Angesichts der sportlichen Situation ist die Motivation vor dem Finale vor allem auf Steinbacher Seite gering: „Wir müssen da jetzt durch“, beginnt Trainer Petr Paliatka: „Gespielt werden muss es ja ohnehin irgendwann. Es ist schwierig, sich für so ein eigentlich tolles Spiel zu begeistern, wenn du weißt, dass du de facto abgestiegen bist. Wir hoffen einfach, dass sich nicht noch jemand verletzt.“
Die personelle Situation bei den Steinbachern bleibt angespannt: Finn Böckner studiert unter der Woche in Stuttgart und wird fehlen, Nils Hartung musste bei der 1:7-Klatsche gegen Friedberg vorzeitig vom Platz. „Hinter ihm steht noch ein Fragezeichen“, erklärt Paliatka: „Wir müssen sehen, was uns überhaupt zur Verfügung steht.“ Dann wird sich auch entscheiden, ob der Trainer wieder selbst die Fußballschuhe schnüren muss. Nach seinem 20-minütigen Einsatz gegen Friedberg und 90 Minuten in der zweiten Mannschaft am Sonntag will der Trainer das aber nach Möglichkeit vermeiden. „Unabhängig von allem anderen, versuchen wir natürlich trotzdem zu gewinnen“, verdeutlicht der Trainer abschließend und blendet mögliche Motivationsprobleme aus: „Es ist wichtig für beide, vor allem warten auf den Sieger richtig gute Gegner im Hessenpokal. Hünfeld hat jetzt in der Liga auch lange nicht gewonnen. Im Pokal ist immer alles möglich, wir werden alles versuchen.“
Der HSV auf der anderen Seite kann dem Finale entspannter entgegenblicken: Sportlich geht es für das Team von Johannes Helmke um nichts mehr und auch personell kann der Trainer, vorbehaltlich des Abschlusstrainings, mehr oder weniger aus dem Vollen schöpfen. „Jannis Maul wird erkrankt fehlen. Wir werden darüber hinaus eventuell trotzdem etwas rotieren“, sagt Helmke, denn: „Wir haben genug fitte Spieler zur Verfügung.“ Ansonsten gehe es vor allem darum, die Spannung hochzuhalten. Helmke selbst freue sich beispielsweise auf das Spiel: „Die Motivation ist auf jeden Fall da. Natürlich wollen wir auch in der Liga weiter punkten, sportlich geht es da aber um nicht mehr viel. Deswegen wollen wir jetzt auch den Pokal gewinnen.“ Außerdem interessant: Steinbachs Trainersohn Petr Paliatka jr. wechselt im Sommer bekanntlich die Seiten und trifft nun erstmals seit Bekanntgabe des Wechsels auf seinen zukünftigen Verein – vielleicht ja nochmal gemeinsam mit dem Papa auf dem Platz.
