Nach dem Arbeitnehmergottesdienst in der Christuskirche zogen die Demonstrierenden los. Die Strecke führte hoch in die Sturmiusstraße und die Bahnhofstraße herunter. Mit Musik, lauten Trillerpfeifen und Rufen machten die Menschen auf sich aufmerksam. Zahlreiche Gewerkschaften sowie Mitglieder von SPD und Die Linke schwenkten ihre Fahnen. Am Uniplatz angekommen begrüßte Armin Ruppert, Stellvertretender Vorsitzender des DGB Kreisverbands Fulda, die Anwesenden. Der 1. Mai stehe für Arbeit und für Solidarität. Er forderte daher: „Wir wollen gerechte Löhne und Mitbestimmung.“ Als Hauptredner sprach Andreas Güth, Geschäftsleiter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Er appellierte an die Menschen, klare Haltung gegen den Rechtsruck in Europa zu beziehen: „Faschismus ist keine Lösung.“ Güth ging auf die wachsende Ungerechtigkeit ein, was die Verteilung von Vermögen in der Gesellschaft angehe. Er rief zu Solidarität auf, auch bei den anstehenden Tarifverhandlungen. Mit Blick auf den anhaltenden Angriffskrieg in der Ukraine machte der Hauptredner deutlich, dass die Bewahrung von Frieden und Demokratie in ganz Europa sehr wichtig sei: „Ohne Frieden kein Wohlstand.“
Matthias Ebenau, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hanau-Fulda, sprach über den Kampf der Standorte und Arbeitsplätze in der osthessischen Industrie. Beim Maifest konnten sich die Besucherinnen und Besucher anschließend zu verschiedenen Gewerkschaften und Aktionen informieren. Das sommerliche Wetter lud dazu ein, bei Speisen und Getränken in der Innenstadt zu verweilen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Duo „Zweiklang“.
