt und verwaltet. Nicht nur katholische Messen und evangelische Gottesdienste, sondern auch christlich orthodoxe Liturgien sollen darin stattfinden können.

„Die ‚Himmelstreppe‘ wird viel mehr sein, als nur eine Kapelle“, versprach Maurice Medler, Architekt der beauftragten Kanzlei „Sturm und Wartzeck“ aus Dipperz. Diese hatten 2016 den Ausschreibungswettbewerb gewonnen und arbeiten seitdem an der Planung des Neubaus. Den Besuchern soll hier ein Ort der Ruhe und des Gebets, aber auch ein Ort zum Verweilen und zum Betrachten geboten werden, so der Architekt weiter.

Rund 330.000 Euro soll das Projekt kosten und das schon nachdem die Verantwortlichen das Gebäude „runterskaliert“ – wie es im Architekten-Jargon heißt – hatten. „Die ursprüngliche Planung sah diesen Betrag vor. Aufgrund einiger Ereignisse kamen wir dann auf einmal auf 540.000 Euro“, meinte Uwe Bergmann, Schatzmeister des Fördervereins: „Wir mussten es dann etwas kleiner machen, jetzt kommen wir wieder auf den ursprünglichen Planbetrag.“ Der Spatenstich soll im Frühjahr 2026 stattfinden, worauf sich der Verein sehr freue, so Bergmann weiter.

Das Projekt wird dabei mit Fördermitteln aus dem „Leader“-Programm des Landes Hessen in Höhe von rund 165.000 Euro finanziell subventioniert. Die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat außerdem 50.000 Euro beigesteuert.

Auch von geistlicher Seite war die Begeisterung über das Projekt groß. Pfarrer Georg Ander-Molnár, der bereits 2012 den Anstoß zu einer Radweg-Kirche gab, freute sich darüber, dass endlich etwas weitergeht. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass so viele zugestimmt haben“, erläuterte er erleichtert, fügte aber hinzu: „Es hat auch viele Leute gegeben, die dagegen waren. Viele wollten die Ruhe hier oben nicht verlieren.“ Ander-Molnár leitet die Open-Air-Gottesdienste auf der Wiese vor Ort. Auch Dekan Dr. Thorsten Waap ist begeistert von der Idee. „Sie muss gebaut werden, da führt gar kein Weg dran vorbei“, führte er bestimmt an. Durch den Radweg sei die Besucher-Frequenz sehr hoch, was natürlich ein Vorteil für die Gottesdienste sei, so der Geistliche weiter: „Diesen Ort jetzt nochmal so auszubauen, dass die Leute hier zur Ruhe, zu sich selbst und zu Gott finden – das hat mich begeistert.“ Im Nachgang an das Pressegespräch wurde – noch Open-Air – ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten.

„Himmelstreppe“ am Milseburg-Radweg. Fotos: Felix Pillat