Die Leber als größtes und wichtigstes Entgiftungsorgan bildet mit der Gallenblase, den Gallenwegen und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ein zusammengehöriges Organsystem von funktioneller Wichtigkeit für den Verdauungsapparat als auch den Stoffwechselprozess. So ist die Leber verantwortlich für die Produktion von Galle und Eiweißen, die Entgiftung oder den Abbau nicht benötigter Stoffwechselprodukte und Medikamente, den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen sowie die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe im Körper. Die Bauchspeicheldrüse produziert Hormone zur Regulierung des Blutzuckerspiegels und stellt wichtige Verdauungssäfte her.
Leber- oder Gallenerkrankungen werden oft von Menschen als Folge von übermäßigem Alkoholkonsum oder einer ungesunden Ernährung betrachtet. Es existieren jedoch zahlreiche Faktoren, die die weit verbreiteten Krankheiten verursachen können. Vage Symptome wie Oberbauchschmerzen nach dem Essen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Leistungsschwäche sowie Hautveränderungen oder Koliken können Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung von Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse sein. Die Diagnosen können von Funktionsstörungen der Leber, über eine Fettleber bis hin zu einer Leberentzündung (Hepatitis) verursacht durch verschiedene Viren (Hepatitis A, B, C, D oder E), Gallensteine, Gallengangstenosen oder Entzündungen der Gallengänge, der Bauchspeicheldrüse oder sogar zu einer Krebserkrankung reichen.
Millionen von Menschen in Deutschland leiden unter einer Erkrankung dieses komplexen Organsystems, ohne es zu wissen. Daher sind spezielle Blutuntersuchungen sowie moderne endoskopische und bildgebende Verfahren (Ultraschall, Gallengangsspiegelung (ERCP), Gallengangsendoskopie (Cholangioskopie), CT und MRT) für eine frühzeitige Diagnose unerlässlich. Die anschließende medikamentöse oder minimalinvasive, endoskopisch operative Behandlung einer derartigen Krankheit an Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab.
Da übermäßig viele Kohlenhydrate sowie Bewegungsmangel als krankheitsverursachende Cofaktoren des komplexen Organsystems gelten, sollte stets eine Lebensstiländerung in Erwägung gezogen wer-den. Dazu zählen unter anderem Ernährungsformen wie Intervallfasten und eine ballaststoffreiche, kalorienarme Kost sowie viel körperliche Aktivität und der Verzicht auf Alkohol – all dies kann zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen beitragen.
Im Anschluss an die Veranstaltung steht der Referent gerne für Fragen zur Verfügung. Alle Interessierten sind herzlich zu der kostenlosen Veranstaltung eingeladen.
