„Der persönliche Austausch über die Entwicklung im Arbeitsmarkt direkt mit der Arbeitsagentur ist als Einblick in die Praxis unerlässlich – in wirtschaftlich angespannten Zeiten wie diesen umso mehr“, betonte Michael Brand. Auch Matthias Dengler hob hervor, wie wertvoll der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgern sei, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Die beiden vereinbarten, die gute Tradition des regelmäßigen Austauschs auch in Zukunft fortzuführen.
Die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt war Schwerpunkt des Gesprächs: Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist im Vergleich zum Vorjahr von 3,8 Prozent auf 4,0 Prozent gestiegen. Die schwache Konjunktur und die damit verbundene Auswirkung auf die Beschäftigung wirkt sich auch in einer deutlichen Zunahme von Kurzarbeit aus. Besonders davon betroffen sind das Verarbeitende Gewerbe (Metall, Elektro und Stahlindustrie, chemische Erzeugnisse und Kunststoff) sowie das Baugewerbe – die Branchen, die zugleich zu den größten Arbeitgebern in Osthessen zählen.
Als eine der großen Herausforderungen sehen Brand und Dengler zudem die wachsende Qualifikationslücke: „Viele Betriebe suchen händeringend Personal, doch die Anforderungen stimmen oft nicht mit den Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber überein“, berichtete Dengler. Brand sagte dazu: „Wir müssen die Qualifizierungsoffensive verstärken, in enger Zusammenarbeit zwischen Politik, Arbeitsagentur, Betrieben und Bildungsträgern.“ Brand und Dengler zeigten sich hier überzeugt, dass man das Thema Qualifikation strategisch weiter verstärken muss, um Arbeitsplätze in Osthessen krisen- und zukunftsfester zu machen.
