Für die CWE hatte Thomas Grünkorn beantragt, der Kreis solle sich „um eine Partnerschaft des Landkreises mit der ungarischen Region, in der die ‚Stiffoller‘ ansässig sind, bemühen.“ Zu den Nachfahren, der vor 300 Jahren aus der Region dorthin Ausgewanderten, gebe es schon Kontakte, die genutzt werden sollten: „Es wäre auch ein besonderer Beitrag des Landkreises zur Völkerverständigung und zum Zusammenwachsen Europas.“ Melissa Herber (CDU) brachte dazu einen Ergänzungsantrag von CDU und FDP ein, in welchem einige Punkte präzisiert wurden. Der Geschichtsverein Fulda habe mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen schon ein Arbeitspapier erarbeitet, auf dessen Grundlage der Kreis eine Kooperationsvereinbarung schließen soll. Diesem Antrag stimmte auch Moritz Bindewald (Grüne/Volt-Fraktion) zu, der die ursprünglich genannte Partnerschaft mit Ungarn fragwürdig fand aufgrund der vorhandenen Kritik an der dortigen Regierung. Mit dieser Aussage hatte Norbert Höhl (Bündnis C) wiederum ein Problem: „In Ungarn können Tausende auf die Straße gehen und für Israel demonstrieren ohne Polizei. In Deutschland ist das nicht möglich.“ Thomas Grünkorn stimmte den Änderungen zu: „In unserem Antrag wollten wir den Kreisausschuss weniger einschränken.“ In Richtung Bindewald vertrat er die Ansicht, dass Fulda vor wenigen Jahren eine Partnerschaft mit einer chinesischen Region beschlossen hatte: „Da können wir das erst recht mit einem europäischen Land machen.“ Letztendlich wurde der Kreisausschuss einstimmig aufgefordert, dem CDU/FDP-Antrag zu folgen.
Einsatz für Übernahme der Impfkosten gegen Blauzungenkrankheit
Auf Antrag der Grünen soll sich der Kreisausschuss bei der Landesregierung und der Tierseuchenkasse dafür einsetzen, dass die gesamten Kosten der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit getragen werden. Dazu sagte Helmut Schönberger von den Grünen: „Die Krankheit ist für betroffene Betriebe teilweise dramatisch. Es gibt Ertragseinbußen bis hin zum Tod der Tiere. Die Impfung wird vom Landwirtschaftsministerium empfohlen, es bleiben für den Landwirt aber Kosten von drei Euro pro Rind oder Schaf. Für einen Schafhalter mit mehreren hundert Tieren eine sehr große Summe. Wir halten es für wünschenswert, dass die Tierseuchenkasse und das Land Hessen die Kosten der Impfung komplett trägt.“ Christian Bug (CDU) stimmte dem uneingeschränkt zu, sah aber ein weiteres Problem im bürokratischen Aufwand, den bisherigen Impfzuschuss von zwei Euro pro Tier zu beantragen. Dies sei ein weiterer Grund, dass bisher nur 35 Prozent aller Tiere geimpft seien, wobei er von einer Dinkelziffer ausging, da manche Landwirte impften, ohne die zwei Euro zu beantragen. Der Kreistag folgte dem Antrag einstimmig.
Kreis will sich für Bahnhalt in Bronnzell einsetzen
Ebenso einstimmig angenommen wurde ein Antrag der SPD, dass der Kreisausschuss sich bei der Deutschen Bahn im Zuge des momentanen Ausbaus der Strecke um den Bau eines Haltepunkts in Bronnzell einsetzen soll. Gleichzeitig solle der RMV eine Anbindung Bronnzells an die Rhönbahn veranlassen. Dazu sagte Beate Fischer (SPD): „Die Bronnzeller tragen eine hohe Belastung durch Straßen und die Bahn, haben aber keinerlei Nutzen.“ Thomas Hering (CDU) nannte das Thema nicht neu, beantragte aber, auch die Stadt Fulda „mit ins Boot zu holen“. Dort sei schon eine Studie in Auftrag gegeben worden.
Bürgermeisterin begrüßt Kreistagsmitglieder in Eiterfeld
Traditionell begrüßt das Oberhaupt der gastgebenden Gemeinde die Kreistagsmitglieder. Für Dana Hauke war es das erste Mal. Sie sei stolz, Bürgermeister einer so gut aufgestellten Gemeinde mit einer, auch bedingt durch die vielen Ortsteile, großen Zahl an gemeindlichen Bürgerhäusern, Feuerwehren und Kindergärten zu sein. Auch werde in der Gemeinde ein großer Beitrag zur Energiewende geleistet: „Wir produzieren in Eiterfeld 5,6-mal mehr Energie wie hier verbraucht wird. Da stoßen wir langsam an unsere Grenzen.“ Es belaste den ländlichen Raum, wenn er durch Windräder, Speicher und Stromtrassen immer mehr zum Industriegebiet werde. Allein die geplante Tennet-Leitung würde 15 Hektar verbrauchen. Positives gab es von der Zusammenarbeit mit dem Kreis zu berichten. Sowohl der Neubau der Lichtbergschule als das gemeinsame Projekt „Wohnen und Arbeiten“ wären Investitionen in die Zukunft und würden die Attraktivität der Gemeinde weiter erhöhen.
Zur Sitzung waren auch einige Zuschauer ins Bürgerhaus gekommen. Neben dem ehemaligen Eiterfelder Bürgermeister und stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Point Alpha Berthold Jost und vielen Auszubildenden der Kreisverwaltung wohnten der Sitzung zumindest teilweise auch die Landtagsabgeordnete Stefanie Klee (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Jan Nolte (AfD) bei.
